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„Heart“ – Reset (BibelFokus Juli 2025)

Beschreibung

Ein Vater und sein Sohn lebten friedlich und in völliger Eintracht von dem Ertrag ihrer Felder und Herden. Sie arbeiteten miteinander und teilten einvernehmlich, was sie ernteten. Dann fing alles durch ein kleines Missverständnis an. Danach kam es zu gegenseitigen Vorwürfen. Eine immer größer werdende Kluft bildete sich zwischen ihnen, bis es zu einem heftigen Streit kam. Fortan mieden sie jeglichen Kontakt und keiner sprach mehr ein Wort mit dem anderen.

Eines Tages klopfte es an der Tür des Sohnes. Es war ein Mann, der Arbeit suchte. „Kann ich vielleicht einige Reparaturen bei Ihnen durchführen?“ „Ich hätte schon Arbeit für dich“, antwortete der Sohn. „Auf der anderen Seite des Baches ist das Haus meines Vaters. Vor einiger Zeit hat er mich schwer beleidigt. Ich will ihm beweisen, dass ich auch ohne ihn leben kann. Hinter meinem Grundstück steht eine alte Ruine und da findest du einen großen Haufen Steine. Damit sollst du eine zwei Meter hohe Mauer vor meinem Haus errichten. So bin ich sicher, dass ich meinen Vater nicht mehr sehen werde.“

„Ich habe verstanden“, antwortete der Mann. Dann ging der Sohn für eine Woche auf Reisen. Als er wieder nach Hause kam, war der Mann mit seiner Arbeit fertig. Welch eine Überraschung für den Sohn! So was hatte er nicht erwartet. Denn statt einer Mauer hatte er eine wunderschöne Brücke gebaut.

Da kam auch schon der Vater aus seinem Haus, lief über die Brücke und nahm seinen Sohn in die Arme. „Was du da getan hast, ist einfach wunderbar! Eine Brücke bauen lassen, wo ich dich doch schwer beleidigt hatte! Ich bin stolz auf dich und bitte dich um Verzeihung.“ Während Vater und Sohn Versöhnung feierten, räumte der Mann sein Werkzeug auf und zog weiter.

Kann ich vergeben?

Kannst du vergeben?

Wie oft geht uns das so?

Das wir anfangen Mauern zu bauen gegenüber anderen Menschen anstatt Dinge zu klären und zu vergeben….

Wir – also Ich – wollen es auch oft einfach so.

Manchmal will ich einfach dem anderen auch nicht vergeben.

Was ich aber eigentlich damit erreiche ist, dass ich es mir selbst schwer mache.

Es macht mich eigentlich selbst nur unglücklich und gibt dieser bitteren Wurzel nur noch mehr Wasser zum wachsen.

Ein Herz das nicht vergeben kann ist wie das schlimmste Gefängnis der Welt.

Weil wir uns dieses Gefängnis selbst erschaffen.

Deswegen brauchen wir manchmal einfach einen „Heart“-Reset.

Als Christen leben wir aus der Gnade die wir uns nicht „verdient“ haben und von der Vergebung die wir dadurch erfahren haben.

Was ist die Aufforderung an uns die damit einhergeht?

Epheser 4,32
„Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“

Wenn wir diese Vergebung tief in unserem Herzen erfahren haben, dann sind wir auch in der Lage anderen dieses Geschenk der Vergebung zu machen.

Aber wie oft – hier das Problem – Kopf.

Unser Kopf sagt manchmal „Das hat der oder die doch gar nicht verdient“

„Der Gerechtigkeit muss auch genüge getan werden“

„So zu handeln ist ja nur ausgleichende Gerechtigkeit“

Kennt ihr dieses „Gerechtigkeitsdenken“ ?

Wir legen oft soo großen Wert auf diese „menschliche“ Gerechtigkeit und auf das was UNS zusteht, damit bauen wir uns selbst dieses Gefängnis in unserem eigenen Herzen!

Wir können froh sein, dass Gott uns nicht so behandelt!

Wie oft stehen wir vor ihm im Gebet und erzählen ihm das die oder die Sünde es mal wieder geschafft hat und bitten für dieselbe Sünde zum 785. Mal um Vergebung.

Also mir geht das manchmal so.

Und wir müssten uns schämen.

Wir nehmen diese Gnade sehr gerne und unendlich in Anspruch und selbst bauen wir oft Mauern anstatt Brücken.

Dann kommen wir an diesen Punkt wo wir uns fragen:
„Wann ist genug….genug?

„Wie oft soll ich denn noch auf den zugehen, das ist immer nur einseitig und der benimmt sich einfach immer schlecht. Ich hab da echt kein Bock mehr drauf!“

Mit meinem Bruder geht mir das ab und zu so. Wir kriegen uns aus irgendeinem unnötigen Grund an die Köppe und dann werden auf beiden Seiten kräftig Mauern hochgezogen.

Weder er noch ich sind dann bereit den ersten Schritt zu machen um eine Brücke zu bauen.

Da hängt sich dann mein Herz so dran auf, dass ich nicht bereit bin zu vergeben und schon gar nicht Fehler auf meiner Seite einzusehen.

„Es kann ja nicht sein das immer ich den unteren Weg gehen muss nur weil ich der Ältere bin.“

Aber wie heißt es so schön “Der untere Weg ist immer Frei“

Was sagt uns die Bibel über das richtige Maß an Vergebungsbereitschaft? Wisst ihr es? 5x? 10x? 20x?

Matthäus 18,21
„Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!“

Bis 70×7 das kann keiner mitzählen.

Die Botschaft ist also ganz einfach: Nicht zählen, einfach vergeben!

Schließen möchte ich mit einem Vers der eine Ermutigung für uns ist, und gleichzeitig eine Aufforderung.

Hebräer 8,12
„denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten, und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.“

Er wird unserer Sünden nicht mehr gedenken.

„Vergeben und Vergessen“ sagt man ja so schön.

Gott wäre nicht Gott, wenn er etwas vergessen könnte.

Die Bedeutung nicht mehr gedenken heißt für mich, dass mir das Getane nicht mehr vorgehalten wird.

Gott erinnert sich sehr wohl! Aber er behandelt uns entsprechend seiner Gnade und seiner Barmherzigkeit und eben nicht nach dem Gesetz.

Wenn er uns vergeben hat dann ist die Sache damit auch erledigt.

Wir werden uns wahrscheinlich auch an vieles erinnern was wir anderen Menschen vergeben haben.

Wir können manches vielleicht nicht „vergessen“ aber wir können andere so behandeln wie Gott uns behandelt.

Wir können sie so behandeln als hätten sie es nie getan.

Es ist möglich durch diese Macht der Gnade die wir selbst erfahren haben.

Amen

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