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Dezember 2017 –
Stollen & Zuckerstange

von Rocco Grämmel

Zur richtigen Weihnachtsstimmung braucht es verschiedene Elemente. Besinnliche Weihnachtsmusik, süßen Weihnachtsduft, schöne Dekoration und ganz wichtig ist das leckere Weihnachtsessen.

In dieser Jahreszeit gibt es viele Köstlichkeiten wie Zimtsterne, Spritzgebäck, kandierte Mandeln, Spekulatius, Dominosteine, Bratapfel und vieles, vieles mehr. Bestimmt gibt es auch bei Ihnen ein Lieblingsweihnachtsessen, das auf gar keinen Fall fehlen darf für die richtige Weihnachtsstimmung.

Einige Leckereien schmecken nicht nur gut, sondern haben auch eine spannende Geschichte zu erzählen. Die vom Stollen und der Zuckerstange wollen wir uns einmal anschauen.

1. Der Stollen – nur das Beste

Die Geschichte des Weihnachtsstollens ist schon über 600 Jahre alt. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 1380 in Naumburg an der Saale, in Sachsen-Anhalt. Doch damals war er noch lange nicht so köstlich wie heute. Denn seine Zutaten waren nur Wasser, Hefe und Mehl, da er ein Fastengebäck war. Doch dann wurde vom sächsischen Kurfürsten die Bitte an den Papst gesandt auch Butter hinzufügen zu dürfen. 1491 wurde die Erlaubnis dazu erteilt im sogenannten „Butterbrief“. Später kamen noch viele weitere Leckereien hinein, z.B. Rosinen, Mandeln, Marzipan, Orangeat, Vanille und oben drüber viel Butter und Puderzucker.

Nur das Beste kommt hinein

Das Beste war gerade gut genug für den Stollen. Von außen behielt er sein schlichtes Aussehen, aber das Innere war voll mit dem Wertvollsten, das die Backstube zu bieten hatte. Meine Oma kannte noch Zeiten, wo Familien über das ganze Jahr schon die Zutaten für den Familienstollen sammelten. Und dann wurde diese heiß begehrte Köstlichkeit auch erst am Heiligen Abend festlich angeschnitten.

Bis heute wird der Stollen traditionell als Symbolisierung des Christkindes verstanden. Darum trägt er auch den Namen „Christstollen“. Diese Verbildlichung wird in seinen zwei unterschiedlichen Erscheinungen, außen und innen, deutlich.

Von außen: unscheinbar weiß

Die äußere Erscheinung des Stollens ist schlicht ohne bunte Verzierung oder ähnliche Dekoration.

So erinnert er an das unscheinbare Kind in der Krippe, dass in einfache weiße Windeln gewickelt wurde. Er sah aus wie jedes andere Kind. Den Hirten wurde dies als Erkennungszeichen genannt.

Lk 2,12: „Und das sei für euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt, in der Krippe liegend.“

Die wirkliche Schönheit und den Wert konnte nur erkennen, wer das Innere sah.

Im Inneren: der große Schatz

Erst der Blick in das Innere des Stollens offenbart uns seine großen Schätze an Leckereien.
Ebenso offenbart erst der Blick ins Innere des Jesuskindes sein wirkliches Wesen. An Weihnachten erkannten das schon seine Eltern, die Hirten und die Weisen.
Viele Jahre später sollten das auch die Menschen bei der Taufe Jesus erkennen. Darum bestätigt Gott persönlich Jesus als seinen Sohn bei seiner Taufe.

Mt 3,17 (NEÜ) „Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: „Das ist mein lieber Sohn. An ihm habe ich meine Freude!“

Die Menschen sollten erkennen, dass Jesus Gottes liebster und größter Schatz war. Ungefähr so wie bei einer Weihnachtsaufführung, wenn die Eltern voller Stolz auf ihr Kind zeigen und sagen: Das ist mein Kind! Gott wollte sichergehen, dass die Menschen erkannten: Jesus ist der Sohn Gottes. Gott macht klar, dass Jesus der BESTE und WERTVOLLSTE ist, den Gott der Vater schicken konnte. Er hat niemanden der IHM lieber ist. Etwas Besseres konnte Gott uns am ersten Weihnachtsfest nicht schenken. Und wer Jesus nicht will, der geht bei Gott leider leer aus.

Der Stollen wird gefüllt mit dem Besten und Wertvollsten, weil Gott Sein Bestes und Wertvollstes uns gegeben hat.

So stellt uns der Stollen auch die Frage: Was ist das Beste das wir Gott geben können? Unsere Liebe, die wünscht ER sich. Die sollen wir IHM geben, darum gilt uns die Aufforderung:

1Joh 4,19 (LUT1912) „Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns zuerst geliebt.“

2. Die Zuckerstange – eine süße Botschaft

Die zweite weihnachtliche Köstlichkeit ist die Zuckerstange, die vor allem in den USA berühmt ist. Dort ist am 26.12. Candy Cane Day, der Tag der Zuckerstange. Interessant ist, dass die Zuckerstange eigentlich in Deutschland erfunden wurde. Die Geschichte besagt, dass 1670 der Chorleiter des Kölner Doms Zuckerstangen herstellen ließ, um die Kinder seines Chors während des weihnachtlichen Krippenspiels im Dom ruhig zu halten. Damals waren sie wohl nur in weiß in der Form eines Hirtenstabes.
Dann kamen sie mit den Auswanderern in die USA und dort wurden sie Weihnachtskult und bekamen noch rote Streifen dazu.
Auch die Zuckerstange ist ein traditionelles Symbol für die weihnachtliche Botschaft:

Ihre Eigenschaften können so erklärt werden:

    • Sie ist süß, wie die Weihnachtsbotschaft:
      Die Engel verkündigen den Hirten und jedem anderen Menschen eine süße und frohmachende Nachricht. Sie sagten: „ich verkündige euch große Freude“ (Lk 2,10)
    • Sie ist in der Form eines J für Jesus: Denn ER ist die wahre Hauptperson von Weihnachten. Ohne IHN gibt es kein Weihnachten.
    • Anders herum hat sie die Form eines Hirtenstab: Die ersten, die diese frohe Botschaft hörten und sich mitfreuten waren die Hirten vom Feld in Bethlehem. Und Jesus selbst ist gekommen um für jeden Menschen der „gute Hirte“ (Joh 10,11) zu sein.
    • Die rote Farbe steht für den blutigen Karfreitag: Denn Weihnachten ist die notwendige Vorgeschichte für Ostern. Jesus wird an Weihnachten Mensch, um 33 Jahre später am Karfreitag sich für uns zu opfern. Er ist unser Lebensretter. Er vergießt sein Blut, dafür steht das Rot. Denn die Bibel bezeichnet den Zustand des Menschen als erkrankt, nämlich an der Sünde. Die Auswirkungen der Krankheit sind das Brechen von Gottes Regeln in Worten, Taten und Gedanken.
      Deswegen haben wir keine Möglichkeit zum Kontakt mit Gott und benötigen Heilung.
      Jes 53,5 „Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.“
    • Die weiße Farbe steht für heil, gesund und heilig:
      Durch das Blut von Jesus sind wir rein, geheiligt. Und nur dadurch dürfen wir jetzt in die Gegenwart des heiligen Gottes kommen. Wir dürfen sogar Vater zu ihm sagen, wenn wir an Jesus glauben. Und wenn wir einmal sterben dürfen wir auch in seinen heiligen Himmel.

Die Zuckerstange erinnert uns also an viele Aspekte der süßen, großartigen Freudenbotschaft von Weihnachten.

Doch mit dem Glauben ist es wie mit dem Essen. Ob der Stollen lecker und die Zuckerstange süß ist, wird nur erfahren, wer es ausprobiert. Wer davon kostet. Auch Jesus können wir nur erfahren, wenn wir uns auf IHN einlassen. Nutzen Sie doch die Gelegenheit beim nächsten weihnachtlichen Essen und laden Sie anderen Menschen zum „Kosten“ ein. Und natürlich: Vergessen Sie nicht diese süße Wahrheit immer wieder selbst in Anspruch zu nehmen.

Ich wünsche Ihnen gesegnete, köstliche Weihnachten!