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Januar 2017 –
Die ganz andere Offenbarung

von Hans-Martin Ritz

Das Jahr 2017 liegt vor uns und wir wissen nicht, was es bringt und was auf uns zukommt. Da ist es gut, eine Offenbarung aus der Bibel zu haben, die uns durch das Jahr begleitet. Wenn ich den Begriff  „Offenbarung“ höre, dann denke ich zuerst an die Zukunft. Was die Bibel in der Offenbarung über die Zukunft sagt.
Was wird geschehen? Wo sind Ereignisse in der Bibel vorhergesagt worden, die jetzt in Erfüllung gegangen sind?

Ich möchte uns heute aber eine ganz andere Offenbarung vor Augen stellen – nämlich aus

Psalm 42,6: Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf Gott!- denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott. (Rev. ELB)

Hier sehen wir als erstes:

1. Die Offenbarung des Herzens

Der Schreiber lässt sein Innerstes zu Wort kommen. Seine Fragezeichen, seine Unruhe, sein Verzagtsein, ja, seine Zweifel. Da gehört schon viel dazu – zuerst einmal ehrlich zu sich selbst zu sein! Den frommen Deckmantel abzulegen und sich selbst einzugestehen: „Ich habe ein Problem!“ Ich glaube, der Schreiber hier hat eine sehr gute Selbsteinschätzung. In einer solchen Situation sagt man sehr schnell: „Ich kann ja eh nix“. Oder die andere Seite sagt: „Du darfst keine Zweifel haben, das kann nicht sein!“
Deshalb ist eine richtige Selbsteinschätzung notwendig, um dann die Konsequenzen daraus ziehen zu können. Der Schreiber des Psalms zeigt uns hier auf, was ihn innerlich bewegt.
Er beschreibt hier, wie es ihm gerade geht.

Zwei Dinge nennt er beim Namen. Zum einen das „Betrübt sein in der Seele“ oder eine „traurige Seele“.
Oft wird das nach außen hin sichtbar im Entmutigt sein, traurig „zu wirken“. So wie trübe Wolken schwer über einem Menschen hängen können. Man sieht nur das Negative, dreht sich nur um sich selbst. In eine solche Situation kann jeder kommen, egal, was für ein Typ er ist, ob er eher positiv veranlagt ist oder mehr negativ denkt. Da gehst du freudig durchs Leben – und dann auf einmal, plötzlich zieht es dir den Boden unter den Füßen weg – aus heiterem Himmel. Vermeintliche Freunde sind dir keine Hilfe. Glaubensgeschwister reagieren gar nicht auf deinen Hilferuf. Und du stehst da und würdest am liebsten alles „hinschmeißen“ und davon laufen!

Zu dem Betrübt sein kommt oft noch das Zweite hinzu. Wie es der Schreiber beschreibt: „… und bist so unruhig in mir“. Die innerliche Unruhe treibt einen den ganzen Tag und dann kommen noch die schlaflosen Nächte dazu. Man kann nicht mehr abschalten, findet keine Ruhe. Jeder, der das schon einmal erlebt hat, weiß, wovon ich rede…Und es ist oft ganz schwer, da wieder rauszukommen.

Das ist aber kein Phänomen der heutigen Zeit, sondern vor 3000 Jahren gab es das auch schon. So, wie es der Psalmist niedergeschrieben hat. Er drückt das wunderbar aus – in einem Selbstgespräch zu seiner Seele. Und ich glaube, es ist gut, wenn so etwas erkannt und ausgesprochen wird. Einmal vor sich selbst und auch vor Jesus Christus. Manchmal kann es auch gut sein, wenn man es vor einer anderen Person ausspricht, um eine Reflexion zu bekommen.

Aber wir sehen hier nicht nur eine Offenbarung des Herzens, sondern auch zweitens…

2. Die Offenbarung des Glaubens

Weißt du, in Notlagen traurig zu sein und auch zu zweifeln ist okay. Davon sollte sich keiner frei sprechen.
Ein chinesisches Schriftzeichen für Zweifel ist ein Mensch, der mit jedem Fuß in einem Boot steht. Er steht so dazwischen, wie soll er sich entscheiden? Erst wenn der Zweifel sich verhärtet und zum Unglauben wird, dann haben wir ein großes Problem! Das ist der Zweifler, den der Jakobusbrief erwähnt, der hin und her geworfen wird.

Ganz anders in Ps 42,6.
Hier weist der Mensch seine Seele zurecht und stellt seinen Zweifeln den Glauben gegenüber. Da sagt nicht ein anderer: „Jetzt hab` dich nicht so. Hör auf zu zweifeln und glaube endlich!“ Hier sagt der Glaube in dem Kind Gottes: „Meine Seele, du hast keinen Grund zu verzagen, keinen Grund zu zweifeln. Sondern: Harre auf Gott, vertraue auf Gott. Sei wartend, ausdauernd. Erinnere dich an den lebendigen Gott!“
Gerade in solchen betrübten und unruhigen Zeiten ist unser Blick vernebelt für das, was Gott schon für uns getan hat in unserem Leben. Schnell haben wir die großen Taten Gottes vergessen, geschweige denn denken wir an seine Verheißungen!

Deshalb harre aus!

Es ist doch lächerlich, dass der Herr dich jetzt fallen lässt, dass er dich vergessen hat, dass er dich verlassen will! Da spricht alles dagegen, was in der Bibel steht und auch, was du mit dem Herrn schon erlebt hast! Deshalb geht dieser Vers weiter: „Ich werde dir noch danken. Dieser niedergeschlagene Mann, er weiß auf einmal: Wenn der Blick weg von mir hin zu Gott geht, dann wird am Ende der Dank stehen!

Wir sehen hier, wie sich die ganze Perspektive ändert, als der Schreiber auf den Herrn schaut! Liebe Leute. wir haben es mit dem lebendigen Gott zu tun! Wenn wir das kapiert haben, werden wir auch bald zum Danken kommen. Hier wird das Wort wahr: „Danken schützt vor Wanken und Loben zieht nach oben!“

Der dritte Teil des Verses begründet den zukünftigen Dank Gottes!

3. Die Offenbarung Gottes

Der zukünftige Dank wird zum Lob Gottes. Hier sehen wir auf einmal das feste Vertrauen auf den lebendigen Gott.

Dieser letzte Teil des Verses ist der Hammer! Woher kommt die Hilfe, ja, sogar die Rettung? Von dem Angesicht Gottes. Nicht nur Hilfe, sondern die Rettung! Wir müssen uns das vorstellen: Der allmächtige Gott, der alles weiß, der alles kann, der das für Menschen unendliche Weltall geschaffen hat, der aber auch das kleinste Insekt gemacht hat – der kümmert sich um dich!

Wenn du jemanden kennst, der wirklich einflussreich ist und du seine Hilfe brauchst. Dann schickst du dieser Person eine E-Mail, SMS oder Whats App – und er reagiert darauf und sagt, dass er sich darum kümmert. Daraufhin wird er wahrscheinlich seine Mitarbeiter anweisen: „Kümmer` dich mal um die Sache meines Freundes, damit ihm geholfen wird!“ Ich glaube, dann bist du überglücklich über die Hilfe.

Aber bei Gott geht es noch einen Schritt weiter. Er ist nicht nur ein einflussreicher Mensch, der aber doch nur begrenzte Möglichkeiten hat. Er ist der einzige Gott, der über allem steht!
Ihm ist nichts unmöglich!
Und jetzt steht hier: „Von seinem Angesicht kommt meine Rettung“!
Ich denke zuerst an Jesus Christus, weil es die Initiative des Vaters war, seinen Sohn auf diese Erde zu senden.

Jeschuah = Rettung

Aber der Schreiber redet von seiner ganz persönlichen Rettung aus der Notlage in der er sich gerade befindet. Wir lesen hier nichts davon, dass der Herr mit seinem Fuß oder mit seiner Hand hilft. Sondern von seinem Angesicht kommt die Rettung – das ist für mich total ergreifend!

In Vers 12 wird das noch einmal wiederholt, aber etwas anders formuliert.
Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf Gott!- denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott. (ELB)

In Vers 6 kommt die Rettung von Gottes Angesicht, in Vers 12 ist es die Rettung meines Angesichts. Meine Rettung voll und ganz, die Wiederherstellung meiner Person in jeglicher Weise!

Dieser Vers in Psalm 42 hat mich ergriffen, weil er so direkt in unser Leben hinein spricht.
Von der Tiefe – hin zu Gottes Eingreifen und seiner Rettung!