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August 2018 –
Was ist dein Mittelpunkt?

von Tim Schöler

Einen Zirkel kennen sicher die meisten von uns aus dem Mathematikunterricht.
Gerade in der Geometrie kann man mit Hilfe des Zirkels auf Papier einen sauberen Kreis zeichnen.
Der Zirkel findet nicht nur Anwendung in der Geometrie, sondern auch bei der Navigation von Schiffen.
Dort dient er dazu, auf Karten Längen und Entfernungen zu übertragen.

Im Bibelfokus möchte ich heute ein paar interessante Gedanken über den Gebrauch eines Zirkels auch auf unser Leben übertragen.

Bevor ich meinen Kreis ziehen kann, muss ich meinen Mittelpunkt bestimmen, denn wie und wo ich meine Kreise mit dem Zirkel ziehe ist abhängig davon, wo ich mit der Spitze meinen Mittelpunkt setze.
Ganz ähnlich ist es in unserem Leben.
Ich möchte die Kreise, die der Zirkel zieht, mit dem Einfluss vergleichen, den wir auf unser Umfeld und auf andere Menschen haben.
Die Kreise, die ich in meinem Leben ziehe, also die Auswirkungen, die ich auf mein Umfeld habe, hängen ganz entscheidend von dem Mittelpunkt ab, den ich wähle.

Daher wähle ich heute das Thema: Was ist dein Mittelpunkt?
Der erste Gedanke dazu lautet:

1. Auf den Mittelpunkt kommt es an

Nachdem Paulus Jesus Christus als seinen persönlichen Herrn und Erlöser angenommen hat, setzt er seinen Lebensmittelpunkt in Jesus Christus an.

Gal 2,20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“

Weil er Jesus als seinen Lebensmittelpunkt gewählt hat, weist das, was er macht und wie er redet, immer auf Jesus hin.

Es ist ja eine logische Folge, dass mein Lebensmittelpunkt mein Verhalten beeinflusst.
Wenn ich mich selber in meinen Mittelpunkt stelle, dann verfolge ich meine Pläne und meine eigene Ziele. Selbstverwirklichung wird heute ganz groß geschrieben.
Aber die Worte Jesu klingen da schon etwas anders.

Mt. 16,24: „Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“

Wenn ich Jesus in meinen Mittelpunkt stelle, dann verfolge ich seine Pläne und seine Ziele.
Und umgekehrt ist es genauso logisch, dass die Kreise, die ich in meinem Leben ziehe, sichtbar werden lassen, wer oder was mein Mittelpunkt ist.
Ist dein Leben egozentrisch, wird dein Verhalten auch egoistisch sein.
Ist dein Leben aber Jesuszentriert, wird das auch in deinem Verhalten sichtbar werden und die Auswirkungen, die du auf dein Umfeld und deine Mitmenschen hast werden zum Segen sein für andere.

Als erstes haben wir gesehen, dass es auf den Mittelpunkt ankommt.
Es ist aber auch wichtig, dass wir fest im Mittelpunkt verankert sind.

2. Fest in Jesus verankert

Wenn ich mit meinem Zirkel einen sauberen Kreis ziehen möchte, ist es wichtig, dass die Spitze richtig im Mittelpunkt steckt.
Ist die Spitze stumpf oder nicht richtig eingestochen, dann verrutscht alles.
Je fester die Spritze im Mittelpunkt steckt, desto sicherer und sauberer kann ich meine Kreise ziehen.

In unserem Glaubensleben ist es ganz ähnlich.
Die Kreise, die wir in unserem Leben ziehen, können manchmal auch unsauber und undeutlich sein. In unserem Verhalten, Denken und Reden wird Jesus nicht sichtbar.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass unser Mittelpunkt immer wieder verrutscht und wir Jesus aus unserem Blick verlieren.
Jesus sagt zu seinen Jüngern.

Joh.15,5: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“

Je tiefer ich in Jesus Christus verankert bin, desto deutlicher wird er in meinem Leben.
Und dadurch werden die Kreise die ich ziehe, die Auswirkungen die ich auf mein Umfeld und andere habe, immer christusähnlicher.

Bei meiner Bekehrung und Wiedergeburt gebe ich mein Leben dem Herrn Jesus und erhalte von ihm ewiges Leben. Das ist eine einmalige Entscheidung.
Aber die Entscheidung, ob ich das auslebe, treffe ich jeden Tag neu!
Das ist eine Frage die ich jeden Tag neu klären muss.
Ist Jesus heute in meinem Reden, Denken und Handeln der Mittelpunkt und der bestimmende Herr?
Prüfe dich selbst mit dieser Frage. Und lass dich dann, mit Jesus im Mittelpunkt und fest in ihm verankert, von ihm gebrauchen.

3. Von Jesus gebraucht

Mit meinem Zirkel kann ich ganz unterschiedlich große Kreise ziehen. Ich kann einen ganz großen Radius wählen, oder auch einen ganz kleinen.
In der Mitte ist ein Rädchen mit dem ich die Schenkel des Zirkels weiter oder enger stellen kann.

Wenn wir auf unser Leben schauen, sind wir manchmal enttäuscht, weil wir das Gefühl haben, wir richten mit unserem Leben nur wenig aus.
Schnell schauen wir dann auf andere und beneiden sie für ihre vermeintlich größeren und bedeutsamen Aufgaben oder Positionen.

Um im Bild zu bleiben möchte ich dir folgendes mitgeben:
Es ist nicht in erster Linie unsere Aufgabe große Kreise zu ziehen, sondern saubere.

Paulus sagt in

1Kor. 4,2: „Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt, dass er treu erfunden wird.“

Wir sollen darauf achten, in den Aufgaben und Situationen, in die Gott uns stellt, treu zu bleiben.
Schau nicht danach, wie groß die Aufgaben sind, in die Jesus dich stellt, sondern frage dich: wie kann ich darin treu dienen?
Vertrau darauf, dass, wenn du im Kleinen treue Kreise ziehst, Jesus deinen Radius erweitern wird.
Jesus sagt im Gleichnis von den anvertrauten Talenten zu den beiden Knechten, die mit dem Anvertrauten treu gehandelt haben:

Mt. 25,23: „Sein Herr sagte zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zur Freude deines Herrn!“

Von dem Zirkel lernen wir, dass es auf den Mittelpunkt ankommt, in dem ich mein Leben fest mache.
Paulus hat Jesus Christus als Lebensinhalt gewählt und ist dadurch ein brauchbares Werkzeug in der Hand seines Herrn und für viele Menschen zum Segen geworden.

Wo setzt du deinen Mittelpunkt?