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Juli 2017 –
Zutritt verboten

von Tim Schöler

Sicher kennt jeder von uns die häufig in Gelb gehaltenen Schilder auf denen dann mit dicker schwarzer Schrift Sätze stehen wie:

  • Zutritt nur für autorisiertes Personal
  • Zutritt verboten – Eltern haften für ihre Kinder
  • Unbefugten ist der Zutritt verboten

Vor solchen Schildern haben wir bestimmt alle schon mal gestanden.

Aus ganz unterschiedlichen Gründen wird uns zu manchen Bereichen der Zutritt untersagt. Sei es aus Sicherheitsgründen für uns, weil es sich um einen Gefahrenbereich handelt. Oder weil es einfach störend und hinderlich ist, wenn in bestimmten Arbeitsbereichen Zuschauer herumlaufen würden.

In einigen Bereichen ist es für mein Leben ziemlich unbedeutend, ob ich dazu Zugang habe oder nicht. Aber wenn wir zum Beispiel ans Bildungs- oder Gesundheitswesen denken ist es doch sehr entscheidend, ob ich freien Zugang dazu habe oder nicht.

Noch viel wichtiger ist die Frage: wie sieht es bei Gott, unserem Schöpfer aus?

Habe ich dort freien Zugang oder bleibt mir der Zutritt verwehrt? Über diese Frage möchten wir heute nachdenken und uns fragen:

Zutritt erlaubt?

Text: Hebr. 10,19-25

Im Hebräerbrief nimmt uns der Schreiber mit in den Opferdienst des jüdischen Volkes zur Zeit des Tempels und kommt zu dem Urteil:

1. Zutritt versperrt

Dieser Opferdienst wurde, genau wie das ganze Gesetz, von Gott selber als eine Vorbereitung auf Jesus Christus gegeben.

Das Problem war, das einige es nicht verstanden haben, dass die Opfer und auch de Stiftshütte eben nur Bilder auf Jesus Christus und nicht das Eigentliche sind. In ihrem Denken haben die Opfer selbst und das Halten des Gesetzes sie rein gemacht.

Sie haben sich auf ihre Werke und Rituale verlassen und gemeint, dadurch könnten sie sich den Weg zu Gott bahnen.

Genau wie auch heute viele Menschen denken, sie können vor Gott bestehen, weil sie ja eigentlich gar nicht so schlecht sind; denn sie tun regelmäßig Gutes oder nehmen an spirituellen Ritualen teil.

Doch die Bibel zeigt deutlich, dass durch eigene Kraft und Anstrengung der Weg zu Gott versperrt bleibt! Die Schuld vor Gott ist zu groß, als dass wir diesen Berg abarbeiten könnten.

Der Verfasser des Hebräerbriefes greift das auf und erklärt den Ablauf des Opferdienstes und möchte aufzuzeigen, warum das, was Jesus bringt, besser ist.

Dieser Brief ist ja quasi wie eine Erklärung oder Auslegung zum 3. Buch Mose und kommt zu dem Schluss:

Hebr. 9,8 „Damit zeigt der Heilige Geist deutlich, daß der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbar gemacht ist, solange das vordere Zelt Bestand hat.“

Der Weg ist nicht frei!

Aufgrund der Sünde des Menschen bleibt der Zutritt zu Gott untersagt.

Da kommen wir zu dem großen Unterschied zwischen Evangelium und Religion! Bei der Religion versucht der Mensch sich selbst seinen Weg zu Gott zu bahnen. Im Evangelium gilt: Jesus hat den Weg für uns frei gemacht!

Deshalb ist für uns jetzt der:

2. Zutritt ermöglicht

Hebr. 10,19-21 „Da wir nun, ihr Brüder, kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns eingeweiht hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt, durch sein Fleisch, und da wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben…“

Durch das Blut Jesu haben wir jetzt Zugang zu unseren himmlischen Vater erhalten. Der Text im Hebräerbrief gibt uns auch Auskunft darüber, in welcher Haltung wir jetzt vor Gott treten können.

Wir müssen Gott nicht furchtsam oder ungewiss entgegen treten. Wir brauchen keine Angst zu haben, ob er mich auch wirklich annimmt?

Vielleicht klagt dich dein Gewissen an und will dich an dein Versagen von letzter Woche oder von gestern Abend erinnern?

Durch die Vergebung die uns Jesus schenkt, brauchen wir nicht mit dem Zweifel vor Gott treten, sondern wir dürfen das mit Freimütigkeit tun!

Freimütigkeit meint eine furchtlose Zuversicht, Courage und frohen Mut. Es bezieht sich besonders auf ein sicheres und unerschrockenes Auftreten und Reden im Hinblick auf eine höhergestellte Person.

Wichtig: Gott steht nicht mit uns auf einer Stufe!

Wir treten vor jemanden, der erhabener, gerechter und heiliger ist als wir. Er ist Schöpfer und wir sind die Geschöpfe! Daran wird sich nie etwas ändern! Durch das, was Jesus getan hat, ist Gott nicht mein Kumpel geworden, sondern mein Vater. Ich stehe mit ihm in einer Beziehung, die von Liebe aber auch von Ehrfurcht geprägt ist!

Der Grund dafür, dass ich mit Freimütigkeit zu Gott kommen kann, ist nicht in mir selbst zu finden, sondern allein in Jesus Christus! Durch die Kraft des Blutes und der seines Lebens hat er den Weg freigemacht!

Joh. 14,6 „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“

Deshalb ist der Zutritt zu Gott nicht mehr länger versperrt, sondern erlaubt und ermöglicht!

Ja mehr noch:

3. Zutritt gewünscht

Hebr. 10,22 „…so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewißheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.“

Die Art und Weise, wie man begrüßt und empfangen wird, kann ganz unterschiedlich sein und hängt häufig von der Art und Weise der Beziehung ab.

Zwischen „Zutritt verboten“ und „bitte komm doch herein!“, liegen Welten.

Immer wieder lädt uns Gott durch sein Wort, die Bibel, dazu ein, die neue Freiheit auch zu Nutzen!

Was nützen dir die besten Eintrittskarten oder der Zutritt zum VIP-Bereich wenn du vor der Tür stehen bleibst?

Der Vater hat alles getan um den Weg frei zu machen. Der Schöpfer hat den Wunsch zur Gemeinschaft mit seinen Geschöpfen. Und die Aufforderung gilt dir und mir: „lasst uns hinzutreten“.

Das dürfen wir tun mit wahrhaftigen Herzen.

Das Gegenteil von wahrhaftig sein ist etwas vorzutäuschen oder unecht zu sein! Wenn wir vor Gott treten brauchen wir nichts vorzutäuschen oder vorzuspielen. Wie könnten wir auch, wo er uns doch durch und durch kennt! Und trotzdem nimmt er uns an!

Wir dürfen hinzutreten ohne böses Gewissen. Nicht, weil wir alles perfekt machen, sondern weil die Schuld schon bezahlt ist.

In der Heiligung in Christus sind wir geheiligt und abgesondert für Gott.

Diese neue Stellung, soll sich jetzt auch in unserem Verhalten bemerkbar machen.

AMEN