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Mai 2018 –
Du bist nicht du, wenn du hungrig bist!

von Daniel Bachmann

Du bist nicht du, wenn du hungrig bist!

Man muss dann nur ein Snickers essen und der Hunger ist gegessen!

Das will uns zumindest die Werbung suggerieren. Aber jeder von uns weiß, wie unangenehm es ist, mit hungrigem Magen durch den Tag zu gehen. Wird der Hunger noch mit besonderer körperlicher Anstrengung verbunden, dann kann es zum Hungerast kommen. Wenn das der Fall ist, dann macht der Körper gar nichts mehr mit. Es kann einem schwindlig werden. Im äußersten Fall wird man ohnmächtig.

So eine ähnliche Situation erlebte Elia. Er hatte sich gerade mit den Baalspriestern angelegt und mit Gottes Hilfe einen großartigen Sieg erlebt. Wer kann ihm da noch was anhaben? Doch dann kriegt er eine Morddrohung von Isebel ins Haus. Und plötzlich geht gar nichts mehr. Elia scheint nicht mehr er selbst zu sein. Der Prophet, der sich mit hunderten von Götzendienern anlegen konnte, knickt plötzlich vor einer Frau ein.

Der Prophet flieht in die Wüste. In 1. Könige 19,4-5 heißt es:

„Und er erbat für sich den Tod und sprach: Es ist genug! So nimm nun, HERR, mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter! Und er legte sich und schlief ein.“

Elia kann nicht mehr. Seine Kräfte sind komplett aufgezehrt. Aber er ist nicht nur körperlich ausgehungert, sondern auch geistlich. Doch Gott lässt ihn nicht so. Er möchte seinen Hunger stillen, aber auch deinen und meinen. Und das tut er auf dreierlei Weise.

1. Hunger nach Stärkung

Erstens stillt er unseren Hunger nach Stärkung. Elia schlief also. Doch dann wird er geweckt. In 1. Könige 19,5-6 steht:

„Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und als er sich umsah, siehe, da war bei seinem Kopf ein auf heißen Steinen gebackener Brotfladen und ein Krug Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.“

Der Engel erscheint noch ein zweites Mal und Elia isst nochmals. Neu körperlich gestärkt wandert Elia zum Horeb, dem Berg Sinai. Und da fragt ihn Gott, was er eigentlich will.

Elia lässt darauf seinen ganzen Frust raus. Er wirft Gott seine ganzen Zweifel, Sorgen und Probleme an den Kopf. Das kann man in 1. Könige 19,10 nachlesen. Doch Gott hat damit kein Problem! Nirgends in der ganzen Begebenheit wird Elia dafür kritisiert.

Wenn wir am Ende unserer Kräfte sind und nur noch diesen riesigen Sorgenberg vor uns sehen, dann lasst uns von Gott unseren Hunger nach Stärkung stillen. Stärkung erfahren wir durch Gottes Wort. Durch die Bibel. Da wird unser geistlicher Hunger gestillt. Gerade dann, wenn du keinen Ausweg siehst, dann suche in diesem Buch nach Antwort. Und du wirst staunen, was die Bibel für eine Kraftquelle ist.

Und rede mit Gott. Wir dürfen alle unsere Sorgen auf Gott werfen. Wir dürfen ihm unser Leid bringen und bei ihm abladen. Solange wir Gottes Autorität nicht in Frage stellen, dürfen wir auch ganz unverhohlen klagen.

In 1. Petrus 5,7 heisst es:

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“

Und wenn der Vers „werfen“ sagt, dann meint er wirklich „werfen“. Wir dürfen unsere Kraftlosigkeit zugeben und ihm unsere Verzweiflung regelrecht entgegen schleudern. Und dann dürfen wir erfahren, wie Gott uns stärkt.

2. Hunger nach Liebe

Elia war also gerade an den Berg Horeb gewandert. Dort begegnet ihm Gott auf einzigartige Weise. Und dabei stillt Gott ein weiteres Hungerbedürfnis von Elia. Ich will es mal Hunger nach Liebe nennen. Gott fordert Elia auf, an den Berg zu treten. Elia sollte da Gott begegnen. In 1. Könige 19,11-13 wird beschrieben, wie Gott vier verschiedene Naturphänomene geschehen lässt. Zuerst kommt ein gewaltiger Wind auf. Dann ein Erdbeben und danach ein Feuer. Zuletzt kam ein sanftes Windsäuseln. Und darin begegnet Gott dem Elia.

Was haben diese Verse also mit Liebe zu tun? Gott ist allmächtig. Er kann auch in einem starken Wind, einem Erbeben oder Feuer den Menschen begegnen. Hier aber zeigt er sich Elia im sanften Säuseln. Vergessen wir nicht, wo Elia war. Er befand sich in einer Wüste. Und wir alle wissen, wie erfrischend so ein sanftes Windsäuseln ist, wenn die Temperaturen jenseits von 30 Grad sind.

Und darin zeigt Gott, wie er dem Elia begegnet. Wohltuend und liebevoll. Ebenso wie ein sanftes Säuseln im Hochsommer. Und Gott tut es dann besonders, wenn unser Bedürfnis nach Liebe besonders hoch ist. Nämlich dann, wenn wir am Ende unserer Kräfte sind.

Elia hatte sich als Versager gefühlt. Er sagt in Vers 4 vom gleichen Kapitel:

„Es ist genug! So nimm nun, HERR, mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter!“

Manchmal fühlen wir uns auch als die reinsten Versager. Wir sind so auf die Nase gefallen. Und wir fühlen uns einfach vor Gott nur schuldig. Wir fragen uns: Kann Gott so jemanden noch lieben? Ja, er tut es! Nichts wird daran jemals etwas ändern. Gott hat alles unternommen, um uns in Liebe begegnen zu können. Er sandte Jesus Christus, der am Kreuz starb, um uns von unserer Schuld zu befreien. Ja, Gott möchte unseren Hunger nach Liebe stillen. Er will auch uns wie Elia mit einem sanften, wohltuenden Säuseln umwehen. Darum dürfen wir uns in seine liebenden Hände fallen lassen.

3. Hunger nach Unterstützung

Nachdem Elias Hunger nach Stärkung und Liebe gestillt wird, geht Gott noch einen Schritt weiter. Er stillt auch das Bedürfnis nach Unterstützung. Denn Elia fühlte sich ziemlich einsam. In 1. Könige 19,14 heißt es:

„Er sprach: Ich habe heftig geeifert für den HERRN, den Gott der Heerscharen … und ich allein bin übrig geblieben, und sie trachten danach, mir das Leben zu nehmen!“

Elia meinte, er sei der einzige, der an vorderster Front kämpft. Da ist niemand, der ihn unterstützt. Er ist ganz alleine. Gottes Reaktion auf diesen Einwand ist eine zweifache Antwort. Erstens zeigt Gott Elia, dass er einen ziemlichen Tunnelblick hat. Er erklärt Elia in 1. Könige 19,18, dass es noch weitere 7000 Menschen gibt, die sich nicht von Gott abgewandt haben. 7000 Menschen, die gleichgesinnt sind.

Zweitens stellt Gott dem Elia ganz aktiv jemand zur Seite, nämlich Elisa. Elisa sollte später sein Nachfolger werden. Das wird in 1. Könige 19,16 ausgedrückt. Aber solange Elia noch da ist, soll Elisa von ihm lernen und ihn in seiner Arbeit unterstützen. Elias Hunger nach Unterstützung wird gestillt.

Haben wir manchmal nicht den gleichen Tunnelblick wie Elia? Wir sind so im Elend, dass wir meinen, dass weit und breit keiner da ist, der mich unterstützt. Aber wir nehmen gar nicht wahr, dass andere Menschen sehr wohl um einen besorgt sind. Überleg dir mal: Wer hat dich als letztes gefragt, wie es dir geht? Wer hat dir als letztes etwas Gutes getan? Vielleicht war es nur eine kleine Geste. Jemand hat dir einen Kaffee gebracht oder jemand hat dir eine aufmunternde Nachricht geschickt.

Diese Beispiele sollen uns darauf aufmerksam machen, dass die Unterstützung da ist. Oft sogar ein Mensch, der sich ganz aktiv um uns kümmert. Wir nehmen es vor lauter Verzweiflung nur nicht wahr. Zudem dürfen wir wissen, dass Gott uns niemals im Stich lässt. Selbst wenn alle Menschen uns verlassen, er wird es niemals tun. Jesus sagt in Matthäus 28,20:

„Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“

Gott lässt weder seinen Propheten Elia noch uns hungrig. Er stillt unseren Hunger nach Stärkung. Er will uns durch sein Wort mit fester Speise versorgen. Er stillt unseren Hunger nach Liebe. Selbst im Versagen begegnet er uns liebevoll. Er stillt unseren Hunger nach Unterstützung. Wir sind nie alleine. Gott stellt Menschen an unsere Seite und er selbst lässt dich sowieso nie im Stich.

Darum still deinen Hunger bei ihm.

Denn du bist nicht du, wenn du hungrig bist.