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Der Hör-Test Gottes! | Oktober 2019

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von Johannes Vogel

Hören will ich, was der Herr reden wird

Hast du schon einmal einen Hörtest machen lassen?
Die einen von euch werden sagen: Nein, dafür bin ich noch viel zu jung.
Die anderen von euch werden sagen: Ja, deswegen besitze ich ein Hörgerät.

Aber einem Hörtest muss sich jeder von uns täglich unterziehen – völlig unabhängig von unserem Alter: Nämlich dem Hörtest Gottes!

Dieser läuft natürlich anders ab, als ein normaler Hörtest beim Hals-Nasen-Ohrenarzt. Da bekommt man so coole Micky-Mouse-Ohren aufgesetzt, damit man von den Umweltgeräuschen völlig abgeschottet ist. Damit man nur noch auf die feinen Signale achtet, die der Arzt auf die Ohren gibt.

Bei geschlossenen Augen z.B. können wir auch unser Hören testen – weil wir uns dann besser auf Sprache oder Geräusche konzentrieren können. Probier` das nachts doch einfach mal aus – wegen der Dunkelheit ist man nicht abgelenkt.

Ein Hör-Test der besonderen Art erlebte ein Mann in der Bibel – Josua. Da ging es weder um Micky-Mouse-Ohren noch um Dunkelheit. Sein Hörtest bestand darin, dass sein Chef nicht mehr da war – Mose. Josua war nun allein – er war nicht mehr „abgelenkt“. Denn der, der ihm alles gesagt hatte, was zu tun und was zu lassen war , war gestorben. Mose, sein Leiter, sein Vorgesetzter, sein Ziehvater. Jetzt musste er selbst hören, was Gott zu ihm sagte! Er war jetzt schließlich für ein Millionenvolk verantwortlich!

Eins der ersten Wort-Signale, die Gott Josua auf seine Ohren gab, war:

Josua 1,7+8: “Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht
ausrichten kannst, wohin du auch gehst.
Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen,
sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen
nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen
gelingen, und du wirst es recht ausrichten. “

Wir kennen diese Erklärung Gottes, dass ER mit Josua sein will. Josua übersetzt heißt Jahwe/Gott ist Hilfe – das erlebte Josua damals live. In seiner Lehrzeit mit dem großen Anführer Mose lernte er, was es bedeutet und wie man das macht, sich auf den HErrn zu verlassen, auch wenn es heftig wird. Dafür musste er Gottes Wort kennen und das tat Josua. Er hörte auf die Anweisungen Gottes, die ihm durch Gottes Wort gegeben wurden.

Du und ich – wir haben heute sogar die komplette Bibel, das Wort Gottes an uns. Die Frage ist, ob wir sie lesen und dadurch hören, was Gott uns zu sagen hat?

1. Hinhören – nur du und Gott

Wenn wir ein wenig tiefer in das Leben Josuas schauen, machen wir eine wichtige Entdeckung:

Mose, der für Josua ein väterlicher Freund und Berater war, hatte sich ein Zelt der Begegnung mit Gott gemacht. Und das, bevor es die richtige Stiftshütte gab. Dieses Zelt schlug er immer an einem stillen Platz außerhalb des Lagers Israels auf. Da lenkte ihn der Alltagslärm nicht ab.

In 2. Mose 33,7-10 lesen wir:

“Mose aber nahm das Zelt und schlug es sich außerhalb des Lagers auf, fern von dem Lager, und er nannte es »Zelt der Zusammenkunft«. Und so geschah es, dass jeder, der den HERRN suchte, zum Zelt der Zusammenkunft hinausgehen musste, das außerhalb des Lagers war.
Und es geschah, wenn Mose hinausging zu dem Zelt, dann stand das ganze Volk auf, und jedermann blieb stehen am Eingang seines Zeltes und sah Mose nach, bis er in das Zelt hineingegangen war.
Und es geschah, wenn Mose in das Zelt hineinging, so kam die Wolkensäule herab und stand am Eingang des Zeltes, und Er redete mit Mose.
Und wenn das ganze Volk die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen sah, dann standen sie alle auf und verneigten sich, jeder am Eingang seines Zeltes.”

So lernte Josua das Hinhören auf Gott in dieser Zeit! Er war nämlich dabei. Kennst du das auch aus deinem Alltag?

Alle wollen, dass du auf sie hören sollst.
Du willst aber, dass die anderen auf dich hören sollen.
Aber wenn du wirklich etwas bewirken willst, dann hör du zuerst auf Gott.
Denn damit beginnt alles, was wirklich gut für dich ist.

Im Zelt der Begegnung konnten Mose und auch Josua zur Ruhe kommen und das Herz auf Empfang einstellen. Hier konnte Gott befragt werden, und der Herr gab Weisung und Hilfestellung.

Auf einer Postkarte fand ich mal folgenden guten Spruch:

Gott schenke mir:
Das Herz eines Kindes zum Glauben.
Das Herz einer Mutter zum Lieben.
Das Herz eines Mannes zum Handeln.
Gott, schenke mir ein Herz, das auf Dich hört!

Jes. 50,5: “Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet und ich habe mich nicht widersetzt!”

Hinhören ist ein unersetzlicher Anfang, aber Schritt Nr. 2 muss unbedingt folgen:

2. Das Gehörte in die Tat umsetzen

Sehen wir nochmal in die Bibel hinein, wie es mit Josua weiterging.

“Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet; und er kehrte wieder ins Lager zurück. Aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der junge Mann, wich nicht aus dem Inneren des Zeltes.” (2. Mose 33,11).

Während Mose die Antwort dem Volk mitteilte, konzentrierte Josua sich aktiv auf das Gespräch mit dem Herrn. Was für ein Geschenk, wenn die Verkündigung des Wortes Gottes, wenn schwierige Gespräche und mühevolle Aufgaben vom Fürbitte-Gebet und von der Anbetung Gottes begleitet werden!

Josua lernte es, alle Nöte und Fragen des Lebens mit Gott zu besprechen. Er lernte aus allem ein Gebet zu machen. Und genau an diesem Punkt ist immer wieder eine nachdrückliche Entscheidung fällig bei dir und mir.

Samuel ist uns darin ein echtes Vorbild:

“Rede, dein Knecht hört!” (1Sam. 3,9.10.21)

Heute passiert das nicht mehr unbedingt oder in erster Linie so wie es damals bei Samuel passierte, d.h. wir hören nicht direkt eine Stimme aus dem Himmel so megaphone-mäßig.

Aber durch das Lesen der Bibel und Gebet, spricht Gott auch heute noch zu uns. Die Frage ist, ob wir IHM eine Antwort geben und uns auf den Weg machen, Sein Wort weiterzugeben? Wie heißt es in unseren Ausgangsversen aus dem Buch Josua:

1,8 “Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen,
sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen
nach dem, was darin geschrieben steht.”

Das Ergebnis des Hörtests sollten wir nun auch ernst nehmen. Entweder müssen wir unsere Ohren mal kräftig durchpusten lassen oder uns ein Hörgerät anschaffen. Das Hören erfordert immer wieder eine handelnde Reaktion. In Bewegung setzen statt “Hände in den Schoß legen und lass mal die anderen machen” – NEIN!

So war es auch bei Josua; er hörte auf Gott und dann ging es los! Er ging nach dem Auftrag Gottes mit dem Volk Israel durch den Jordan, er zog mit ihnen nach Kanaan ein und führte die ersten Kämpfe und nahm die Städte ein (Jericho etc.).

Er erlebte die Niederlagen, aber auch die Siege im Kampf mit dem Volk Israel. Genau wie du und ich es in unserem Alltag als Christen auch erleben. Wir hören Gottes Wort am Sonntag oder unter der Woche. In unseren stillen Zeiten und beim Lesen der Bibel spricht der Herr zu uns, und dann heißt es, das Gehörte in der Familie, im Beruf, oder in der Schule umzusetzen. Jesus und Sein Wort zu leben und die aufkommenden Probleme und Schwierigkeiten, Nöte, Ängste, Krankheiten und Diagnosen mit IHM und an Seiner Seite zu überwinden und zu erleben und teilweise auch zu ertragen. Das ist mit eine der größten Herausforderungen, die wir als Christen im Alltag haben.

Aber, last but not least, auch das Hoffen und Neu-Ausrichten ist angesagt. Das ist das dritte und letzte, was uns bei unserem Ausgangstext aus Josua 1,7+8 auffällt.

3. Bleib stur in Gottes Spur

Es ist wichtig für den Alltag zu wissen, dass man den richtigen und somit guten Kurs eingeschlagen hat, den der Herr einem gezeigt hat. Ja, eben auch stur den guten und klaren biblischen Kurs zu halten, weil er richtig ist, das ist so wichtig! Hören und handeln und sich von den vielen Dingen, die im Alltag auf einen einstürmen, nicht abbringen zu lassen von Gottes gutem Weg.

Der Geheimtipp, den Josua bekommt, ist in Vers 8 deutlich beschrieben:

Josua 1,8: “Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten.”

Neu ausrichten – immer und immer wieder an Seinem Wort, das unfehlbar und irrtumslos ist.

Bleiben wir stur in der biblischen Spur Gottes, so wie ein Josua bis zum Schluss seines Lebens. Er ermutigte sogar das Volk zum Ende hin noch einmal sehr deutlich.

Josua 23,6: “So haltet nun fest daran, alles zu befolgen und zu tun, was im Buch des Gesetzes Moses geschrieben steht, dass ihr nicht davon abweicht, weder zur Rechten noch zur Linken,…“

Das ist auch deine und meine Anweisung – lasst uns nicht zur Rechten oder zur Linken abrutschen, sondern auf der klaren, biblischen, göttlichen Spur bleiben, die schon so viele Glaubensmänner und -frauen vor uns gegangen sind. So wie ein Josua!

Jochen Klepper, der Theologe und Liederdichter drückte es in seinem Lied “ER weckt mich alle Morgen” in der zweiten Strophe so aus:

Das Wort der ew`gen Treue,
die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs Neue
so, wie ein Jünger hört.

Lasst uns hörende, handelnde, hoffende und gut ausgerichtete Jünger Jesu sein. Das ist das, was der HErr selber von uns heute erwartet!

Dazu möge euch und mir heute und in der kommenden Zeit der HErr Gnade und Gelingen schenken!

AMEN