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September 2018 –
Die Summe aller Lehre

von Dennis Wagner

Konrad Adenauer hat gesagt:

„Das hat der liebe Gott nicht gut gemacht. Allen Dingen hat er Grenzen gesetzt, nur nicht der Dummheit.“

Die Dummheit der anderen scheint schier grenzenlos. Wenn man sieht, was in der Politik los ist, was der Arbeitskollege sich auf der Arbeit wieder erlaubt hat, wie die Autofahrer einen auf der Autobahn ausbremsen, schneiden, usw. …

Doch Konrad Adenauer ist nicht beim pessimistischen Blickwinkel stehen geblieben, so sagte er:

„Es kann mich niemand daran hindern, über Nacht klüger zu werden.“

Das war seine Antwort auf die Frage, warum er einmal seine Meinung geändert habe: Wer belehrbar ist, kann klüger werden.

Ein Mensch, der sich entscheidet an Gott zu glauben, ist nicht perfekt.
Er hat keine Ahnung über Gott, was Gott bewegt und was Gott wichtig ist.
Ein solcher Mensch ist ein Kind Gottes, das in seiner Beziehung zu Gott wachsen kann.
Es hindert ihn nicht daran, über Nacht klüger zu werden. Dafür hat Gott seinen Kindern sein Wort gegeben – die Bibel.
Gott will durch sein Wort Christen dazu befähigen im Glauben zu reifen.

Doch wie lese ich gewinnbringend in der Bibel? Wie studiere darin? Dafür gibt es viele Hilfsmittel:

  • Eine Studienbibel mit praktischen Anleitungen
  • Bücher: „Wie studiere ich die Bibel?“
  • Auslegungen zu den einzelnen biblischen Büchern
  • Bücher über die Dogmatik, die Lehre der Bibel
  • Bücher zu Fragen des praktischen Glaubenslebens
  • usw.

Aber: Kann es nicht eine simple Zusammenfassung, einen Hauptgedanken geben?

Wir finden so einen Hauptgedanken in

Prediger 12,13:
„Lasst uns die Summe aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das macht den ganzen Menschen aus.“

1. Fürchte Gott

Ehrfurcht wird durch folgende Worte definiert: Hochachtung, Respekt, achtungsvolle Scheu vor der Würde und Erhabenheit Gottes, unserem Schöpfer.

Wie genau äußert sich das? Wie komme ich dahin?

Sprüche 2,1-6:
„Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote bei dir bewahrst, sodass du der Weisheit dein Ohr leihst und dein Herz der Einsicht zuwendest; wenn du um Verständnis betest und um Einsicht flehst, wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen. Denn der HERR gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.“

Am Anfang steht die Entscheidung: Ich will Gott kennen lernen! (V.1+2), ebenso das Beten und Flehen: Die Verse 3+6 zeigen, dass Verständnis und Einsicht von Gott abhängig sind.

In der Bibel finden wir Beispiele dafür:

  • Daniel liest die Schriften des Propheten Jeremia, liest etwas über 70 Jahre der Gefangenschaft und fragt Gott, wann die vorbei sind. Und er bekommt eine Antwort, die weit darüber hinausgeht. (Dan 9,3)
  • Daniel bekommt eine Offenbarung über die große Drangsal und fastet und betet 3 Wochen lang um eine Antwort zu bekommen. (10,2-3.12-13)

Suchen und Forschen wie nach Silber und Schätzen (V.4), das bedeutet, nicht bei ersten Herausforderungen aufzugeben!

Das Bild vom Schatz, das hier gebraucht wird, da könnten wir in Deutschland an die 3.200t Gold und Silber denken, die laut Historikern in Deutschland versteckt sein sollen. Vergrabene Schätze von Römern, Edelleuten, Rittern, Räubern, Ganoven und Nazi-Gold.
Was würdest du tun, wenn du einen belegbaren Hinweis bekommst, wo ein solcher Schatz zu finden ist?

Auf Schatzsuche gehen! Und genau das können wir im Wort Gottes.

David äußert sich im Psalm 119 über die Bedeutung des Wortes Gottes für sein Leben:

  • V.72: „Das Gesetz, das du ausgesprochen hast, bedeutet mir mehr als Tausende von Gold- und Silberstücken.“
  • V.162: „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet.“

Es lohnt sich im Wort Gottes auf Schatzsuche zu gehen! Denn das Ergebnis wird sein:

Sprüche 2,5 (Schl2000)
„dann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen.“
Sprüche 2,5 (GN)
„Wenn du das alles tust, wirst du auch lernen, den Herrn zu erkennen und ihn ernst zu nehmen.“

Es geht darum Gott kennen zu lernen, Zusammenhänge zu verstehen und Gott ernst zu nehmen. Ehrfurcht kommt nicht von selbst, Ehrfurcht will gelernt werden.

Die Summe aller Lehre: Fürchte Gott und halte seine Gebote;

2. Halte seine Gebote

Das Volk Israel hatte die Aufgabe, sich an Gottes Gebote zu halten. Doch Gebote zu halten bedeutet nicht automatisch Gott ernst zu nehmen und damit Ehrfurcht vor ihm zu haben. In Jesaja 29,13 wird uns von einer falschen Ehrfurcht berichtet.

Jesaja 29,13 – falsche Ehrfurcht
„Weiter spricht der Herr: Weil sich dieses Volk mit seinem Mund mir naht und mich mit seinen Lippen ehrt, während es doch sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir nur angelerntes Menschengebot ist,…“

Nach außen hin mögen sie wohl ehrfürchtig gewirkt haben, immerhin haben sie das Gesetz gehalten. Aber die Herzenshaltung, die Beziehung zu Gott, war falsch.

Auch im Neuen Testament ist die Rede von einem Gebot bzw. einem Gesetz:

Galater 6,2
„Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!“

Gesetz des Christus:

Joh. 13,34: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.“
Joh. 14,21: „Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt;“

Gott ging es nie darum, dass Menschen sich sklavisch an Gebote halten. Ihm geht es immer um die Herzenshaltung. Das macht der Kontext deutlich.
Wer Ehrfurcht hat, verinnerlicht sich Gottes Wort, hat Gottes Größe und Erhabenheit vor Augen, lernt Gottes Anliegen kennen und wird diese von Herzen umsetzen, weil die Beziehung zu Gott stimmt.

Die Motivation hinter dem Bibel lesen, dem studieren und dem Gehorsam ist Gott wichtig. Mach es nicht weil du es „musst“, mach es weil du Gott begegnen und kennenlernen möchtest. Denn nur dann hat deine Ehrfurcht auch praktische Auswirkungen auf deine Lebensgestaltung.

Die Summe aller Lehre: Fürchte Gott, halte seine Gebote; das macht den ganzen Menschen aus.

3. Das macht den ganzen Menschen aus

Wer bereit ist zu lernen, was es heißt, Gott zu fürchten und sich an seine Gebote zu halten, der wird erleben, ob diese Aussagen göttlichen Ursprungs sind, oder ob ich mir nur etwas ausgedacht habe.

Ehrfurcht bedeutet Hochachtung, Respekt und eine achtungsvolle Scheu vor der Würde und Erhabenheit Gottes, unseres Schöpfers zu haben.

Andere Stellen führen den Begriff Ehrfurcht weiter aus:

Sprüche 8,13: Ehrfurcht = das Böse hassen.
Hebräer 12,25-29 : Ehrfurcht = Die Scheu davor, Gott durch Sünde herauszufordern.

Diesen heiligen Gott möchte ich durch meine Sünde nicht herausfordern. Nicht aus Angst, sondern weil ich Gott ernst nehmen möchte! Weil ich ehrfürchtig leben möchte.

Ehrfurcht beinhaltet eine praktische Reaktion auf die Größe Gottes. Ich passe mein Leben der Größe Gottes an.

Ps 147,11:
„Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Gnade hoffen.“

Hier möchte ich den Bogen zum zweiten Zitat von Konrad Adenauer spannen: „Es kann mich niemand daran hindern über Nacht klüger zu werden.“

Eine simple Zusammenfassung der Lehre der Bibel: „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das macht den ganzen Menschen aus.“
Sich dieses Wissen anzueignen dauert weniger als eine Nacht. Zu lernen das auch umzusetzen, dauert ein Leben lang.

2Kor 3,18:
„Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“

Unser Wesen, unser Charakter wird in diesem Prozess so umgestaltet, dass wir Gott Stück für Stück ähnlicher werden.

Prediger 12,13:
„Lasst uns die Summe aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das macht den ganzen Menschen aus.“