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Die Glaubens-Challenge | November 2020

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von Tim Schöler

Hebräer 11

Mit meinen Kindern fahre ich gerne Mountainbike. Aber leider gibt es keine coole Bergabfahrt ohne Anstieg. Bei diesen Anstiegen haben wir manchmal ganz schön zu kämpfen. Dann versuche ich meinen Jungs mit Sätzen wie „Ich kann schon das Ende vom Anstieg sehen!“ Mut zu machen.

Es ist einfach eine Tatsache. Wenn das Ziel oder der Erfolg sichtbar wird, fällt es uns leichter loszugehen oder durchzuhalten.

Aber wie sieht es aus, wenn noch nichts zu sehen ist? Dann ist Glauben und Vertrauen gefragt. Denn das ist ja der Kern des Glaubens, dass man auch dann festhält, wenn man nichts sieht.

Hebr.11,1: “Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.”

In diesem Kapitel des Hebräerbriefes werden uns einige Beispiele gezeigt, was Glauben bedeutet. Am meisten hat mich in den letzten Wochen das Lebensbild von Abraham beschäftigt.

Ich möchte dich einladen, gemeinsam mit mir in diese Glaubens-Challenge zu starten und zu entdecken, wie Gott dich in deinem Glauben herausfordern will.

1. Herausforderung: Glauben heißt losgehen – auch wenn du noch nichts siehst

Hebr. 11,8: “Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen werde.”

Die Nachfolge Gottes war für Abraham im wahrsten Sinne des Wortes ein Schritt ins Unbekannte. Er musste seine Heimat verlassen und in ein ihm fremdes Land gehen.

Wir wissen nicht, welche Sicherheiten Abraham in seinem Leben in Ur sich aufgebaut hatte. Aber Gott forderte ihn heraus sein bisheriges Leben und seine Familie hinter sich zu lassen.

Jetzt versucht euch mal in Abraham hineinzudenken. Was hatte Abraham zu diesem Zeitpunkt von der Verheißung Gottes schon in der Hand? Gar nichts!

Das einzige was Abraham hatte, war der Ruf und das Versprechen Gottes. Abraham setzt alles auf eine Karte und folgt Gottes Wort.

Die Herausforderung lautet: Im Glauben losgehen – auch wenn man noch nichts sieht.

Die Nachfolge Jesus ist nicht langweilig, sondern immer wieder ein Abenteuer. Immer wieder stehen wir vor Glaubensschritten, bei denen wir im Vorhinein nicht wissen, was passieren wird.

Wie werden meine Freunde und Kollegen reagieren, wenn ich mich als Christ zu erkennen gebe und Gottes Willen in meinem Leben umsetze?

Soll ich dem Anderen wirklich das Evangelium weitersagen? Wie wird er darauf reagieren?

Kann Gott mich durch diese Lebenskrise führen?

Wenn Jesus dich herausfordert mit ihm an deiner Seite einen Schritt ins Unbekannte zu wagen, dann denk daran: Glauben heißt losgehen, auch wenn du noch nichts siehst.

Kennst du das? Wochenlang hast du in eine Sache investiert, hast aber das Gefühl einfach nicht weiterzukommen. Wenn keine Erfolge sichtbar werden, dann verlässt uns schnell die Motivation und wir möchten gerne aufgeben.

In unserer Glaubens-Challenge lautet die

2. Herausforderung: Glauben heißt weitergehen – auch wenn noch keine Erfolge sichtbar sind

Hebr.11,9: ” Durch Glauben hielt er sich in dem Land der Verheißung auf wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung.”

Wenn wir vom „Land der Verheißung“ lesen, denken wir schnell an einen Ort, an dem es keine Probleme gibt und alles im Überfluss fließt.

Was bedeutete „Land der Verheißung“ für Abraham? Es war das Land, das ihm und seinen Nachkommen verheißen wurde, es irgendwann zu besitzen. Aber noch ist es nicht sein Eigentum. Führen wir uns das mal vor Augen: Als Abraham in das Land der Verheißung kam, war er 75 Jahre alt. Er stirbt mit 175 Jahren. Das bedeutet, dass er 100 Jahre als Fremdling in diesem Land gelebt hat. Zu seinen Lebzeiten hat Abraham dieses Land niemals besessen. Er hatte zwar die göttliche Zusage, aber 100 Jahre lang war noch nichts zu sehen.

Glauben heißt weitergehen – auch wenn noch keine Erfolge sichtbar sind. Wie ist das möglich?

Hebr.11,10: “denn er wartete auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.”

Glaube hat mehr die Perspektive auf das was kommt und weniger auf das was nicht ist! Deshalb kann der Glaube auch schwierige Wege gehen, die Geduld erfordern.

Auch wir sehen die Früchte unserer Arbeit nicht immer sofort. Die Glaubenswege, die uns der Herr führt, kommen nicht immer schnell ans Ziel. Es dauert häufig lange, bis Menschen, für die ich bete und denen ich von Jesus erzähle, zum Glauben finden. Auch nötige Veränderungen an uns oder anderen braucht viel Zeit. Die wenigsten Ecken und Kanten unseres Charakters gehen von heute auf morgen.

In Zeiten des Wartens wirft der Unglaube alles hin und gibt auf. Aber der Glaube wartet geduldig auf das Eingreifen Gottes und geht weiter. Der Glaube erwartet alles von Gott und wartet, bis der Herr es ihm gibt.

Stehst du in der Gefahr einfach aufzugeben? Dann denke daran: Glauben heißt weitergehen – auch wenn noch keine Erfolge sichtbar sind.

Kennt ihr Situationen, in denen ihr das Gefühl habt, “hier geht gar nichts mehr”? Es ist, als ob man vor einer großen Wand steht. Auf dieser Wand steht „Unmöglich“! Es ist gar nicht so einfach, auf Gottes Eingreifen zu vertrauen, wenn menschlich eigentlich alles dagegen spricht.

In unserer Glaubens-Challenge lautet die

3. Herausforderung: Glauben startet durch – wenn er auf die Möglichkeiten Gottes schaut

Hebr. 11,11-12: “Durch Glauben erhielt auch Sarah selbst die Kraft, schwanger zu werden, und sie gebar, obwohl sie über das geeignete Alter hinaus war, weil sie den für treu achtete, der es verheißen hatte. Darum sind auch von einem Einzigen, der doch erstorben war, Nachkommen hervorgebracht worden, so zahlreich wie die Sterne des Himmels und wie der Sand am Ufer des Meeres, der nicht zu zählen ist.”

Gott hatte Abraham Nachkommen versprochen. Aber fast drei Jahrzehnte ist nichts von der Erfüllung dieser Verheißung zu sehen.

Eigentlich war die Sache ja gegessen. Rein menschlich gesehen war da nichts mehr zu erwarten, denn die biologische Uhr war für Sarah abgelaufen. In Ihrem Alter bekam man keine Kinder mehr.

In dieser belastenden Situation war die große Glaubensherausforderung für Abraham und Sarah folgende: Obwohl es menschlich immer unmöglicher wurde, mussten beide die Möglichkeiten Gottes vor Augen behalten.

Glauben startet durch – wenn er auf die Möglichkeiten Gottes schaut. Genau das ist auch unsere Glaubens-Challenge. Als Nachfolger von Jesus sind wir herausgefordert den Blick auf die Möglichkeiten Gottes nicht zu verlieren.

Egal wie viele Rückschläge wir erleben. Egal wie viele Tiefschläge du einstecken musst. Egal wie viele Unmöglichkeiten vor dir stehen. Schau auf die Möglichkeiten Gottes und beschränke Gott nicht auf das, was du dir vorstellen kannst!

Eph.3,20: “Dem aber, der weit über die Maßen mehr zu tun vermag als wir bitten oder verstehen, gemäß der Kraft, die in uns wirkt,…”

Gott fordert dich heraus deine Blickrichtung zu überdenken. Schau nicht immer nur auf die Probleme und die Unmöglichkeiten. Schau auf Jesus und seine Möglichkeiten! Das ist eine Entscheidung, die wir täglich neu treffen müssen.

Jesus nimmt uns in seine Glaubensschule und in diesem Monat sollten wir lernen:

1. Glauben heißt losgehen – auch wenn du noch nichts siehst

2. Glauben heißt weitergehen – auch wenn Erfolge nicht zu sehen sind

3. Glauben startet durch – wenn er auf die Möglichkeiten Gottes schaut

In unserem Alltag mit all seinen Herausforderungen und Nöten merken wir sehr schnell, wie klein und schwach unser Glaube ist. Das Gute ist, dass es nicht darauf ankommt, wie groß unser Glaube, sondern wie groß unser Gott ist! Er ist es, der an uns festhält.

Jesus möchte dich in seine persönliche Glaubensschule nehmen und dich im Vertrauen auf ihn wachsen lassen. Diese Glaubensschule startet mit einem einfachen Gebet.

Mk.9,24: “Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr, hilf mir, [loszukommen] von meinem Unglauben!”