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Januar 2016 –
Was glaubst du?

von Hans-Martin Ritz

1-fragend
So oder ähnlich kann uns die Frage gestellt werden. Jeder Mensch glaubt – sogar ein Atheist glaubt an irgendetwas. Auf jeden Fall glaubt er daran, dass es keinen Gott gibt. Also ist es nicht ausschlaggebend, OB wir glauben, sondern WAS wir glauben! Wenn ein Richter jedem seiner Verhandlungsparteien glauben würde, dann wäre sein Glaube eine Farce. Die Aufgabe eines Richters ist es, das Richtige herauszufinden und dann zu glauben. Wenn die Bibel von Glauben redet, dann hat der Glaube auch Auswirkungen auf ganz verschiedene Bereiche unseres Lebens. Gerade in Hebräer 11 wird uns von verschiedenen Personen berichtet, deren Glauben Auswirkungen auf ihr Leben hatte. Am Anfang des Kapitels macht der Schreiber eine Aussage über den Glauben, die sehr bedeutsam ist: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebräer 11,1)

 

1.) Der Glaube ist realistisch!

Gott gibt uns durch verschiedene Kennzeichen die Fakten, dass der Glaube an ihn Realität ist. Z.B. durch die Unterschiedlichkeit und Einheit der Schöpfung. Wir sehen das bei Blumen und Insekten. Sie sind total unterschiedlich und doch brauchen sie einander. Aber auch in der Erfüllung von Prophetien oder an seinem Volk Israel oder an seinem Handeln mit der Gemeinde oder an der Sehnsucht jedes Menschen nach ewigem Leben oder auf der Suche nach einem erfüllten Leben. Alles das zeigt uns, dass der Glaube an Jesus Christus und sein Wort eine feste Grundlage hat. Das Geniale dabei ist, dass wir damit nicht alleine sind. Viele Menschen in der Vergangenheit und in der Gegenwart haben das erlebt. Der Glaube an den lebendigen Gott ist nicht einseitig – Gott reagiert darauf. Seit es die Menschheit gibt, wird Glauben belohnt. Hebr 11,6 Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist, und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen. Wenn du dir überlegst: Schon der zweite Mensch, der geboren wurde, Abel, ist uns zum Glaubensvorbild geworden.Das ist doch echt genial, oder? Den Glauben an den lebendigen Gott und das Vertrauen auf ihn gibt es nicht erst seit Jesus Christus vor 2000 Jahren auf dieser Erde lebte oder seit Abraham vor 4000 Jahren der Stammvater des Volkes Israel wurde. Nein, schon vor 6000 Jahren, wenige Jahre nach dem Sündenfall. Auch heute reden immer wieder Menschen von Abel – nicht, weil er der erste Märtyrer wurde, sondern wegen seines Glaubens. Hebr 11,4 Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain; durch ihn erhielt er das Zeugnis, daß er gerecht sei, indem Gott über seine Gaben Zeugnis ablegte, und durch ihn redet er noch, obwohl er gestorben ist. Das heißt: Gott gebraucht das einfache Vertrauen, den Glauben an ihn, um den Menschen der folgenden Generationen zu zeigen: Vertrauen, an Gott glauben – das ist realistisch! Und das führt bei den Zuhörern zu zwei Reaktionen: Zum einen zur Annahme des Glaubens oder zum anderen zur konsequenten Ablehnung des Glaubens, so wie wir es bei Kain und Abel sehen.

2.) Der Glaube ist ohne Zweifel!

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebräer 11,1) Heißt das, wir sollen alles glauben und nichts hinterfragen? Nein, aber wir müssen darauf achten, ob das, was wir glauben, vertrauenswürdig ist oder nicht! Wenn ich z.B. auf meine Uhr schaue, und die Uhrzeit stimmt mit allen anderen Uhren überein, dann kann ich mich doch darauf verlassen. Oder ich vertraue der Funkuhr – die muss ja richtig gehen, oder? Das alles kann zur Orientierung helfen. Aber eigentlich ist es nicht 100%ig vertrauenswürdig. Erst, wenn die Uhrzeit zu Sonnenauf- und -untergang passt, weiß ich, dass sie stimmt. Letztendlich machen wir unser Vertrauen dann an Naturgesetzen fest, nämlich an der Schöpfung. Z.B. beim Schaltjahr. Alle 4 Jahre müssen wir unsere Zeitrechnung der Schöpfung anpassen. Die Vertrauenswürdigkeit bzw. Zweifellosigkeit muss immer auf den Schöpfer zurückgehen. Wie ist das mit den ganzen Medien? Vertrauen wir auf das, was wir sehen oder lesen oder hören? Oder achten wir darauf, ob die Quelle auch wirklich vertrauenswürdig ist? Das ist auch der Grund, warum unser Glaube an Menschen immer enttäuscht werden kann – aber bei Jesus Christus ist das ganz anders. Er ist absolut vertrauenswürdig! Gerade der Hebräer-Brief fordert uns dazu auf und macht uns Mut, in allen Situationen unseres Lebens auf Gott zu vertrauen. Und das auch, wenn es um die Zukunft geht – zweifellos! Hebr 12,1-3 Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so laßt uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und laßt uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert! Aber es geht nicht nur um die Zukunft, sondern genauso um die Gegenwart. Wie oft zweifeln wir gerade in der Gegenwart. Z.B. bei einer Klassenarbeit oder bei einem schlecht gelaufenen Vorstellungsgespräch. „Unser Glaube ist die Hoffnung und ein Nicht-Zweifeln an dem, was man nicht sieht!“ Ich denke da an Mose, als seine Mutter ihm der Tochter des Pharao übergab, weil er seine Erziehung am Königshof erhalten sollte. Was denkt ihr, haben sich seine Eltern da keine Sorgen gemacht? „Welche Erziehung wird er nun bekommen?“ „Wird er sich nun den Göttern Ägyptens zuwenden?“ Aber Gott belohnt ihren Glauben und selbst als Mose vor dem Pharao von Ägypten steht, vertraut er lieber auf den allmächtigen, unsichtbaren Gott als auf einen sichtbaren Menschen! Hebr 11,27 Durch Glauben verließ er Ägypten, ohne die Wut des Königs zu fürchten; denn er hielt sich an den Unsichtbaren, als sähe er ihn. Deshalb: Zweifle nicht an der Gegenwart Gottes – auch wenn du ihn nicht siehst!

3.) Wer glaubt, verzweifelt nicht!

„Der Glaube ist ein Nicht-Zweifeln an dem, was man nicht sieht!“ Aber es ist auch ein Nicht-Ver-Zweifeln an dem, was man sieht! Wenn du dich umschaust und mit offenen Augen durch die Welt gehst – soll man da etwa nicht verzweifeln? Vielleicht bei der Familie oder Verwandtschaft zuhause oder bei Freunden. Oder vielleicht auch bei mir selbst, dass ich schon wieder versagt habe! Das kann doch echt zum Verzweifeln sein! Und trotzdem hat Gott dir gerade auch diese Menschen zur Seite gestellt. Auch da ist ein großer Glaube gefragt – dass Gott mit augenscheinlich unbrauchbaren Menschen etwas Großes machen kann! Denke z.B. an die Familie von Jesus Christus, von der wir im Matthäus-Evangelium lesen. Mt 12,46-50 Während er aber noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden! Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Seht da, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter! Haben sie ihn unterstützt, sind sie ihm zur Seite gestanden, als er angegriffen wurde? Wenn wir das lesen, dann könnten wir auch verzweifeln. Aber Gott gebrauchte gerade diese Familie dazu, dass sein einziger Sohn dort als Mensch heranwachsen konnte. Bei Gott gibt es keine unlösbaren Fälle. Bei Gott gibt es keine Menschen, die ihn zum Verzweifeln bringen. Deshalb verzweifle nicht, sondern vertraue auf den, der auch nicht verzweifelt an dir! Er möchte auch da unseren Glauben belohnen. Ein gesegnetes und glaubensvolles Jahr 2016!