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3 praktische Tipps für Diener | August 2020

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von Henry Becker

Ein Ältester wurde an einem Sonntagmorgen vor dem Gottesdienst von einem seiner Mitarbeiter zurechtgewiesen: „Pastor“, sagte der Mann, „mit Ihrer Predigt und Ihrer Arbeit muss etwas nicht stimmen. In einem ganzen Jahr wurde nur eine Person in die Kirche aufgenommen und diese Person ist nur ein Junge.” Der Pfarrer hörte zu, seine Augen wurden feucht und seine dünne Hand zitterte. „Ich weiß”, antwortete er, „aber Gott weiß, dass ich versucht habe, meine Pflicht zu erfüllen.”

An diesem Tag war das Herz des Pastors schwer, als er vor seiner Gemeinde stand. Als er die Predigt beendet hatte, verspürte er eine starke Neigung, zurück zu treten.

Nachdem alle anderen gegangen waren, kam der Junge zu ihm, der im letzten Jahr zum Glauben gekommen war. „Herr Pastor, glauben Sie, wenn ich hart für eine Ausbildung arbeiten würde, könnte ich Prediger werden – vielleicht Missionar?”

Wieder traten dem Pfarrer Tränen in die Augen. „Das heilt den Schmerz, den ich fühle”, sagte er. „Robert, ich sehe jetzt die göttliche Hand. Möge Gott dich segnen, mein Junge. Ja, ich denke, du wirst Prediger. “

Viele Jahre später kehrte ein alter Missionar aus Afrika nach London zurück. Über seinen Namen wurde nur mit Ehrfurcht gesprochen. Adlige luden ihn in ihre Häuser ein. Viele Menschen sind durch ihn zum Glauben gekommen und er hatte sogar einige der wildesten Häuptlinge Afrikas erreicht. Außerdem übersetzte er die Bibel in eine der afrikanischen eingeborenen Sprachen. Sein Name war Robert Moffat, derselbe Robert, der vor Jahren an diesem Sonntagmorgen in der alten schottischen Kirche mit dem Pastor gesprochen hatte.

Herr, hilf uns, treu zu sein.
Dann gebe uns die Gnade, das Ergebnis Dir zu überlassen1

Diese kleine Geschichte zeigt, dass wir oft nicht wissen, welche Auswirkungen unser Dienst hat. Man kann sehr schnell in das Fahrwasser geraten, dass man sich fragt: „Wieso mache ich das alles? Lohnt es sich überhaupt, sich so viel Mühe zu geben oder ist am Ende nicht sowieso alles umsonst?“ Um nicht an der Frage des „Warums“ zu scheitern, brauchen wir die richtige Einstellung zu unserem Dienst. Deswegen geht es im heutigen Bibelfocus um:

3 praktische Tipps für Diener

1. Tipp: Sei bereit zu dienen

1. Korinther 4,1
So soll man uns betrachten: als Diener des Christus und Haushalter der Geheimnisse Gottes.

Wenn man eine Ausbildung macht, ist jedem klar, als Azubi hat man einen Meister über sich und der sagt einem, was man zu tun hat. Man kriegt Anweisungen und die führt man aus.

Dieses Verständnis hat Paulus hier, wenn er davon spricht, dass wir Diener von Christus sind. Jesus steht über uns und gibt uns die Anweisungen für unseren Dienst. Wir alle unterstehen den Anweisungen Gottes und sollten diese ausführen. Man könnte sagen, wir gehen Jesus dabei zur Hand, seine Gemeinde zu bauen.

Wir sind nicht diejenigen, die die Anweisungen erteilen: Wir sind diejenigen, welche die Anweisungen, die Gott uns in seinem Wort gibt, ausführen.

Wenn wir mit der Einstellung leben, dass wir nicht alles bestimmen, sondern dass wir Gott und unseren Mitmenschen dienen, können wir es viel leichter akzeptieren, wenn es mal nicht so läuft, wie wir es gerne hätten. Unsere eigenen Interessen können wir in dem Fall schneller zurückstellen.

Als Diener Jesu sollten wir bereit dazu sein, anderen zu dienen. Dabei ist eine Eigenschaft besonders wichtig:

Die Treue!

2. Tipp: Sei ein treuer Diener

1. Korinther 4,2
Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt, dass er treu erfunden wird.

Wenn man heute in die Christenheit hineinschaut, hat man den Eindruck, dass bei vielen Gläubigen die Treue als Kriterium für gute Arbeit verloren gegangen ist.
Es geht da nur noch um Zahlen.
Wie viele Leute kommen zum Gottesdienst?
Wie viele Leute kommen in unsere Jugend?
Wie viele Leute sind in den letzten Jahren zu unserer Gemeinde dazugekommen?
Wenn die Zahlen mal nicht passen, wird sofort gefragt, was nicht in Ordnung ist.

Und wenn wir ehrlich sind, tappen wir doch auch oft in diese Falle hinein oder?
Wie oft beurteilen wir Dinge nur vom Ergebnis her?
Was bringt mir das, wenn ich in den Gottesdienst gehe?
Was habe ich davon, wenn ich in der Gemeinde mithelfe?
Wir reden mit jemanden vielleicht zwei Mal über den Glauben und wenn er sich dann nicht Jesus zuwendet, dann lassen wir es.

Aber wie sollte unsere Diensteinstellung eigentlich aussehen? Unsere Sorge sollte sein, dass wir unseren Dienst treu ausüben. Das Ergebnis können wir dann getrost Gott überlassen.

Der Pastor aus dem Beispiel am Anfang hatte das erkannt. Er hatte das Ziel, treu seinen Dienst auszuführen, auch wenn es ihm schwer fiel, dass er keine großen Ergebnisse sah.

Wie können wir eine Einstellung entwickeln, die beim Dienen nicht auf das Ergebnis schaut?
Indem wir Gott vertrauen, dass er schon weiß, wieso er uns diese Aufgabe gegeben hat. Das Gebet vom Anfang hat genau das zum Ausdruck gebracht:

Herr, hilf uns, treu zu sein.
Dann gebe uns die Gnade, das Ergebnis Dir zu überlassen2.

Wir dienen Gott treu, im Vertrauen darauf, dass er Frucht entstehen lässt. Unser Job ist die Treue, Gottes Job ist das Ergebnis.

Und weil das Ergebnis Gottes Part ist, deswegen zählt letztlich auch, was Gott über unsere Arbeit sagt.

3. Tipp: Sei Dir bewusst: Gottes Meinung zählt

1. Korinther 4,3-5
Mir aber ist es das Geringste, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstag beurteilt werde; auch beurteile ich mich nicht selbst. Denn ich bin mir nichts bewusst; aber damit bin ich nicht gerechtfertigt, sondern der Herr ist es, der mich beurteilt. Darum richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird; und dann wird jedem das Lob von Gott zuteilwerden.

Diese Verse stellen klar:
Bei der Beurteilung von unserem Dienst kommt es nicht darauf an, was andere sagen! Es kommt auch nicht darauf an, was wir selber sagen!

Am Ende zählt was Gott sagt!

Deswegen sollte unsere größte Sorge sein, Gott zu gefallen. Die Frage, die wir uns stellen sollten, ist: „Was denkt Gott über meine Arbeit?“

Wieso konnte der Pastor aus dem Beispiel am Anfang weitermachen, obwohl sein Mitarbeiter ihn infrage stellte? Weil es nicht sein Ziel war, Menschen zu gefallen, sondern Gott. Ihm war wichtig, seinen Dienst vor Gott treu auszuführen, auch wenn andere ihn dafür kritisierten.

Und am Ende von einem Leben als Diener steht dann das Lob Gottes!
Ist das nicht eine geniale Motivation?
Am Ende einmal vor Gott stehen zu dürfen und Gott sagt zu uns:
„Gut gemacht!“ „Du warst ein treuer Diener!“

Wenn wir das im Blick haben, dass am Ende Gottes Beurteilung zählt, dann können wir Gott treu dienen, egal, was andere sagen.

Als Diener Jesu sollten wir also 3 Tipps beherzigen:
1. Sei bereit zu dienen
2. Sei ein treuer Diener
3. Sei Dir bewusst: Gottes Meinung zählt.


1 Galaxie Software, 10.000 Predigtillustrationen (Biblical Studies Press, 2002)
2 Galaxie Software, 10.000 Predigtillustrationen (Biblical Studies Press, 2002)