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Was ist es dir Wert? | Juni 2020

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von Tim Schöler

Was ist es dir Wert? Welchen Preis bist du bereit dafür zu bezahlen?

Diese Fragen, können uns ganz schön herausfordern. Wenn wir uns fragen, ob wir etwas wirklich haben wollen, öffnen sie uns die Augen.

Die Frage nach dem Preis lassen wir bei der Nachfolge Jesu gerne außen vor. Wir haben Angst Menschen dadurch zu verscheuchen. Deshalb darf die Nachfolge bei uns möglichst nichts kosten. Niemand muss seine Komfortzone verlassen und es darf alles so bleiben wie es ist.

Jesus handelt dagegen ganz anders. Er setzt die Hürde hoch. Bei ihm gibt es keine Halbwahrheiten oder Kleingedrucktes. Seine Nachfolger sollen sich darüber bewusst sein, was sie die Jüngerschaft kosten wird.

Lukas 14,33
„So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.“

Ja, es ist so. Die Nachfolge bringt Verzicht mit sich. Wer Jesus nachfolgen möchte, muss ihn zur Priorität machen. Alles andere müssen wir dahinter einsortieren oder ganz darauf verzichten. Wer dazu nicht bereit ist, den wird die Nachfolge immer unzufrieden machen.

Verzicht um Jesu Willen bedeutet loszulassen, was uns davon abhält Schritte mit ihm zu gehen. Was kann uns daran hindern Jesus konsequent nachzufolgen?

Um diese Frage zu beantworten, möchten wir uns im Bibel-Fokus im 9. Kapitel des Lukasevangeliums mit den Versen 57-62 beschäftigen. Der Text fordert uns besonders heraus. Denn es werden Sachen angesprochen, bei denen wir meinen, dass wir ein Recht darauf haben.

In diesem Abschnitt kommt es zu drei Begegnungen. Die erste schauen wir uns jetzt an.

Lukas 9,57+58
„…da sprach einer auf dem Weg zu ihm: Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst! Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.“

Haben wir nicht ein Recht auf ein gutes Einkommen, ein schönes Eigenheim und eine solide Absicherung? Alle diese Dinge sind an sich nicht schlecht oder sündig, aber sie können die konsequente Nachfolge behindern.

Wir müssen viel Zeit und Kraft investieren um materiellen Besitz zu erwerben. Können wir es dann unser Eigentum nennen, brauchen wir viel Zeit und Kraft um es zu pflegen und zu erhalten. Schnell haben wir gar keine Zeit mehr uns um geistliche Angelegenheiten zu kümmern.

Oder stell dir vor, Jesus ruft dich in seine Gemeinde oder in den Missionsdienst. Das bringt in der Regel finanzielle Einschränkungen und eine Veränderung deines gewohnten Lebensstandards mit sich. Bist du bereit materielle Dinge hinten anzustellen, wenn Jesus dich in die Nachfolge ruft?

Lass mich konkret werden: Wie würdest du dich entscheiden, wenn Jesus dich auf die Bibelschule ruft und du dafür deinen Beruf und dein Einkommen aufgeben musst? Die Aufforderung des Herrn Jesus ist eindeutig.

Die 1. Frage lautet also:
Ist Jesus es dir Wert, auf materielle Dinge zu verzichten?

Schauen wir uns nun die zweite Begegnung an

Lukas 9,59+60
„Er sagte aber zu einem anderen: Folge mir nach! Der sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben! Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!“

„Erlaube mir zuerst meinen Vater zu beerdigen“. Diese Reaktion auf den Ruf Jesus erscheint uns durchaus nachvollziehbar. Wer möchte dieses Anliegen ausschlagen?

Es wurde schon viel darüber nachgedacht ob der Vater bereits gestorben war oder ob der Mann erst noch warten wollte bis zum Tod des Vaters? Darüber können wir nur spekulieren.

Das grundlegende Problem ist folgendes: Er möchte erst noch anderes erledigen, bevor er anfängt Jesus nachzufolgen. Die Antwort auf den Ruf Jesu lautet: Lass mich zuvor noch….

Jesus lässt sich nicht auf eine Diskussion über die Dringlichkeit dieser Aufgabe ein. Für den Gerufenen hat der Herr eine neue Aufgabe. Er soll das Evangelium verkündigen. Wer frei sein will für die göttlichen Aufgaben, muss die alten Aufgaben zurückstellen.

Spricht Jesus auch in unser Leben? Unsere Zeit und Kraft ist beschränkt. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir sie einsetzen. In unsere Aufgaben investieren wir viel Zeit, weil wir oder andere meinen, dass sie Priorität haben. Fragen wir noch danach, welche Priorität Gott diesen Dingen zumisst?

Bei der Antwort „lass mich erst noch…“ gibt es ein Problem. Wir werden immer Dinge finden, die wir noch ganz dringend erledigen müssen. Vieles ist zu tun, bevor wir uns Zeit für Jesus nehmen.

Wir werden auch immer gute menschliche Erklärungen finden die uns darin bestätigen. Wenn wir dem Ruf Jesu nicht Priorität geben, haben wir niemals Zeit für ihn.

Die 2. Frage lautet also:
Ist Jesus es dir Wert, persönliche Anliegen zurückzustellen?

 Kommen wir zu dem dritten Mann

Lukas 9,61+62
„Es sprach aber auch ein anderer: Herr, ich will dir nachfolgen; zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Haus sind, Abschied zu nehmen! Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes!“

Seine Bereitschaft Jesus nachzufolgen ist an eine Bedingung geknüpft. Auch diesen Mann können wie sehr gut verstehen, oder? Wir haben doch ein Recht auf Zeit mit Freunden und Familie!? Auch diesmal geht es um die Frage der Prioritäten. Jesus gebührt der erste Platz in meinem Leben. Da ist es gar nicht so einfach die Waage zu halten.

Ich genieße die Zeit mit meiner Frau, den Kindern, Eltern und Verwandten. Die Bibel zeigt mir unmissverständlich, dass ich ein guter Ehemann sein und meine Kinder in Liebe erziehen soll. Wir haben also durchaus Verpflichtungen gegenüber unseren Familien. Aber es ist ungesund, wenn der Partner oder die eigenen Kinder zum Mittelpunkt unseres Lebens werden.

Wir dürfen und sollen Familienzeiten genießen. Aber wenn wir ihnen die falsche Priorität geben, können Familie und Freunde auch von der Nachfolge Jesu abhalten. Und damit meine ich nicht nur ungläubige Familienmitglieder, die meinen Glauben in Frage stellen.

Es gibt Zeiten und Umstände, in denen wir auf Zeit mit unseren Familien verzichten müssen, um uns ganz auf die Gemeinschaft mit Jesus zu konzentrieren. Vielleicht steht ein wichtiger Dienst an und ich kann nicht an einer Familienfeier teilnehmen. Oder Jesus ruft uns an einen anderen Ort und ich muss die engen Familienbande verlassen. Sind wir bereit zu gehen, wenn Jesus uns ruft?

Die 3. Frage lautet also:
Ist Jesus es dir Wert, Familie und Freunde IHM unterzuordnen?

 Jesus nachfolgen heißt täglich sein Kreuz auf sich zunehmen. Es bedeutet, ihn an erste Stelle zu setzen. Alles andere muss dahinter zurücktreten.

Jesus lebte es uns vor. Er hat auf vieles verzichtet um uns zu erlösen. Außerdem gibt er uns die Kraft und auch die Zusage, dass wir trotz Verzicht nicht zu kurz kommen.

Markus 10,29+30
„Jesus aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfältig empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Weltzeit ewiges Leben.“