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Februar 2017 –
Jesus kann das, was ein Mensch nicht kann

von Philipp Ottenburg

Text: Johannes 5,1-9

Was Menschen nicht alles können! Kennen Sie Mario Berousek? Er ist der schnellste Keulen-Jongleur auf der Welt. Er hat mehrere Weltrekorde geschafft im Speed-Jonglieren mit Keulen. Er schaffte es in einer Minute 240-mal seine fünf Keulen zu fangen. Der ist also wirklich unglaublich schnell. Aber wissen Sie was? Heute soll es nicht darum gehen, was Menschen können, sondern darum, was Jesus kann! Deshalb lautet das Thema auch: Jesus kann das, was ein Mensch nicht kann!

Dazu wollen wir uns etwas im Johannes-Evangelium umsehen und uns hauptsächlich mit Johannes 5, 1-9 beschäftigen. Wir begeben uns dazu an einen Standort in Jerusalem.

Johannes 5,1+2 „Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat.“

Der Name „Bethesda“ bedeutet Barmherzigkeit. Wir sehen in der Bibel sehr oft, wie Namen von Orten im direkten Zusammenhang mit den jeweiligen Begebenheiten stehen, welche sich dort ereigneten. Zudem werden wir in dieser Begebenheit feststellen: Jesus kann das, was ein Mensch nicht kann.

Barmherzigkeit, das passt gut. Denn der Ausgangspunkt in dieser Begebenheit oder an diesem Standort ist eine Tragödie. Denn Menschen hier an diesem Ort werden:

1. Allein gelassen im Elend

Johannes 5,3-4 „In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten. Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.“

All die vielen Menschen waren also allein gelassen im Elend.

Was wir hier an dieser Stelle noch erwähnen müssen, ist: Es gibt hier einige Unklarheiten bezüglich der Auslegung, weil in einigen Übersetzungen gerade der Vers 4 fehlt.

Dann fehlt in diesen Fällen die Passage, in welcher steht, dass ein Engel das Wasser bewegte. Der Ausleger John Heading meint, es war wohl eher kein Engel, der das Wasser bewegte, sondern die Quelle, welche sporadische Güsse mit heilendem Wasser zugab. Die Juden schrieben in der Tradition dieses Bewegen des Wassers wohl einem Engel zu. Dies im Sinne einer Legende oder eines Volksaberglaubens.

Wie es auch immer ist. Wichtig für uns ist festzuhalten: Es herrschte viel Elend in diesen Säulenhallen. Viele kranke Menschen, welche gesund werden wollten und auf das Bewegen des Wassers warteten.

Ein Mann traf es besonders schwer.

Johannes 5,5 „Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte.“

38 Jahre lang wartete dieser Mann! Demnach war er schon krank, bevor Jesus geboren wurde. Diese Dauer muss man sich mal vorstellen. Sie ist wesentlich länger, als Sie vielleicht schon alt sind. Wir gehen später noch genauer auf Vers 7 ein. Aber eines vorweg: in Vers 7 antwortet dieser Mann auf eine Frage von Jesus: Ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab.

Der Mann ist also wirklich allein gelassen im Elend und dies 38 Jahre lang! Keiner hat ihm geholfen. Da waren die Ellbogen oben, jeder wollte zuerst sein.

Was machen Sie zurzeit durch? Vielleicht gehen sie auch gerade durch ein Tal von Prüfungen und dies vielleicht auch schon seit mehreren Jahren?

Gut möglich, dass Sie auch auf sich allein gestellt sind. Sie denken wohl auch, dass Sie allein gelassen sind. Keiner kann Ihnen helfen?

2. Kein Mensch, aber Jesus

Johannes 5,6 „Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit in diesem Zustand war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?“

Nun wird Jesus ganz persönlich. Der Mann hat niemand, der ihm hilft. Aber Jesus geht zum Einzelnen hin. Er hat nicht zu allen pauschal geredet, sondern zu ihm ganz persönlich. Und er fragt ihn, ob er gesund werden will.

Wissen Sie was mich fasziniert? Wieso fragt Jesus eigentlich? Das Vorauswissen Gottes sehen wir in der ganzen Bibel. Da kommt das Wort „ehe“ zum Zug. Und wir meinen nicht die EHE.

Jesaja 65, 24 „Und es wird geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; während sie noch reden, will ich sie erhören!“

Das erlebten ja auch einige, welche Jesus begegneten. Beispielsweise ein gewisser Nathanael.

Johannes 1,47 + 48 „Jesus sah Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig, ein Israelit, in dem keine Falschheit ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich!“

Wir könnten hier noch viele Beispiele anfügen, in welchen wir das Vorauswissen Jesu sehen. Auf den Punkt gebracht finden wir dies in

Hebräer 4,13 „Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.“

Keiner weiß, was heute oder dieser Tage auf Sie und mich zukommt. Aber: Jesus weiss es schon jetzt. Das darf uns ruhig machen. Jesus wird nicht überrascht. Jesus weiß auch, was Sie zurzeit beschäftigt. Genauso wusste er von dem kranken Mann, dass er gesund werden will. Kein Mensch interessierte die Krankheit des Mannes. Er war ja einer unter vielen. Aber Jesus interessiert es!

Obwohl Jesus alles weiß, will er es von dem Kranken dennoch selber hören. Das zeigt doch auch wieder dieses ganz Persönliche. Während wir es gewohnt sind, einander zu fragen: „Wie geht es dir?“, ohne eigentlich eine Antwort zu erwarten, will es Jesus hier wissen. Keinen interessierte es jemals, aber Jesus fragt: „Willst du gesund werden?“

Wissen Sie, was der Kranke dann auf diese Frage hin macht? Er klagte.

Johannes 5,7 „Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir herab.

Genau das dürfen Sie auch. Obwohl Jesus alles weiß. Sie dürfen ihm alles sagen. Schütten Sie Jesus ihr Herz aus! Er will es von Ihnen hören und wissen. Sagen Sie ihm, was bei Ihnen ansteht. Welche Herausforderung und Schwierigkeiten. Nennen Sie das ganze Tal von Prüfungen.

Der Kranke hat keinen Menschen, aber Jesus! Nun stellt sich uns aber folgende Frage: An wen stellen wir unsere Erwartungen? An Menschen oder gar an uns selber? Da müssen wir aber eines festhalten: Die Menschen enttäuschen! Wir sollten deshalb unsere Erwartungen auf Jesus richten. Denn nur:

3. Jesus kann

Der Mann hat nach 38 Jahren seine Hoffnung aufgegeben. Er erwartete gar nichts mehr. Das zeigt sich darin, wie dieser Mann Jesus angesprochen hatte, als Jesus ihn fragte. Der Mann antwortete Jesus und sprach ihn mit einer Höflichkeitsform an. Aber eher nicht mit der Anerkennung von Herrschaft. Er rechnete also gar nicht damit, dass es sich um Jesus handelte, oder dass Er ihn tatsächlich gesund machen könnte.

Wieso wissen wir das? Da gibt die Deutsche Sprache einfach zu wenig her. Im Deutschen wird alles mit „Herr“ übersetzt. Wir grüßen uns Menschen, wenn wir per Sie sind mit „Herr“ und nennen Jesus auch unseren Herrn. Im Englischen kommt es an dieser Stelle deutlicher zum Vorschein und übersetzt wohl genauer. „Herr“ wird in Vers 7 mit „Sir“ übersetzt. Da finden wir diese Höflichkeitsform. So finden wir dies beispielsweise in der King James 2000.

Er dachte also, Jesus sei ein Mensch, wie jeder andere, der in diesen 38 Jahren an ihm vorbeiging. Er rechnete falsch. Rechnen Sie mit Jesus in Prüfungen und auch am heutigen Tag? Oder doch lieber mit Ihren Überlegungen und Gedankengängen? Auf wen zählen Sie? Wissen Sie: Jesus kann!

Aber wir wollen uns dennoch mal fragen: Was kann denn Jesus?

Die Evangelien sind voll mit Problemen, welche menschlich gesehen nicht gelöst werden können.

Stellen Sie sich mal vor, an einer Hochzeit geht der Wein aus. Ein echtes Problem. Jesus war auf eine Hochzeit eingeladen und da ist es passiert. Maria handelte richtig und ging mit dem Problem sofort zu ihrem Sohn.

Johannes 2,3 „Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein!“

Und so befahl Jesus einfach die Wasserkrüge bis oben zu füllen und dann war es Wein. Für Jesus kein Problem.

Übrigens, er machte nicht irgendeinen Wein von einem Schattenhang, nein, es war ein absoluter Spitzenwein. Besser als der eigentliche.

Johannes 2,9+10 „Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte und er wusste nicht, woher es war; (die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es), da rief der Speisemeister den Bräutigam und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und dann, wenn sie trunken geworden sind, den geringeren, du aber hast den guten Wein bis jetzt behalten.

Oder wenn wir an den Sohn des königlichen Beamten denken, den Gang von Jesus über den See, die Heilung eines Blindgeborenen, die Auferweckung von Lazarus, die Auferstehung seiner selbst oder den gewaltigen Fischfang…

Was bleibt uns da noch übrig als staunend zu sagen: JESUS KANN!

Und so durfte auch der Kranke in unserer Begebenheit aus Johannes 5 erfahren, dass er es mit keinem geringeren zu tun hatte, als dem HErrn Jesus Christus höchstpersönlich. Er machte ihn mit einem ausgesprochenen Satz gesund. (Verse 8+9)

Ich denke nicht, dass hier der Glaube des Mannes belohnt wurde, wie in den vielen anderen Wundern von Jesus, welche wir in den Evangelien finden. Nein, hier zeigt sich deutlich „Bethesda“ – Die Barmherzigkeit Gottes.

Mit dieser will Gott auch Ihnen am heutigen Tag begegnen.

Jesus kann.

Von wem erwarten Sie Großes- heute und in den nächsten Tagen?

AMEN