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Mai 2017 –
Der „Dreipunkteplan“ für Jünger

von Volker Koch

Das Kapitel 15 des Johannesevangeliums ist das Kapitel, in dem Jesus vom Weinstock und den Reben spricht.

Im Alten Testament erfahren wir, dass Israel Weinstock genannt wird (vgl. Ps 80,9 f.).

Der Herr Jesus nimmt in dem Vergleich in Johannes 15, 1f. anstelle von Israel die Rolle des wahren Weinstocks ein und seine Jünger bezeichnet er als Reben.

Wir erfahren außerdem, dass Jesu Opfer auf Golgatha, sein für die Sünde der Welt vergossenes Blut, der Beweis der größten denkbaren Liebe ist. Gott hat das Heil für alle Menschen möglich gemacht.

Jetzt geht es darum: Tut der Mensch Buße für seine Sünden und wird auf der Basis des Blutes Jesu gerettet? Oder will der Mensch das nicht und geht für immer verloren?

Diese Botschaft soll allen Menschen gebracht werden. Darauf werden die Jünger vorbereitet. Z.B. mit der Frage, was kommen wird, wenn Jesus weg sein wird. Das gipfelt dann in

Joh. 20,21 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Johannes 15 ist in drei Teile geteilt und enthält drei Hinweise für das Glaubensleben.

1. Das richtige Verhältnis zu Jesus

Joh. 15,5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Joh. 15,9 Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe!

Die Bibel lehrt uns die Unverlierbarkeit des Heils absolut eindeutig.

Also geht es hier nicht um die Erlangung oder das Verlieren des ewigen Heils, sondern um das Leben des geretteten Menschen in der Stellung als Gotteskind.

Der Herr Jesus spricht hier bereits über die Heilszeit der Gemeinde und daher dürfen wir heute bereits anwenden, was damals erst angekündigt wurde. Paulus lehrt uns im ersten Kapitel des Epheserbriefes, dass der gerettete Mensch der neuen Heilszeit in IHM ist. Diese neue Stellung in Jesus zu sein, das bedeutet heilig und tadellos in Liebe vor Gott zu sein.

Israel konnte unter dem Gesetz keine Frucht für Gott bringen, aber in Jesus ist das Gesetz erfüllt worden. Ein Fruchtbringen ist demnach nur in IHM möglich.

Der wiedergeborene Mensch, dem der Heilige Geist innewohnt, ist fähig die Frucht des Geistes zu leben!

Was ist also das richtige Verhältnis zu Jesus? Ihm freiwillig angehören wollen! Das bedeutet in seiner Liebe zu bleiben.

So lesen wir es in

Gal. 5,24 Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.
Gal. 5,25 Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.

2. Das richtige Verhältnis zueinander

Joh 15,12 Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe.
Joh 15,13 Größere Liebe hat niemand als die, daß einer sein Leben läßt für seine Freunde.
Joh 15,15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich euch alles verkündet habe, was ich von meinem Vater gehört habe.

Der Herr Jesus nennt die Jünger jetzt Freunde, weil er ihnen gesagt hat, was der Vater ihm gesagt hat – und für diese Freunde wird er sein Leben lassen! Das wiederum ist der Maßstab für die Liebe, die diese Menschen ab jetzt untereinander haben sollen.

Wie, außer durch die Kraft des vergossenen Blutes von Golgatha könnte das je möglich sein?

Das ist nur in IHM möglich!

Eine aktive Abhängigkeit von unserem Erlöser führt zu einem Leben im Geist. Das bedeutet Wachstum und freiwilligen Gehorsam; so können wir Frucht bringen! Je mehr vermeintliche Freiheit der Mensch aufgibt und sich stattdessen von Christus bestimmen lässt, desto mehr Freiheit in Christo wird er erleben! Es werden sich Prioritäten verändern, z.B. werden Dinge, die vorher wichtig waren, dann nutzlos erscheinen. Jesus nennt das Freundschaft.

Die Freiheit in Christo und die Freundschaft mit ihm hängt also mit dem Leben in IHM und dem Gehorsam seinem Wort gegenüber zusammen. Hier gibt es keine Willkür und kein Herrschertum, nein, es gibt Bereitwilligkeit, Freundschaft und Liebe.

Wir dürfen seine Freunde sein, von ihm lernen und uns so immer mehr in sein Bild verwandeln lassen, d.h. seinem Charakter ähnlicher werden.

Wir sollen das mit der Bereitschaft zur Liebe gegenüber jedermann angehen – die Fähigkeit dazu schenkt er uns; denn das ist ein Resultat aus der Verbindung mit dem Weinstock!

Paulus schreibt das so:

1.Thes 3,12 Euch aber lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander und zu allen, (…)

„Euch aber LASSE“. Das passiert mit/ in uns, das machen wir nicht. Das ist Gnade statt Gesetz!

Das ist das richtige Verhältnis zueinander: „… daß ihr einander liebt.“

3. Das richtige Verhältnis zur Welt

Joh. 15,19 Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum haßt euch die Welt.
Joh. 15,20 Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf mein Wort [argwöhnisch] achtgehabt, so werden sie auch auf das eure [argwöhnisch] achthaben.

Jetzt beginnt die Vorbereitung der Jünger auf die Zeit, die auf sie zukommen sollte.

Der erlöste Mensch ist nicht mehr von der Welt, er ist eine neue Kreatur.

Der Konflikt entzündet sich an der Treue zu Gottes unfehlbarem und irrtumslosen Wort!

Warum? Die Welt haßt die Wahrheit und blickt argwöhnisch auf das Wort der Wahrheit und somit auf die, die es verkünde, sowie auf die, die danach leben. Das „Fruchtbringen“ und das „Einander lieben“, die wir in Punkt 1 und 2 betrachtet haben, führen dazu, dass der erlöste Mensch im krassen Kontrast zur Welt um ihn herum zu sehen ist. Wie ein weißer Punkt auf einer schwarzen Fläche.

In diesem sichtbaren Kontrast liegt der Grund für den Hass der Welt.

Gleichzeitig liegt hier die Gelegenheit, die Hässlichkeit der sündigen menschlichen Natur zu erkennen. Unser Heiland läßt seine Freunde und Zeugen nicht allein in dieser Anfeindung!

Joh. 15,26 Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir Zeugnis geben;
Joh. 15,27 und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.

In dieser Zeit befinden auch wir uns; gestärkt durch den Beistand können wir Zeugen sein. Die Kraft Zeuge zu sein, muss ebenso wenig von uns aufgebracht werden, wie die Kraft Frucht zu bringen. Beides wirkt der Heilige Geist in uns!

Wir können uns freuen, denn:

der vollkommen gereinigte Mensch wird zum Freund Jesu. Indem er in IHM ist, ist er im Stande Frucht zu bringen. Der Freund Jesu ist dauerhaft mit dem Weinstock verbunden, weil er eine unauflösliche Symbiose eingegangen ist. In der Neuschöpfung sind Weinstock und Rebe eins geworden.

Wir als Reben, diese neue Schöpfung, sind fähig zu der Liebe, mit der Jesus geliebt hat! Wir wachsen hinein in den Willen Gottes, weil unser Leben den Lebenssaft aus dem Weinstock, Jesus, in seinen Adern hat.

Hier sind Gehorsam und Vertrauen die Voraussetzungen für den Wachstum und der Fruchtbarkeit. Kein Hervorbringen aus eigener Kraft ist möglich!

Diesem Freund und Zeugen Jesu, dem Zeugen des Wortes Gottes steht der Teufel und die Welt als Feind gegenüber, wie damals dem HERRN selbst als er auf der Erde war. ABER auch hier wird er seinen Beistand senden.

Das soll uns fest im Glauben machen, denn Jesus wusste, was auf seine Jünger zukommt. Er hat sie mit Seinem Geist und Seinem Wort ausgerüstet und nicht allein gelassen.

Amen