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Der „DRESSCODE“ für Gottes Kinder


von Rudi Bork

„Über dies alles zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.“
Kolosser 3,14

Der „Dresscode“

Wenn du zu einem Event eingeladen wirst, z.B. einer 18. Geburtstag-Party, Hochzeit, Betriebsfeier, einem Abi-Ball, Jubiläum, Konzert- oder Theaterbesuch, worüber machst du dir im Vorab Gedanken?
“Welches Geschenk bringe ich mit? Was gibt’s zu essen? Wer kommt noch?”
Und natürlich über das Aussehen! Genau: “was ziehe ich bloß an?!”
Eine ganz wichtige Frage. Schließlich will man kleidungstechnisch nicht vollkommen neben der Spur auflaufen.
Schnell kommt die Frage nach dem „Dresscode“ für die Veranstaltung.
Das ist die Kleiderordnung für private, gesellschaftliche, kulturelle und geschäftliche Anlässe. Was wird vom Gastgeber erwartet? Was ist für den Anlass angemessen und entsprechend? Elegante und schicke, oder eher hippe und legere Klamotten? Ist ein formeller oder informeller Kleidungsstil erwünscht? Das sollte unbedingt vorher geklärt werden, wenn es nicht für beide Seiten peinlich werden soll. Manchmal steht der Dresscode hilfreich auf der Einladung vermerkt, um einen Fauxpas zu vermeiden.

Der „Dresscode“ für Kinder Gottes.

An den Dresscode wurde ich erinnert, als ich im Brief an die Kolosser unterwegs war.
Im 3. Kapitel spricht Paulus über stilvolle und stilgerechte Christen.
Paulus benutzt und verfolgt das Bild vom An- und Ausziehen, bzw. vom An – und Ablegen passender und unpassender Eigenschaften und Gewohnheiten:

„Lügt einander nicht an, da ihr ja den alten Menschen ausgezogen habt mit seinen Handlungen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis, nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat; wo nicht Grieche noch Jude ist, weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit, [noch] Barbar, Skythe, Knecht, Freier — sondern alles und in allen Christus. So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut; ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr. Über dies alles aber [zieht] die Liebe [an], die das Band der Vollkommenheit ist.
Kolosser 3,9-14

Paulus adressiert seine Worte an Kinder Gottes.
Sie sind Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte. Ehemals waren sie Griechen, Juden, Barbaren, Nomaden, Sklaven und Freie. Aber nun sind sie vereinigt im Glauben an den Herrn Jesus Christus. Als Griechen, Juden, Barbaren und Nomaden mögen sie sich völlig unterschiedlich gekleidet haben. Jedoch für Christen gibt es nur noch einen verbindlichen „Dresscode“. Das ist Gottes Kleiderordnung.
In Kolosser 3,12 +13 zählt Paulus die Dinge auf, die Gott gefallen und die deshalb jedem Christen gut stehen. Als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte sollten wir uns entsprechend verhalten und auftreten.
Wer sollte dafür unser Vorbild sein? Der Herr Jesus sollte unser Modell und Vorbild sein:

„…herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut; ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr.“

Wir machen uns viele Gedanken um unser äußeres Erscheinungsbild.
Sorgfältig achten wir auf Frisur, Make-up und Kleidung. Wir sollten uns häufiger Gedanken über unser inneres Aussehen machen. Paulus schließt seinen Dresscode mit der Aufforderung ab:

„…Über dies alles aber [zieht] die Liebe [an], die das Band der Vollkommenheit ist.“
Kolosser 3,14

Es ist völlig klar, wer und was gemeint ist.
Wer? Alle Kinder Gottes!
Was? Etwas, das über alles zuvor Genannte angezogen wird. Es ist das Highlight, das alles krönende Element.
Paulus nennt es das Band der Vollkommenheit.

„Doch das Wichtigste von allem ist die Liebe, die wie ein Band alles umschließt und vollkommen macht.“ (NeÜ)

Die Liebe ist wie ein schönes Band, das alles zusammenhält, ziert und hervorhebt. Sie wirkt wie ein starker Gürtel, der allem Sitz und Halt verleiht. In Kolosser 2,19 benutzt Paulus dasselbe Wort und meint

„…unterstützende und zusammenhaltende Bänder.“

Die Liebe gibt allem Guten den entscheidenden Schliff. Liebe ist die Krönung! Gottes Geliebte sollten am Gürtel oder Band der Liebe erkannt werden. Das ist unser verbindendes und einendes Identitätsmerkmal und Markenzeichen!

Zieht die Liebe an! Göttlich.
Es geht hier nicht um Freundschaft, Sympathie oder Erotik. Die Rede ist von der Agape, der göttlichen Liebe. Das ist die selbstlose Liebe. Sie (be)handelt nicht nach menschlichen Maßstäben wie Sympathie, Gegenleistung, Vorteil oder Wert. Die Liebe Gottes kümmert sich hingebungsvoll, aufopfernd und ausdauernd um das nicht Liebenswerte. Sie hat immer das Beste für das Gegenüber im Sinn. Es geht nicht um Romantik, Kribbeln im Bauch oder Achterbahn der Gefühle.

Zieht die Liebe an! Bewusst.
Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Willensentscheidung!
Ich darf den Herrn Jesus bitten, dass er mir das Wollen und Vollbringen schenkt.

Zieht die Liebe an! Täglich.
Die Liebe gibt allen anderen guten Eigenschaften Lebendigkeit, Kraft, Ausstrahlung und Wärme. Erinnern wir uns an 1. Korinther 13. Was ein Mensch nicht alles Gutes tun kann, das ohne Liebe aber kalt, leb- und wirkungslos bleibt. Paulus hat von guten Eigenschaften gesprochen.
Solche wie Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut und Nachsicht. Ein stückweit kann man sich diese Dinge antrainieren. Ohne Liebe überstehen sie den Stresstest des Alltags aber nicht. Dann ist schnell Schluss mit moralischen Nettigkeiten. Dann verlieren wir die Haltung und die Fassung. Die Liebe Gottes hingegen hält uns auch im Härtetest stabil. Sie hält in Krisen fest und hält in Krisen durch.

Die Aufforderung steht im Präsens, d.h. als andauernde Tätigkeit und nicht als ein einmaliger Akt. Wir dürfen den Gürtel und das Band der Liebe nicht nur sonntags anlegen und im Alltag im Schrank hängen lassen. Stattdessen sollen wir täglich aufs Neue unsere Motivation für unser Verhalten prüfen. Steht und steckt tatsächlich Liebe dahinter? Sie ist uns zur Verfügung gestellt und geschenkt worden.

Denn Christus ist in uns:

„…Sondern alles und in allen Christus.“
Kolosser 3,11