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Die Begegnung mit Gott | Oktober 2021


Von Johannes Vogel

Ein altes Buch und trotzdem so hochaktuell; die Bibel fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Hier haben Menschen in der göttlichen Autorität vor tausenden von Jahren etwas niedergeschrieben, und es gilt auch heute noch für uns. Und es passt sogar in unsere Situation/ unseren Alltag hinein.

Da ist zum Beispiel der Prophet Amos im Alten Testament. Er lebte ca. 750 v. Chr, das ist also mehr als 2.700 Jahre her. Hören wir mal rein, was Amos damals sagte zum Volk Israel:

Amos 4,12+13: “Darum will ich so mit dir verfahren, Israel! Weil ich denn so mit dir verfahren will, so mache dich bereit, deinem Gott zu begegnen, Israel! Denn siehe, der die Berge bildet und den Wind schafft und den Menschen wissen lässt, was seine Gedanken sind, der das Morgenrot und das Dunkel macht und einherschreitet über die Höhen der Erde – HERR, Gott der Heerscharen ist sein Name.”

Amos war ein Schaf- und Feigenzüchter aus Tekoa, einem kleinen Örtchen südlich von Bethlehem, also kein intellektueller Wissenschaftler oder gelehrter Theologe, kein Schriftgelehrter, der im Tempel ein- und ausging. Was würde man vielleicht sagen – ein Laienprediger oder -prophet, der das bei weitem nicht jeden Tag machte. Und trotzdem heißt Amos übersetzt “der Lastenträger” – er trug eine Last,  und zwar die Last der Sünde des Volkes Israel.

Amos wusste, was alles im Volk Israel schief lief und was Gott mit dem Volk vorhatte und das war nicht so angenehm. Israel hörte nicht auf Gott und das sollte Konsequenzen haben. Amos erhält dann einen Auftrag Gottes, in Amos 7,15, wo es sinngemäß so heißt: Er soll zu seinem Volk gehen und ihnen die falschen Machenschaften vor Augen halten.

Eigentlich war es eine Zeit, in dem es dem Volk Israel wirtschaftlich gesehen gut ging, aber bei weitem nicht allen aus dem Volk Israel. Es gab Leute, die immer noch mehr wollten. Und da sind wir doch voll in unserer heutigen Zeit. Wir kennen diesen Spruch “Geiz ist…”, der schon damals gestimmt hat. Da gab es Händler, die mit falschen Gewichten arbeiteten.

Was Amos in der damaligen Zeit angeprangert hat, gibt es heute auch noch. Spekulanten, Wucherer, Betrüger und Wirtschaftskriminelle – Menschen die aus der Notsituation anderer Menschen noch so richtig Profit schlagen.

Also, ich glaube, es hat Amos nicht unbedingt gefallen diese Botschaft, die er von Gott bekam, weiterzugeben. Gerne hätte er sich wieder zurück nach Hause gewünscht, statt solch eine Gerichtsbotschaft zu predigen.

Bei allem, was das Volk Israel getan hat, sagt ihnen Amos: „Mache dich bereit und denke daran – jeder von euch muss einmal Gott begegnen.“

Begegne deinem Gott – die Botschaft Amos‘ an das Volk Israel, aber auch für uns heute

1. Begegnung mit Gott – unumgänglich

Zum Leben gehört das Sterben dazu, sagte einmal der Philosoph Ludwig Marcuse. Wenn wir geboren sind gehen wir unaufhaltsam dem Sterben entgegen. Das Leben auf dieser Erde ist auf dem Grabstein nur ein Bindestrich zwischen  Geburts- und Sterbedatum eines Menschen – nicht mehr! Das ist uns oft nicht bewusst und das war auch den Menschen damals zur Zeit von Amos nicht bewusst. Sie haben drauf losgelebt, nach dem Motto: Feiern bis zum Umfallen- übrigens, das ist auch ein Spruch aus der Bibel. So steht es in Jesaja. 22,13: “Lasst uns feiern – essen und trinken, denn morgen sind wir tot.” Amos wusste genau, dass Gott bei diesem Treiben nicht wegschaut.

In Amos 9,8 heißt es: “Siehe, die Augen GOTTES, des Herrn, sind auf das sündige Königreich gerichtet, dass ich es vom Erdboden vertilge. Aber ich will das Haus Jakob nicht ganz und gar vertilgen, spricht der HERR.”

Gott schaut also nicht weg, nein,  –  ER sieht hin und zwar genau. ER sieht genau, was sie gemacht haben, aber ER sieht auch Ihr und mein Leben und das, was wir tun. Gott wird bei allem, was wir tun, niemals ein Auge zudrücken. Das hat ER bei seinem auserwählten Volk Israel auch nicht getan und deswegen sagt er:”Mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen”. In diese Bibelstelle könnten Sie auch Ihren Namen einsetzen: “Michael, Björn, Susanne, Anja… mache dich bereit deinem Gott zu begegnen.”

Und das ist das zweite:

2. Begegnung mit Gott – nicht überraschend

Mache dich bereit: diese Aufforderung kam durch den Propheten Amos.

Das ist die eindeutige Aufforderung zur Vorbereitung. Ein Prophet war damals so etwas wie ein besonderer Botschafter mit einer besonderen Nachricht von Gott. Diese Menschen schickte Gott immer wieder zur Zeit des Alten Testamentes, um besonders sein Volk Israel zu warnen.

Wir haben heute auch eine besondere Nachricht – damit meine ich nicht die n-TV Tagesschau oder das Internet, sondern ich meine damit den besonderen Brief Gottes an uns: Die Bibel. Es ist der ganze Heilsratschluss Gottes, so heißt es in Apostelgeschichte 20,27. Es ist Gottes Wort an dich und mich, unfehlbar und irrtumslos. Und deswegen – Bibelleser wissen mehr – auch darüber, was in der Zukunft passieren wird.

Amos hat eine Warnung darüber ausgesprochen was passieren wird, wenn keine Änderung kommt. Die Bibel sagt uns auch eindeutig, was in der Zukunft noch alles kommen wird, man sagt dazu Prophetie. Christen brauchen keine Angst vor der Zukunft zu haben, denn wir haben Planungssicherheit in Jesus Christus und Seinem Wort!

Jetzt kommt es nur darauf an: so wie Israel sich damals  vorbereiten sollte Gott zu begegnen, ist jetzt die Frage an uns:

3. Wie begegnen wir Gott – du und ich?

Amos hat in seiner Zeit eine einfache und klare Ansage an das Volk gemacht. In Kapitel. 5,4 sagt er zu dem Volk Israel: “Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben.”

Dieses Lebensangebot Gottes an Sein Volk konnte Amos weitergeben. Gott hat Sein Volk trotz ihres schlechten Verhaltens damals noch lieb gehabt und hat ihnen dieses Angebot durch Amos verkünden lassen. Also nicht nur Gericht, sondern auch Gnade und das ist immer ein Grundprinzip Gottes. Gott hat das Volk Israel niemals verworfen oder ausradiert – bis heute nicht. Das sollten wir nicht vergessen, wenn wir an das jüdische Volk denken, denn es ist Sein Volk und dieses Lebens- und Liebesangebot besteht weiterhin.

Dieses Lebensangebot bezieht sich aber auch auf jeden von uns heute.

Gott liebt uns obwohl ER uns ganz genau kennt – ER hat uns ja erschaffen!

In seinem Sohn Jesus Christus hat Gott dieses besondere Lebensangebot jedem von uns noch mal ganz persönlich gemacht:

Es heißt in Johannes 3,36: “Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.”

Dieses Leben bezieht sich also nicht auf dieses irdische Leben, sondern es bezieht sich auf das Leben nach dem Tod, auf das ewige Leben, was nur Gott uns durch Jesus Christus schenken kann.

Und hier möchte ich jetzt die Aufforderung an jeden einzelnen persönlich stellen:

Sie werden Gott einmal begegnen, das steht fest, entweder als Richter oder als Retter.

Suchen und finden Sie Jesus Christus zu Lebzeiten, dann werden Sie leben in Ewigkeit und ER wird ihr Retter sein.

Die Botschaft Amos ist somit heute noch lebensnah, praktisch und auf uns heute anwendbar und nicht nur das Buch Amos.

Lesen Sie die ganze Bibel – es lohnt sich.