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Oktober 2016 –
Hiskia – die große Chance

2016-10 Zeit die große Chancevon Johannes Vogel

2.Kö. 20, 12 – 21

Vorschlag zum Lesen:
2. Könige 16,20 – 20,21; 2.Chr.28,27– 32,33; Jes.36,1 – 39,8

„Die große Chance“ – für die einen bedeutet das einmal bei Günther Jauch auf dem Millionen-Quiz-Stuhl zu sitzen. Für andere ist manches nur noch die allerletzte Chance, die ihnen noch bleibt nach dem Motto – „Hilfe, holt mich hier raus aus dem Dschungelcamp!“. Ein Spruch, den ich gelesen habe, drückt es so aus: „Wir haben zwar keine Chance, aber die nutzen wir konsequent.“

Hiskia, der König von Juda (des Südreiches von Israels) hatte schon viele Chancen in seinem Leben gehabt. Hiskia lebte von 752 v. Chr. bis 697 v. Chr. Er war ein Mann Gottes wie er im Buche steht.
Hiskia ging durch Höhen aber auch durch Tiefen – Siege und Niederlagen zeichneten sein Leben aus.

Also nicht anders als bei dir und mir auch. Und damals, fast am Sterbebett angekommen, gibt Gott der HErr dem König Hiskia noch einmal eine ganz besonders große Chance um ihm zu zeigen, wem er alles zu verdanken hat. Bei Hiskia kann man sagen, dass er ein reich beschenkter Mann Gottes war!

1. Beschenkt

Gott gab Hiskia „die“ große Chance des Lebens – sehr wörtlich gemeint im Angesicht des Todes. Gott gab ihm noch einmal 15 Jahre zu seinem Leben dazu. Diese Chance ist mehr wert als alles Geld und alle Macht der Welt. (2.Kön. 20,6)

Gott beschenkt Hiskia mit Zeit! Zeit ist die Währung, die jeder Währungsreform trotzt. Obwohl sie die wohl teuerste Währung ist und zwar zu jederzeit! Jeder von uns hat Zeit von Gott bekommen – wir sind beschenkt worden- der eine mehr, der andere weniger.

Hiskia wird also wieder gesund und darf noch weitere 15 Jahre leben. Das sind 5475 Tage oder auch anders ausgedrückt 131.400 Stunden, die ihm neu zur Verfügung stehen!

Was tut Hiskia nun mit dieser von Gott geschenkten Zeit?
Was würden du und ich tun? Die jungen Leute sagen heute: Leb nach dem Yolo – Prinzip (You only live once = du lebst nur einmal)

Darüber hab` ich mir Gedanken gemacht.
In meinem Umfeld ist etwas Ähnliches vor vielen Jahren passiert. Jemand erkrankte an Krebs. Nach einer gewissen Zeit und mehreren Behandlungen war diese Person wieder gesund. Nach einigen Jahren kam plötzlich eine weitere heftige Diagnose von heute auf morgen. Aber auch hier konnte nach rein medizinischem Ermessen nach einiger Zeit wieder Entwarnung gegeben werden, da eine Heilung vom Medizinischen her eingetreten ist. Ich habe gedacht: Was wird diese Person nun tun, wo ihr das irdische Leben zweimal von Gott neu geschenkt wurde? Wird sie ihr Leben nun ganz neu dem HErrn zur Verfügung stellen – nach dem Motto „Alles für den HErrn“ oder bleibt alles beim Alten und der Alltagstrott ist schon wieder vorprogrammiert!?

Was würdest du und was würde ich tun?
Würden wir mit dem Liederdichter einstimmen „I surrender all…“– „Alles will ich Jesus weihen…“
Oder würden wir das Lied von Hedwig von Redern mit ganzer Herzensüberzeugung singen – „Hier hast du meine beiden Hände…“? Gottes Wort sagt uns in den Psalmen „In deiner Hand steht meine Zeit“ (Ps. 31,16)
Und was macht Hiskia? In Jesaja 38,20 können wir seine Antwort lesen: „HERR! Dafür, daß du mich gerettet hast, wollen wir alle Tage unseres Lebens unser Saitenspiel erklingen lassen im Haus des HERRN!“

So sagt es Hiskia – aber was macht er tatsächlich? Es ist wie bei uns auch, wie schnell sagen wir etwas oder geben Gott sogar ein Versprechen, aber wenn es dann drauf ankommt kneifen wir oder halten uns nicht mehr daran. Ist Hiskia anders? Schauen wir uns seine Lebensgeschichte weiter an.

2. Bewundert („beBABELt“)

Er, Hiskia empfängt hohen Staatsbesuch. Die Gäste sind die Gesandtschaft des Königs von Babel, der damaligen Weltmacht. (2.Kön. 20,12)
Stolz zeigt Hiskia diesen Männern seinen ganzen Reichtum: die Schatzkammer, das Vorratshaus des Tempels, das Silber und Gold, kostbare Öle und Gewürze. (2.Kön. 20,13)

Es gibt nichts Bedeutendes, was diese Männerdelegation nicht zu sehen bekommt.
Wir könnten es heute vergleichen mit einem Klassentreffen nach 25 Jahren. Da muss man erst mal zeigen was man erreicht hat und wer/ was ich bin – stimmt´s?

Bestimmt haben die Gesandten des babylonischen Königs gestaunt und König Hiskia bewundert. Aber bemerkenswert ist, dass kein Wort über den fallengelassen wird, dem Hiskia das alles zu verdanken hat.
Der Gott Israels, der Schöpfer des Himmels und der Erde ist nicht erwähnenswert – so kommt es einem vor.

Warum vergisst Hiskia, dass er nicht durch eigenen Verdienst so reich ist, dass er noch am Leben ist, weil Gott ihn gesegnet hat?
Die Antwort finden wir in Vers 13a: „Hiskia schenkte ihnen Gehör…“ Er wurde im wahrsten Sinn des Wortes „be-babelt“ – bewundert von der Welt! Babel ist in der Bibel immer ein Sinnbild für die Welt und das Reich des Teufels. Wir sollten uns nicht „be-babeln“ lassen.
Sein Wort, die Bibel, sollte unsere Richtschnur und Maßstab sein. Auf Gott zu hören bewahrt uns davor, falscher Bewunderung auf den Leim zu gehen. Wenn wir auf das hören, was ER uns sagt, wir uns Seine Worte zu Herzen nehmen, sehen wir die Dinge im rechten Licht. Wir sollten uns sinnbildlich „be-bibeln“ lassen!

Hier noch zwei warnende und ermahnende Worte Gottes dazu an Sein Volk Israel.
Aber auch uns gelten diese Weckrufe:

Ps. 81,9 „Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen; Israel, wenn du mir doch Gehör schenken wolltest!“

Hes. 44,5 „Und der HERR sprach zu mir: Menschensohn, richte dein Herz darauf und schaue mit deinen Augen und höre mit deinen Ohren alles, was ich mit dir reden will in Bezug auf alle Satzungen des Hauses des HERRN und alle seine Gesetze; und richte dein Herz auf den Eingang des Hauses und auf alle Ausgänge des Heiligtums!“

Es kommt der Tag, an dem unsere Taten, alles, was wir gesagt oder getan haben, einmal offenbar werden. Versetzt uns das in Schrecken oder können wir dem gelassen entgegen gehen?

2.Kor. 5,10 „Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.“

In diesem Bibelvers wird klar, dass einmal eine Beurteilung ansteht für dich und mich.
Für Hiskia kam diese Beurteilung auch.

3. Beurteilt

Jes. 39,5 „Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre das Wort des HERRN der Heerscharen.“

Hiskia sollte wieder auf das hören, was Gott ihm zu sagen hatte und sein Herz nicht auf die Babylonier ausrichten. Genau deswegen kommt der Prophet Gottes. Jesaja und muss Hiskia eine traurige Botschaft von Gott überbringen: „Es werden Tage kommen, in denen der ganze Reichtum nach Babel weggebracht wird. Nichts wird übrigbleiben.“ Das ist kein rühmliches Ende des Erweckungskönigs. Hiskia hat stark angefangen, aber stark nachgelassen. Erinnerst du dich noch, was die Bibel über Hiskia am Anfang gesagt hat?
Er liebte Gott und diente IHM (2.Kön. 18,6)

Zum aktuellen Zeitpunkt hatte Hiskia Gott vergessen, seine Zeit nicht für IHN und Seinen Ruhm eingesetzt. Sondern er hatte sich selbst auf die Schulter geklopft. Wie heißt das Sprichwort: Hochmut kommt vor dem Fall! Bemühen wir uns, diesen Fehler nicht auch zu begehen. Heben wir doch nicht so schnell den Finger bei den Sünden und Verfehlungen der anderen. Das kann uns auch sooo schnell passieren, dass wir uns zuerst rühmen anstatt den HErrn!
Eines meiner Kinder hatte kürzlich in einer Arbeit eine sehr gute Note geschrieben und teilte das sofort per Handynachricht der ganzen Familie mit. Der erste Kommentar von ihm selber dazu: „Danke Gott!“ Darüber habe ich mich sehr gefreut – manchmal mache ich das nicht, wenn etwas gelingt.

Kommen wir zurück zu Hiskia und seiner geschenkten Zeit von Gott. Der HErr allein wird beurteilen, wie wir mit unserer Zeit umgegangen sind und auch das, was Hiskia daraus gemacht hat.

Eph. 5,16 „…und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“

Kol. 4,5 „Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb [der Gemeinde] sind, und kauft die Zeit aus!“

Deswegen lasst uns nicht nur gut anfangen wie ein Hiskia.
Lasst uns lieber kontinuierlich und bis zum Ende uns und somit auch unsere Zeit für IHN investieren.

Lasst uns die Chancen nutzen, die Gott uns gibt um ein gutes Zeugnis in dieser Welt für IHN zu sein!

„Lehre uns zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen.“ (Ps. 90,12)