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Das Geheimnis der Freude | März 2021


In diesem Bibelfocus möchten wir uns eine Freude anschauen, die unabhängig von unseren Umständen ist.

Freude ist etwas Schönes und wirkt anziehend.
Menschen, die immer ein natürliches Lächeln im Gesicht haben, wirken grundsätzlich sympathisch auf andere.
Und mit Menschen, die gerne und von Herzen lachen, verbringt man gerne seine Zeit.
Es gibt viele Menschen, die sagen, sie hätten gerne mehr Freude, aber ich habe noch nie jemanden getroffen, der meinte, er hätte zu viel davon.
Alle wünschen sich Freude, aber die wenigsten wissen, wie man zu mehr Freude kommt.

An dieser Stelle kommt die Bibel ins Spiel.
Sie gibt uns nämlich gute Hilfestellungen, wie wir mehr Freude erfahren können.
Der Apostel Paulus schreibt in

Philipper 4,4:
“Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!”

Bei diesem Vers habe ich mich immer gefragt: Wie soll das gehen?
Gott, es ist ja schön und gut, dass du uns sagst, wir sollen uns immer freuen, aber wie bitteschön geht das praktisch?

Heißt das, wir sollen uns dazu zwingen, immer zu lächeln?
So nach dem Motto: “Wenn du immer lächelst, kommt die Freude automatisch nach!”
Oder heißt das, wir sollen uns immer wieder zur Freude aufrufen?
„Komm, jetzt freu` dich, die Bibel befiehlt es dir!“
Wie funktioniert das?

Vielleicht geht es dir ja ähnlich, wenn du diesen Vers hörst.
Vielleicht hast du dich auch schon immer gefragt: “Wie um alles in der Welt funktioniert das?”

Dass es möglich ist, zeigt uns Paulus selbst. Er schreibt den Philipperbrief nicht, während er gerade in einer Luxusvilla mit Pool und Blick aufs Meer sitzt und es sich gut gehen lässt. Sondern er war in einem Gefängnis in Rom.
Paulus war in schwierigen Umständen und sagt trotzdem, dass wir uns freuen sollen. Und zwar nicht über irgendetwas, sondern über Gott. Der Vers sagt: „Freuet euch in dem HERRN“. Unsere Freude soll also in Gott begründet sein.
Trotzdem bleibt die Frage: Wie gründe ich meine Freude in Gott?

Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel zur Freude darin, zu sehen wie Paulus dieses Prinzip gelebt hat. Wenn wir den Philipperbrief aufmerksam durchlesen, wird eine Sache deutlich:
Im Philipperbrief steht Jesus im Zentrum.
Der Brief zeigt die tiefe Liebe von Paulus zu Jesus.

Paulus kann so viel über Christus schreiben, da er in seinem ganzen Denken und Handeln vollständig auf Christus ausgerichtet war.
Dabei war sein Ziel, immer mehr von Jesus zu erfahren.

1. Die Erkenntnis Jesu

Philipper 3,7–8:
“Aber was mir Gewinn war, das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet;
ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne.”

Das Allerwichtigste für Paulus war Christus mehr und mehr zu erkennen. Alles, was er davor hatte, alle seine Errungenschaften, alles das zählt nicht mehr. Er sagt sogar, er erachtet es für Dreck. Das was am Ende zählt, ist Christus zu erkennen.

Weil Paulus so voll ist von der Erkenntnis über Jesus, findet sich gerade im Philipperbrief der Christus Hymnus in Kapitel 2,5-11.
Es ist kein Zufall, dass wir gerade hier einen ausführlicheren Abschnitt über die Herrlichkeit vom Werk Jesu finden.

Es ist aber nicht der einzige Abschnitt über Christus, der ganze Brief ist gespickt von Gottesbezügen. Über achtzig Mal wird Gott namentlich erwähnt, davon finden wir vierzig Mal den Namen: Jesus, Christus oder Jesus Christus.

Weil Paulus diese tiefe Erkenntnis über Jesus hatte, kann er sagen: “Freuet euch in dem Herrn!”. Denn je mehr wir Gott kennenlernen, desto mehr werden wir uns über ihn freuen können.

Neben seiner tiefen Erkenntnis von Jesus, merkt man bei Paulus auch eine radikale Ausrichtung auf Jesus.

2. Die Ausrichtung auf Jesus ist wichtig

Sein größtes Anliegen war es, durch alles was mit ihm geschieht, Gott zu verherrlichen und einmal bei ihm zu sein.

Philipper 1,20–24:
“…entsprechend meiner festen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts zuschanden werde, sondern dass in aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt, Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod.
Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn. Wenn aber das Leben im Fleisch mir Gelegenheit gibt zu fruchtbarer Wirksamkeit, so weiß ich nicht, was ich wählen soll. Denn ich werde von beidem bedrängt: Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen.”

Paulus stand in einem Dilemma.
Auf der einen Seite war seine Liebe zu Jesus so groß, dass er am liebsten sofort sterben wollte, um endlich bei Jesus zu sein. Auf der anderen Seite konnte er in seinem Leben weiter für Jesus wirken. In dieser Situation war er bereit dazu, seine Ziele den Zielen Gottes unterzuordnen. Egal, ob durch Leben oder Tod, Paulus` größter Wunsch war es, durch alles Gott zu verherrlichen.

Wenn wir genauso wie Paulus sagen können, dass die Hauptsache in unserem Leben ist, dass Christus verherrlicht wird, dann können wir uns auch im HERRN freuen, egal wie unsere Umstände sind.

Wieso?
Weil es nicht mehr um uns geht – sondern um Gott.
Es geht nicht mehr darum, dass es uns gut geht – sondern darum, dass wir Gott dienen.
Es geht nicht mehr um unsere, Ehre – sondern um die Ehre Gottes.
Wir haben dann das Ziel Gott zu verherrlichen, egal wie unsere Umstände gerade aussehen.

Je mehr wir darum bemüht sind, Jesus besser kennen zu lernen, und je mehr wir darum bemüht sind, unser ganzes Leben und Sterben auf ihn auszurichten, desto mehr werden wir die Freude im HERRN erleben.