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Von den Wildgänsen lernen | Oktober 2020

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von Johannes Vogel

Matthäus 6,26
“Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?”

Auf die Vögel sehen und von ihnen lernen, ob das so eine gute Idee ist? Und das sogar im Alltag, oh, oh… Oft hört man ja schon einmal den Ausspruch: „Du dumme Gans.“

Doch objektiv gesehen gibt es gar keinen Grund, Gänse einfach als dumm zu bezeichnen.
Sie besitzen sogar eine ausgeprägte soziale Intelligenz, an einigen Stellen vergleichbar mit der von Menschen. Gänse merken sich die Vorlieben ihres Gespanns, wenn sie fliegen, aber auch, wer wen mag oder auch nicht. Und sie können Menschen wiedererkennen. Ein “schlaues Federvieh” also! Sogar das unbeliebte Geschnatter lässt sich sinnvoll einsetzen. Gänse reagieren sehr sensibel auf Gefahren und warnen zuverlässig ihre Artgenossen und durch das laute Schnattern somit auch alle, die es mitbekommen. Der Legende nach nutzten die Menschen schon sehr früh die Dienste der Gänse – zum Beispiel als im Jahre 390 v. Chr., als die Stadt Rom von den Galliern angegriffen wurde, warnten die Gänse die Römer. In Sachen Selbstschutz sind sie also absolut top.

Zu Brutzeiten, wenn Gänse schwach und angreifbar sind, ist der Zusammenhalt der Gemeinschaft besonders stark. Wer in die Nähe der Gelege will, sollte sich sehr dick anziehen. Gänse trotzen dem Individualismus – sie sind da ganz anders als wir Menschen.

Wildgänse sind ausdauernde Flieger, sehr gute Schwimmer, pflegen die Einehe, ernähren sich auf pflanzlicher Basis. Eine super Spezies, die sich der Herr der Schöpfung da ausgedacht hat. 600 bis 800 km können Wildgänse auf dem Weg zu ihren Winterrastplätzen zurücklegen – und zwar pro Tag. Sie sind sehr robust und geben sich in dieser Zeit mit sehr wenig zufrieden. Von Island bis Schottland fliegen sie beispielsweise über das Meer – ohne eine Pause einzulegen. Wie? Im berühmten Pfeilspitzen oder V – Formationsflug. So sparen sie eine Menge Energie, denn ihr Herz darf nicht zu schnell schlagen. Alles was stört, erhöht den Energiebedarf und damit das Risiko, dass ihnen der „Sprit“ ausgeht und sie abstürzen.
Kein unnötiger Ballast und somit höchste Effizienz! Ein Vorbild in der Schöpfung für uns Christen heute:

Hebräer 12,1
“Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt,…”

Der Flug der Gänse muss ausgewogen sein – Kräfte einteilen ist also angesagt! Die Aerodynamik in der Formation ist das Geheimnis der Gänse. Und dazu braucht es:

1. Die richtige Leitung

Wer hinten fliegt, spart Energie. Das Leittier fliegt vorne und muss kräftig sein, es gibt den Takt vor und navigiert zugleich die Truppe. Vorne fliegen – also Verantwortung übernehmen – bedeutet in der Regel auch den meisten Widerstand zu erfahren. Wie ist das bei uns Menschen? Ohne Menschen, die Verantwortung übernehmen, geht auch im richtigen Leben nichts. Sie stehen an der Spitze und bekommen den meisten Gegenwind. Merken wir die Parallele? Ermüdet das Leittier an der Spitze nach fünf bis zehn Minuten, sendet es den nachfolgenden Leittieren ein Zeichen, – meist einen Ruf, – mit dem es die notwendige Ablöse signalisiert. Gänse kennen anscheinend keinen falschen Stolz, so wie wir Menschen. Sie wissen, dass sie ein Team benötigen. Einzelkämpfer sind dort deplatziert!
Wie steht es bei dir und mir damit? Wissen wir auch, dass wir ohne die Hilfe der anderen nicht weit kommen, sei es in der Familie, der Gemeinde, der Mission? Wie drückt es der Apostel Paulus so treffend aus im Galaterbrief:

Galater 6,2
“Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!”

Einer alleine kann auf Dauer nicht alles alleine tun und “reißen”. Das nächste Leittier bei den Gänsen setzt sich also an die Spitze der Formation. Das ermüdete Tier zieht sich in den hinteren Teil der Formation zurück, wo es wieder neue Kraft tankt. Wer längere Zeit in der ruhigen Zone geflogen ist, zieht wieder nach vorne und leistet für einige Zeit wieder Schwerstarbeit. Die Unterstützung, die Hilfe ist das Wichtige, was wir hier lernen können.

Auszeiten sind Gold wert, wenn man am Ende der Kräfte angelangt ist. Gerade wenn man Verantwortung trägt.

Predediger 4,6
“Besser eine Handvoll Ruhe, als beide Fäuste voll Mühsal und Haschen nach Wind.”

Das Prinzip einer Auszeit oder auch einer Ruhezeit ist wertvoll. Und das nicht nur, wenn man viel Verantwortung trägt und einen stressigen Job hat. Nicht umsonst ist das Prinzip der 6-Tage- Woche und einem Tag ausruhen von der normalen Alltagstätigkeit ein biblisch/göttliches Vorbild für uns alle! Aber nicht nur die richtige Leitung ist wichtig, sondern auch die richtige Begleitung ist wichtig.

2. Die richtige Begleitung

Die Vögel reden unablässig miteinander. Sie erkennen sich an den Rufen. Selbst im Flug kommunizieren sie, man hört ihr Schreien Hunderte Meter weit. Kann eines der Tiere in der Gruppe nicht mehr mithalten, lösen sich zwei Gänse aus dem Formationsverband und begleiten es zu Boden, um ihm zu helfen und es zu beschützen. Dort bleiben sie so lange bei dem schwachen Tier, bis es entweder wieder weiter fliegen kann oder sogar stirbt. Die Bibel drückt das für uns heute so aus:

1. Korinther 12,18 – 27
Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. Wenn aber alles {ein} Glied wäre, wo bliebe der Leib? Nun aber gibt es zwar viele Glieder, doch nur {einen} Leib. Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht! oder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht! Vielmehr sind gerade die scheinbar schwächeren Glieder des Leibes notwendig, und die [Glieder] am Leib, die wir für weniger ehrbar halten, umgeben wir mit desto größerer Ehre, und unsere weniger anständigen erhalten um so größere Anständigkeit; denn unsere anständigen brauchen es nicht. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, dass er dem geringeren Glied um so größere Ehre gab, damit es keinen Zwiespalt im Leib gebe, sondern die Glieder gleichermaßen füreinander sorgen. Und wenn {ein} Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn {ein} Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid [der] Leib des Christus, und jeder ist ein Glied [daran] nach seinem Teil

Rücksicht, Pflege und Begleitung – die Gänse machen es uns vor wie es richtig geht. Manchmal hab` ich den Eindruck, die Tiere sind noch auf dem Stand der Schöpfung und noch nicht so degeneriert wie wir Menschen. Und deswegen braucht es auch die richtige Leitung, die über allem steht, also die Über–Leitung
Und das ist mein dritter und letzter Punkt

3. Die richtige Über-Leitung

Wenn alle Tiere einer Gänseformation unbeschadet ihr Ziel erreichen, dann liegt das vor allem in ihrem unglaublichen, selbstlosen Gemeinschaftsdenken begründet. Der Schöpfer steht letztlich hinter all dem, ER hat sich das alles so genial ausgedacht. ER, der Herr, steht über allem und hat alles in Seiner Hand – ist das nicht beruhigend zu wissen? Ich denke schon!
Von Gottes Schöpfung können wir so viel lernen:

Die richtige Leitung ist notwendig.

Würden sich Menschen bei anstrengenden Aufgaben ebenso abwechseln, wie es die Gänse tun, dann würden diese Aufgaben viel leichter erfüllt werden können.

Die richtige Begleitung ist aber auch wichtig.

Würden Menschen, die das gleiche Ziel ansteuern, sich ebenso unterstützen wie es die Gänse tun, dann könnten sie dieses Ziel viel leichter und schneller erreichen.
Weniger würden ausbrennen, krank werden oder gar aufgeben im Dienst für IHN.

Die richtige Über-Leitung, die über allem steht, ist letztendlich entscheidend.

Die Bibel sagt in

Philipper 2,2-5
„Macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das Eine bedacht seid. Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war.“