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Dezember 2018 –
Marias Weihnachtslied

von Rocco Grämmel

Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, wo überall Weihnachtslieder zu hören sind. Sie versüßen uns die Advents- und Weihnachtszeit, denn ohne Lieder wäre es nur halb so schön.

Welches ist denn Ihr Lieblingslied?

Weihnachten und Lieder gehören schon in der Bibel fest zusammen. Im Lukasevangelium finden wir vier Lieder, die um das allererste Weihnachten herum gesungen wurden. Die Sänger sind Zacharias, Simeon, die Engel und Maria.

Marias Weihnachtslied ist das Erste und steht in Lk. 1,46-56
Wir wollen ihr jetzt zuhören und fragen: „Maria, warum freust du dich eigentlich so?“
Denn unsere heutigen Weihnachtsfreuden hatte Maria alle nicht:
Keinen Weihnachtsbaum, keine Plätzchen, keinen Schnee, keinen Adventskalender.
Sie hatte eine uneheliche Schwangerschaft im 1. Monat, die Erwartung eines verärgerten Verlobten und eine ungewisse Zukunft.

Das EINZIGE Weihnachtliche was sie hatte war Jesus in ihrem Bauch. Und die Hoffnung auf die Verheißungen Gottes.

Also hören wir mal rein.

1. Strophe: Ich kann nur staunen (V.46-49)

Lk. 1,46   „Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,“

Ihre erste Strophe ist aus der „Ich- Perspektive” geschrieben.
Da heißt es: „Meine Seele“, „Mein Geist“, „meinen Retter“, „mich glückselig preisen“ und „an mir getan“.

Ist Maria hier egoistisch? Will sie uns sagen: An Weihnachten bin ich besonders wichtig?
Nein, aber Maria war klar geworden, dass die Weihnachtsbotschaft etwas mit ihr zu tun hatte. Sie war nicht einfach eine Leihmutter, damit der Sohn Gottes auf die Welt kommen konnte. Die Botschaft galt ihr genauso. Es kam nicht nur der Retter der Welt, sondern ihr persönlicher Retter auf die Welt!

Die Botschaft von Weihnachten hat sich seitdem nicht geändert.
Und sie fordert jeden Menschen auf, diese Frage zu beantworten:
„Ist Jesus „ein Retter“ oder „mein Retter“?“
Denn ohne „meinen Retter“ kann sich auch „meine Seele“ nicht so freuen wie Marias. Jesus war der Grund ihrer Weihnachtsfreude.
Und die ist so groß, dass sie ins Staunen gerät.

Maria staunt

Das Wort „Erheben“ aus V. 46 kann man auch mit „Erstaunen ausdrücken“ übersetzen, so heißt es in der NeÜ-Bibel:

Lk. 1,46 (NeÜ-Bibel): „Da sagte Maria: Meine Seele staunt über die Größe des Herrn.“

Worüber wir heute nicht alles staunen während der Weihnachtszeit.
Wir hören ein „Aah“ und „Ooh“ beim Anblick von glitzernder Dekoration oder teuren Geschenken, ein „Mmmh“ beim Genießen des Weihnachtsgebäcks, oder des leckeren Bratens.

Entlockt uns Gottes Weihnachtswunder auch noch ein „Ooh“ und „Aah“ oder ist es schon zu normal geworden? Falls es Ihnen so geht, kann ich das gut verstehen. Ich kenne das auch.

Darum wollen wir uns von Maria herausfordern lassen. Sie ruft uns zu:
“Komm mal wieder ins Staunen!”

Wieviele erstaunliche Dinge passierten an Weihnachten.
Das größte Wunder ist, dass der allmächtige und heilige HERR sich entschließt Mensch zu werden. Die Musiker „Die Beinahe Sechs“ drücken es in einem Lied ganz treffend aus: „Viel zu viele Menschen wollten Götter sein, doch nur ein einziger Gott wollte Mensch sein.“

Unser Gott wird Mensch. Erstaunlich!

Da wird eine Jungfrau ohne Mann schwanger, ein Wunder, an das damals wie heute viele nicht glauben können. Erstaunlich!

Da setzt Gott Engel, Hirten und Weise in Bewegung um die Geburt seines Sohnes bekannt zu machen. Erstaunlich!

Und gibt es nicht noch viel mehr Erstaunliches in der Weihnachtsgeschichte zu entdecken, aber auch in unserem Leben?

2. Strophe: Der HERR ist barmherzig und mächtig (V. 50-56)

Lk. 1,49+50:    “Denn große Dinge hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name;
und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche ihn fürchten.”

Der HERR ist barmherzig

Maria erkennt in dem Baby, das sie erwartet, dem Retter, die Barmherzigkeit Gottes. Sein Mitleid mit unserer verlorenen Situation hatte ihn dazu bewegt den Retter zu schicken. Seine Liebe zu uns hatte IHN gedrängt. Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass wir es in keiner Weise verdient haben. Jesus ist nicht unsere Belohnung, sondern Gottes barmherziges Geschenk. Und in Jesus gilt Gottes liebevolle Zuwendung heute noch jedem einzelnen Menschen.

Aber Maria schließt eine wichtige Wahrheit an: Es gibt eine Bedingung.
(V. 50) „über die, welche ihn fürchten“ heißt wörtlich “wird denen zuteil, die ihn fürchten”.
Gottes Barmherzigkeit wird nur der erfahren, der sich im Glauben an IHN wendet. Wer Gottes Weihnachtsbotschaft nicht fürchtet und nicht respektiert, der glaubt IHM auch nicht. Der wird die Weihnachtsfreude in Jesus nicht erleben.

Wir wollen an Weihnachten beide Wahrheiten weitergeben.
Gott ist barmherzig mit jedem Menschen. Das ist Gottes Geschenk.
Aber erfahren kann es nur, wer es in Anspruch nimmt. Man muss das Geschenk annehmen und auspacken.

Der HERR ist mächtig

Lk. 1,49: „Denn große Dinge hat der Mächtige…“

Maria hatte selbst die Macht Gottes erlebt. Und beide Eigenschaften gehören zusammen, denn wer Gottes Barmherzigkeit erfährt, der erfährt auch seine Macht. Und es ist wichtig das ER beide Eigenschaften besitzt. Denn nur in der Kombination ist es für uns ein Trost. Wäre Gott nur der Barmherzige, aber ohne Macht, also ohnmächtig, dann müsste ER wie alle dem Elend zusehen und hätte keine Chance etwas zu verändern.
Wäre ER nur der Mächtige und hätte keine Barmherzigkeit, dann könnte er uns zwar helfen, aber er würde nicht wollen. Darum wäre es auch zwecklos.

Aber weil er willig ist, d.h barmherzig, und in der Lage, d.h. mächtig, können wir seine Hilfe in Anspruch nehmen.

Und ganz hautnah konnte Maria das erleben.
Ihr war klar: Gott erfüllt, was er versprochen hat.
Maria kannte sich aus in der Bibel und ihren Verheißungen.
Sie wusste, dass das, was jetzt passiert, das Einlösen eines Versprechens war, das Gott Abraham 2000 Jahre zuvor gegeben hatte.

Lk. 1,55: “wie er es unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinem Samen, auf ewig!”

Nach 400 Jahren des Schweigens; nach der großen Ungewissheit; dem Verschwinden Israels in der Versenkung der Geschichte. Nun sendet Gott seinem Volk den lang erwarteten Messias, den Retter.

So erinnert uns Weihnachten jedes Jahr an die Zuverlässigkeit des HERRN. Denn was ER verspricht, das tut ER auch. Sich auf IHN zu verlassen lohnt sich. Nehmen Sie Gott beim Wort, wie Maria!

Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten und ein Lied des Staunens auf den Lippen über Gottes wunderbares Handeln für Sie.

Und zudem das gestärkte Vertrauen in die barmherzige Zuwendung Gottes zu jedem, der IHM glaubt.