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Mai 2016 –
Hiskia – (Un)heilbar krank

von Johannes Vogel

5-unheilbar
Lesevorschlag 2. Könige 16,20 – 20,21, 2.Chr.28,27– 32,33, Jes.36,1 – 39,8
Es gibt ja Krankheiten ohne Ende – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Krebs, Aids, Demenz und ALS. Als die Geißeln des 21. Jahrhunderts könnten wir diese Krankheiten bezeichnen. Krankheitsdiagnosen hängen wie Damoklesschwerter über der Menschheit und eventuell auch über Dir und mir?

1. Errettet

Wunderbar hat Gott den König Hiskia und das Volk in Juda vor den Assyrern und seinem kriegerischen König Sanherib gerettet. Der Gott Israels hat für das ganze Volk Juda und für Jerusalem, und somit auch für den König Hiskia, eine große Schlacht gewonnen und die Feinde, die noch übrig waren, in die Flucht geschlagen. Du und ich haben doch auch diese Erfahrung gemacht. Zum Beispiel am Anfang unseres Glaubenslebens. Wir haben „JA“ gesagt zu einem Leben mit Jesus. Der Herr hat uns errettet und befreit von der Macht der Sünde. ER hat uns auf des Kreuzes Boden gestellt und dort den Sieg über den Teufel errungen. Hallelujah! Ab diesem Tag geht es nur noch von Sieg zu Sieg im Leben eines Christen, oder? Schön wär’s! Wir erleben doch als Christen auch immer wieder einmal Niederlagen in unserem Glaubensleben. In unserem normalen Leben läuft es auch nicht immer so rund, sondern eher teilweise desaströs. Es könnte ja auch sein, dass das nur bei mir so ist und bei Euch ganz anders, oder etwa doch nicht? Bei Hiskia war es auf jeden Fall so. Vom Sieg zur vermeintlichen Niederlage. Plötzlich wird Hiskia todkrank. Alles war bis jetzt bei ihm super gelaufen. Nach dem was wir lesen war er einer der echt mit dem Herrn ging und ganze Sache mit Gott machte. (2.Kö.20,3) Eigentlich, so denken wir doch oft sehr menschlich, wollen wir nach der Errettung nur noch IHM das ganze Leben volle Pulle dienen! „Bis zum Sterben Seelen für das Lamm nur werben“ Das war der Wahlspruch von Ernst Modersohn und vielen anderen Dienern Gottes, unter anderem auch von meinem Vater Friedrich Vogel. Und jetzt auf einmal diese Diagnose bei Hiskia. Ist das nicht ungerecht? Das ist so rein menschlich gedacht. Ja, errettet und trotzdem krank!

2. Erkrankt

Hiskia hatte ein gefährliches Geschwür und kein Arzt konnte ihm helfen. Menschlich gesehen war nichts mehr drin. Schmerzgeplagt quält ihn die Frage, ob er jemals wieder gesund wird. Ja, Krankheiten machen eben auch vor Christen und ebenso Dienern Gottes und Missionaren nicht halt! Da schickt Gott den Propheten Jesaja zu Hiskia und lässt ihm sagen: „Du wirst bald sterben, Hiskia.“ (2.Kö.20,1) Da möchte ich jetzt nicht in der Haut von Hiskia und auch nicht in der von Jesaja stecken. So eine Botschaft dem König zu überbringen ist nicht einfach! Wie gehen wir mit solchen Nachrichten oder Diagnosen um? Verfallen wir in eine Schockstarre oder sogar in Depressionen? Als Hiskia das hört, dreht er sich zur Wand (Vers 2).Würde der Vers hier enden, wüssten wir das ist genau das gerade erwähnte Verhalten. Aber Hiskia dreht sich um und betet: „Ach Herr, du weißt doch, dass ich dich lieb habe und deinen Willen getan habe.“ (2.Kö.20,2) Er fängt laut an zu weinen (Vers 3). Männer und Weinen sind das nicht zwei Komponenten die nicht zusammenpassen? Nein, es ist gut das Hiskia seinen Gefühlen freien Lauf lässt. Deswegen steht es auch in der Bibel. Jeder Satz in Gottes Wort ist wichtig. Sogar Jesus Christus weinte in und über Jerusalem. Das war gar nicht so weit weg von dem Platz wo Hiskia jetzt war. Lk.19,41 Und auch über die Nachricht das sein Freund Lazarus aus Bethanien gestorben war, weinte er. Joh.11,35 Übrigens das ist einer der kürzesten Sätze in der ganzen Bibel. „Jesus weinte“. Gerne möchte Hiskia noch weiterleben und für das Volk sorgen. Das ist eine ganz menschliche und auch eine legitime Reaktion. Wir müssen nicht alle so gestrickt sein und mit solch heftigen Situationen so umgehen wie das einige Glaubensvorbilder und Helden können, die sofort ausrufen: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat‘s genommen, gepriesen sei der Name des Herrn.“ Gut für die, die in den dunklen Stunden ihres Lebens so reagieren können. Wir lesen bei Hiob nichts von Tränen, aber ich denke er hat geheult was das Zeug hält. Wir sind ja auch nur Menschen und keine Evangeliumsmaschinen! Gott sieht das Herz des Hiskia und auch dein und mein Herz in Krankheit, Depression und schwierigen Situationen. Vertrauen wir darauf dass Gott es nach seinem Willen richtig macht? In dem Fall von Hiskia schickt Gott Jesaja noch einmal zurück zu Hiskia und erweitert seine Lebensperspektive.

3. Erweitert/Erlebt

Diesmal hat Jesaja eine gute Nachricht für Hiskia: „Gott hat dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Du darfst noch 15 Jahre leben.“2.Kö.20,5+6 König Hiskia glaubt der Zusage, aber wieder so rein menschlich. „Bitte gib mir noch eine Bestätigung“, sagt Hiskia. Gott weiß um unseren menschlichen Kleinglauben gerade wenn es um Krankheiten geht und schenkt das Sonnenuhrwunder (Verse 8- 11, bitte nachlesen). Also zu dem Wunder der Heilung von der Krankheit noch ein Wunder, das echt der Hammer ist, oben drauf. Das musst du erst einmal erleben. Gott lässt Hiskia wieder ganz gesunden. Heute würde man sagen ein „Add on“ oder eine „Extension“, einfach eine Lebenserweiterung. „Du darfst leben“ – „weiterleben“, was für eine Erfahrung und herrliche Botschaft. Hiskia bekommt eine Erweiterung seines Lebens sogar mit genauer Zielvorgabe. 15 Jahre! Was haben wir für einen guten und gnädigen Gott. ER weiß was jeder einzelne braucht und auch die Dauer! Kein Kummer, keine Not ist IHM zu groß oder zu schwer. ER kann helfen, ER hat die Macht dazu. Tut ER es noch immer so wie bei Hiskia? Vielleicht nicht mehr genau so, wie wir es uns wünschen, aber immer so, wie es für uns gut ist. Warum eigentlich nur 15 Jahre? Weil Gott es so wollte. Ist das nicht genug? In so einer ausweglosen Situation ist man doch dankbar für jeden neuen Tag, oder? Dankbar für weitere 15 Jahre. Das sind 5479 Tage die man sinnvoll nutzen kann! 5.479 Tage sind 131.496 Stunden, sind 7.889.760 Minuten, sind 473.385.600 Sekunden. Alles zusätzlich geschenkt, das ist doch eine ganze Masse! Zeit ist mehrwert als alles Geld der Welt! Wieviele Menschen setzen ihre Gesundheit daran viel Geld zu verdienen und müssen dann ihr ganzes Geld daransetzen wieder gesund zu werden. Wir sollten immer daran denken das verlorene Zeit lebensmüde macht, aber geschenkte Zeit macht lebenssatt! (Pred 5,18+19) Jeden Tag zu Gottes Ehre leben und persönlich im Glauben wachsen und den geistlichen Horizont erweitern, das sollte doch unser Lebensziel sein. Aber auch erleben wie durch unser Zeugnis Menschen mit dem Evangelium bekannt gemacht werden. ER, der Herr, hilft bei Hiskia und auch bei Dir und mir. Er rettet auf wunderbare Weise. Auch wenn wir durch Durststrecken und Erkrankungen gehen, dürfen wir doch wissen: ER ist da und lässt uns Dinge erleben die unser geistliches oder auch normales Leben erweitern! Woher wird meine Hilfe kommen? „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Ps.121,1+2 Genau das durfte Hiskia erfahren. Und wir dürfen das heute auch noch erleben! Seine Hilfe kommt spätestens rechtzeitig.