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Feindesliebe – Christen mit Superkraft | Juli 2019

Feindesliebe

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von Rocco Grämmel

Ich liebe schon seit meiner Kindheit Superheldenfilme. Denn der Superheld nutzt seine Kräfte für das Gute und das Böse wird besiegt.

Manchmal hätte ich als Christ auch gern solche Superkräfte, z.B. so stark zu sein wie Captain Amerika oder so flink wie Spiderman.
Was könnte ich damit nicht alles Gutes tun? Warum gibt mir Jesus nicht auch eine Superkraft?

Und tatsächlich erhält jeder Christ von Jesus eine Superkraft, die Liebe!
Wie Superhelden sollen wir das Böse durch sie überwinden.
Bei unserer Wiedergeburt wurde diese Superkraft in uns gelegt.
Röm. 5,5: “…denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist,…”

Und diese Liebe sollen nun alle Menschen zu spüren bekommen. Auch unsere Feinde. Darum fordert uns Jesus auf zur Feindesliebe:
Mt. 5,44: “Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen,…”

Da fragt man sich manchmal: Wie soll das denn in meinem Leben Wirklichkeit werden?

1. Feindesliebe in Aktion

V. 44 “Liebt eure Feinde,…”

Zuerst ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, welche Art von Liebe hier gemeint ist. Es ist die göttliche „agape“ (griechisches Wort)-Liebe. Sie bezeichnet die göttliche Liebe, welche bedingungslos und selbstlos ist.

Es geht also nicht darum meinem Feind gegenüber tolle Gefühle oder „Schmetterlinge im Bauch“ zu haben, sondern sich zu entscheiden ihn zu lieben ohne etwas vorauszusetzen oder zu erwarten. Und dann damit zu rechnen, dass Gottes übernatürliche agape-Liebe mich dazu befähigt.

Vielleicht denkst du aber auch: Ich hab` gar keine Feinde.
Nun, ein Feind wird definiert als ein Gegner, also jemand, den du hasst, auf den du wütend bist oder dem es mit dir so geht.

Liebe deine Feinde gilt in der Schule, am Arbeitsplatz und  in der Gemeinde. Denn wie schnell denken wir: “Der oder die regt mich auf. Da bin ich richtig sauer, da läuft mir die Galle über.”

Wie können wir Feinde liebevoll behandeln?

Indem unsere Liebe eben nicht danach fragt: Hat derjenige meine Liebe verdient? Wir stellen keine Bedingungen.
Und wir fragen nicht: Wie hat er sich mir gegenüber verhalten? Wir lassen uns nicht durch sein Verhalten bestimmen.

Das Prinzip:
Wer von Jesus abhängig ist, macht sich unabhängig von Menschen.

Wir reagieren nicht auf das Verhalten, sondern wir agieren aus der Liebe und dem Auftrag Jesu heraus.
Unsere Liebe soll aber kein Lippenbekenntnis sein. So von wegen: „Ja,  ich liebe auch meine Feinde.“ Und dann geht man ihnen aus dem Weg.

Darum folgen direkt praktische Anweisungen:
Mt. 5,44-45: “Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen,…”

Sie fluchen über dich und lassen kein schlechtes Wort aus, doch du segnest sie mit guten und liebevollen Worten.
Sie hassen dich und zeigen es, wo sie nur können, doch du tust ihnen Gutes, wo immer du kannst.
Sie beleidigen, beschimpfen und verfolgen dich, doch du bittest für sie, dass Gott sich über sie erbarmt.

Du bist also gefragt aktiv zu werden. Feindesliebe in Aktion!

Das gilt aber nicht nur für Menschen, die dich so behandeln, sondern auch für diejenigen, die du so behandelst.

Gibt es Menschen, über die du fluchst, die du hasst oder beleidigst?
Dann hör auf damit und zeige ihnen die Liebe Jesu in deinem Leben.

Dabei brauchst du einen langen Atem und Ausdauer. Ein freundliches Wort macht noch keine völlig neue Beziehung.

Gibt nicht auf! Denn Gottes Liebe ist deine Superkraft, die sich gerade dann zeigen kann, wenn es menschlich schwierig wird.

2. Wie der Vater, so die Kinder!?

Mt. 5,45: ” damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.”

Auf „damit“ (V. 45) folgt die Begründung, warum wir die Feindesliebe vorleben sollen.
Die Pharisäer hatten die Nächstenliebe schon soweit eingeschränkt, dass man seine Feinde ruhig hassen sollte.
Mt. 5,43: “Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.”

Doch wir sollen keine menschlichen Ausreden suchen, sondern göttliche Nachfolger sein, da unser himmlischer Vater Feindesliebe jeden Tag vorlebt. Er segnet täglich die Guten und die Bösen, die Gerechten und Ungerechten.

Du sollst wie dein himmlischer Vater sein!
Darum wollen wir die Feindesliebe leben, damit alle Menschen darin unseren Vater erkennen.

Du kannst dich auch dagegen entscheiden und deine Liebe eingrenzen, aber auch das hat Folgen.

Mt. 5,46+47: “Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?”

Andere lieben, weil sie dich lieben; zu anderen nett sein, weil sie deine Freunde sind…was ist denn da besonders an dir? Wofür sollte Gott dich segnen? Du lebst dann wie alle anderen Menschen. So kann jeder Mensch leben, dafür braucht man Jesus nicht.

Deine Superkraft ist notwendig, damit du anders leben und anders lieben kannst. Damit die Menschen um dich herum etwas von der Kraft Gottes und des Evangeliums schmecken.

Darum beantworte dir bitte die Frage: Wie gehst du mit deinen Feinden um? Wofür hast du dich entschieden? Musst du heute etwas ändern?

Ich bete dafür, dass Jesus dich und mich in dieser Liebe mehr wachsen lässt.

Angefangen hat er damit bei mir beim Autofahren. Als ich kürzlich auf der Autobahn auf der linken Spur bedrängt wurde, da gingen mir einige schlechte Gedanken über meinen Feind durch den Kopf. Als ich ihn vorbeigelassen hatte, freute ich mich, denn etwas weiter kam ein Blitzer. Da erinnerte mich Jesus an die Feindesliebe. Ich betete für ihn, dass er nicht geblitzt wird und es passierte so. Er wurde nicht geblitzt.

In dieser “kleinen” Situation merkte ich, dass ich noch viel wachsen muss.
Meine Reaktion war nichts Besonderes, es sollte eigentlich das Normale im Leben eines Kindes Gottes sein.

Als Christ hat Gott seine Superkraft in uns gelegt. Nun ist es an uns, sie für das Gute einzusetzen, besonders auch unseren Feinden gegenüber. Auf dass wir Gott immer ähnlicher und vollkommener werden.

Mt. 5,48: ” Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!”