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Jesus liebte Martha! | September 2019

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von Rudi Bork

„Es war aber einer krank, Lazarus von Bethanien aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha, nämlich der Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank! Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht wird!
Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus.”
(Johannes 11,1-5)

Das ist der wunderbare Bericht vom Ereignis der Auferweckung des Lazarus. Mittendrin verbirgt sich ein kleiner aber feiner Hinweis, der leicht zu übersehen ist. In Vers 5 heißt es:
„Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus.“

„JESUS ABER LIEBTE MARTHA…“

Das ist ein bemerkenswerter Hinweis. Denn das ist eine großartige und ermutigende Wahrheit. Schon oft habe ich Johannes 11 gelesen. Doch diesen Satz habe ich bisher immer überlesen. Bis vor einigen Tagen. Da ist mir die Passage „Jesus liebte Martha“ bewusst ins Auge gefallen.
Nur eine scheinbar kleine Randbemerkung. Die mir aber sehr persönlich groß geworden ist. Dieser Satz hat mich enorm überrascht, erfreut ermutigt und getröstet. Wie der Herr Jesus Christus das gerne so macht, wenn wir in seinem Wort lesen. Gott schickt das richtige Wort zur richtigen Zeit und trifft mitten ins Schwarze.

„JESUS LIEBTE MARTHA…“ –
EINE VERBLÜFFENDE FESTSTELLUNG.

Natürlich ist mir klar, dass Gott alle Menschen liebt und daher selbstverständlich auch der Herr Jesus alle liebt. Was mich so verblüfft hat, ist die Reihenfolge der Aufzählung:
„Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus.“

Martha steht hier ganz vorne; an erster Stelle! Es hätte mich nicht so sehr verblüfft, wenn dort stehen würde: „Jesus aber liebte Maria und ihre Schwester und Lazarus.“ Das hätte nach meinem Verständnis gepasst.
Denn Maria, ja, Maria, das war doch die…. Genau! Die Maria, die – schaut einmal nach Johannes 11,2 – „den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat…“ Und genau die Maria, die – und nun schaut bitte nach Lukas 10,39 – „sich zu Jesu Füße setzte und seinem Wort zu hörte…“ Und nicht von Martha, sondern über die Maria sagte der Herr Jesus: „Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!“ (Lukas 10, 41).

Deshalb verblüfft und überrascht dieses im Licht von Lukas 10,38-42.
Dort sieht Martha nämlich gar nicht so gut aus. Sie beklagt sich über ihre Schwester. Sie setzt die falschen Prioritäten. Der Herr muss sie stoppen und mit Nachdruck korrigieren.
Dass der Herr Jesus die Maria liebte, daran zweifelt, so glaube ich, niemand. Maria hat sich freimütig und völlig ungeniert zu ihm bekannt. Maria hat ihren Herrn öffentlich geehrt und ihm gehuldigt. Sie saß dem Herrn Jesus zu Füßen und schaute buchstäblich zu ihm auf. Maria war zweifellos dem Herrn Jesus ergeben und gehorsam. Maria hatte alles richtig gemacht. Von den beiden Schwestern war Maria zweifellos die liebe und deshalb wohl auch Beliebte. Daher für jeden nachvollziehbar und verständlich, dass Jesus Maria liebte.

Deshalb wäre es für mich logisch, dass es in Johannes 11,5 eigentlich heißen müsste: „Jesus aber liebte Maria…“. Der Heilige Geist macht keine Fehler. Es ist also korrekt, weil gottgewollt, wenn dort steht: „Jesus aber liebte Martha…“.

„JESUS LIEBTE MARTHA…“ –
EINE ERMUTIGENDE FESTSTELLUNG.

Für mich ist das eine sehr Mut machende Erkenntnis.
Denkst du nicht auch manchmal, dass es völlig klar ist, wenn Jesus bestimmte Leute in deinem Umfeld lieb hat? Wenn du deren Beziehung zum Herrn Jesus siehst. Wenn du ihren Glauben beobachtest. Wenn du ihr Gottvertrauen betrachtest. Dann besteht überhaupt kein Zweifel für dich: Das sind Gläubige, die den Herrn Jesus liebhaben.
Und deshalb hat der Herr Jesus sie ganz bestimmt auch sehr lieb. Denn sie machen alles vorbildlich, gut und richtig. Wäre der Herr Jesus jetzt persönlich anwesend, dann würden sie den Herrn salben und ihm mit ihren Haaren die Füße trocknen. Käme der Herr Jesus nun herein, dann würden sie sich bestimmt zu seinen Füßen setzen und jedes Wort von ihm aufsaugen. Und das meine ich keineswegs ironisch oder spöttisch!

Und dann gibt es dich. Du gehst davon aus, dass der Herr Jesus dich bestimmt nicht so sehr liebt, wie diese vorbildlichen Nachfolger/innen. Denn du meckerst öfters mal und beschwerst dich. Weil du unzufrieden bist über deine Glaubensgeschwister.
Du dienst und schuftest, sie üben sich deiner Meinung nach in Frömmigkeit. Manchmal setzt du auch die falschen Prioritäten im Leben. Du kannst nicht still sitzen, Bibel lesen und beten, wenn es noch etwas zu tun gibt. Du kämest eher nicht auf die Idee, die Füße des Herrn zu salben und mit deinen Haaren zu trocknen. Das wäre dir eher unangenehm.
Du schaust auf die Marias neben dir und bekommst Komplexe. Für dich ist völlig klar, dass der Herr Jesus die Marias liebt. Aber dich mag er nur. Denkst du manchmal in diese Richtung? Dann lies und höre, was der Heilige Geist dir schreibt und sagen möchte„Jesus aber liebte Martha…“!

Das ist kein Druckfehler! Der Herr Jesus liebte Martha! Und er liebte auch ihre Schwester und Lazarus. Der Herr Jesus liebt uns. Auch wenn bei uns nicht immer alles richtig läuft. Der Herr Jesus liebt nicht nur die vorbildlichen Marias (wieder nicht spöttisch gemeint!). Der Herr Jesus liebt auch die ausrutschenden Marthas!

Du bist von Jesus geliebt!

Auch wenn der Herr dich mitunter korrigieren und ermahnen muss. Gerade das ist ja Zeichen seiner Liebe, Zuneigung und Wertschätzung.
Besonders hier gilt doch, dass der Herr Jesus nicht für die Gesunden gekommen ist, sondern für die mit einem „Handicap“. Dazu gehören auch Kinder Gottes. Manche sind im Glauben halt etwas „grobmotorischer“. Nicht alle sind feingeistige Songwriter oder Poeten. Einige sind eher die praktischen An- und Zupacker. Die werden gebraucht! Und diese hat der Herr Jesus ebenso lieb.

Denke nicht, dass Jesus dich liebt, weil du eine Maria bist, zu seinen Füßen sitzt und alles richtig machst. Denke nicht, dass Jesus dich nicht liebt, weil du eine Martha bist, manchmal die “Gäule mit dir durchgehen” und das Alltägliche dir oft näher ist als das Spirituelle. Jesus liebt dich, weil Du Du bist!

Er liebte Maria, Martha und Lazarus. Sie waren völlig verschieden.
Und sie zeigten ihre Liebe zum Herrn auf ganz unterschiedliche Weise.
Martha war die Gastfreundliche. Schnell wird diese Eigenschaft im „Maria und MarthaText“ von Lukas 11,38-42 übersehen. Der Abschnitt beginnt nämlich so:
„Es begab sich aber, als sie weiterreisten, dass er (Jesus) in ein gewisses Dorf kam; und eine Frau namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus.“

Auch in Johannes 11 ist es Martha, die zuerst dem Herrn Jesus entgegenläuft (Johannes 11,20), während Maria im Haus sitzen blieb.
Martha bekennt sich eindeutig dazu, dass der Herr Jesus der Christus ist:
„Martha spricht zu ihm: Ja, Herr! Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. (Joh. 11,27)

Jesus liebte Martha, und ihre Schwester und Lazarus.
Und Jesus liebt dich. Der Herr liebt alle seine Nachfolger gleichermaßen. Aus Liebe lobt er uns und aus Liebe tadelt er uns.
Die Einen lobt er für ihre Hingabe. Die Anderen korrigiert er bei sich selbst schädigendem Verhalten. Die Dritten weckt er aus der Verwesung auf.
Bitte fühl‘ dich nicht geliebt, sondern bei Jesus darfst du dich geliebt wissen!
Wenn du dich wieder einmal als der Versager und der letzte Jünger fühlst und der Herr dich zurechtweisen muss, dann nimm dir zu Herzen:

„Jesus aber liebte Martha!“

EINE VERBLÜFFENDE FESTSTELLUNG.

EINE ERMUTIGENDE FESTSTELLUNG.