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Leben und leben lassen …

Beschreibung

Leben und leben lassen. Ihr habt das Thema ja schon im Titel gelesen. Ein Sprichwort, das die meisten kennen. Wenn man von Leben spricht, ist das Thema „Tod“ oft die logische Verknüpfung. Wer von euch hat sich schonmal mit dem eigenen Tod und mit dem Sterben so richtig auseinandergesetzt?

Dass jeder Mensch irgendwann sterben muss, ist uns allen klar und doch nicht so bewusst. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt bei Männern aktuell bei 78,5 Jahren, bei Frauen etwas höher, bei 83,4 Jahren. Das ist jetzt von meinem Alter aus gerechnet noch ca. 52,4 Jahre weg. Also rein statistisch noch genügend Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen.

Und doch weiß niemand, wann der Zeitpunkt ist. Wie es in Prediger 3,2 steht:

„Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit…“.

Bedeutender wird das Thema, wenn man heiratet. Auf einmal ist man nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich. Man beschäftigt sich irgendwann mal mit diesem Thema. Was passiert, wenn einer von uns beiden krank wird oder sogar stirbt? Ich hatte mich bisher seit Anfang unserer Ehe nicht ernsthaft damit befasst und immer wieder vor mir hergeschoben, mich damit auseinanderzusetzen. Seit unsere Tochter dann aber vor ca. 2 Jahren geboren ist, wurde mir das aber doch irgendwie immer wichtiger. So sind wir das Thema nochmal konkret angegangen und haben Regelungen und Vorbereitungen für unseren Nachlass getroffen.

Ich hatte keine Vorstellung, was das für ein Aufwand ist, und was man dabei alles bedenken muss. Wir waren damit bei einem Notar und er fand das sehr vorbildlich, dass man sich so frühzeitig Gedanken über so einen Ernstfall macht. Er bekommt ja fast täglich mit, was es oft für ein bürokratischer Krampf ist, wenn man keine Regelungen getroffen hat. Am Ende bei der Unterzeichnung sagte der Notar dann: „So, jetzt können Sie in Ruhe sterben.“ Und ich musste erst ein bisschen lächeln. Später musste ich ihm in Gedanken Recht geben. Es ist schon ein gutes und beruhigendes Gefühl, wenn man einfach viele Dinge schon geklärt hat, und das auch für die Hinterbliebenen vieles einfacher macht.

Was hat das alles jetzt mit dem Format Bibel-Focus zu tun?

Ich ziele auf einen Bibelvers ab, der mich bei dem Thema ins Nachdenken gebracht hat:

Philipper 1,21 „Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn“.

Wir haben ihn wahrscheinlich schon oft gelesen und genauso oft gehört. Aber versuchen wir uns einmal hineinzuversetzen. Paulus schreibt das hier nicht von irgendeiner schönen Strandlagune am Mittelmeer aus – im Liegestuhl und mit kühlem Getränk in der Hand. Er sitzt im Knast, mitten in Rom. Und das war bestimmt nicht so luxuriös wie heute. Ich glaube das waren so richtige Löcher, wo es richtig erbärmlich gestunken haben muss. Und wenn du da lange bist, dann bist du bestimmt gedanklich manchmal näher am Tod als an der Hoffnung, da rauszukommen.

Paulus drückt es in Vers 23 so aus:

„Denn ich werde von beidem bedrängt: Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre…“

Er sehnt sich eigentlich danach, zu sterben und bei Christus zu sein. Das macht seinen innerlichen Zustand deutlich. Und jetzt ergibt sich aus dem Titel ein ganz anderer Sinn, als Ihr vielleicht gedacht habt.

Leben und leben lassen??

Es kommt darauf an, wie man den Titel liest. Weil wir alle vorbelastet sind, sagen wir es meistens so salopp: „Ja, komm passt schon – Leben und leben lassen.“ Wer kennt das nicht? Aber was ist, wenn es in diesem Sprichwort zweimal um dasselbe eigene Leben geht?

Leben… und SEIN Leben lassen. Für den Herrn?

Genau vor der Frage steht Paulus hier. Mitten im Dreck. Hungrig. Durstig. Gedemütigt. Vielleicht gefoltert. Körperlich und seelisch. Paulus sagt hier in Vers 22, dass er sich selbst nicht entscheiden kann, was besser ist:

21 Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn. 22 Wenn aber das Leben im Fleisch mir Gelegenheit gibt zu fruchtbarer Wirksamkeit, so weiß ich nicht, was ich wählen soll.“

Er ist hin- und hergerissen! Er sehnt sich eigentlich danach, beim Herrn zu sein. Aber er sehnt sich auch danach, IHN in seinem irdischen Leben trotz seiner aktuellen Situation zu verherrlichen. Niemand von uns kann das nachempfinden. Aber wie geht’s wohl den Christen, die heute in diesem Moment in irgendeinem Drecksloch irgendwo auf der Welt dasselbe erleben wie Paulus? Es ist ein herausfordernder Gedanke, das mal wirklich im Kopf durchzuspielen?

Wie würde ich mich entscheiden? Wie würdest du dich entscheiden?

Paulus hat erkannt, dass er lebendig ein großer Segen sein kann für die Gemeinden und die Gläubigen. Um ihren Glauben zu festigen und sie im Wachstum zu begleiten, damit mehr und mehr zum Glauben kommen und errettet werden. Paulus‘ Antrieb war wie es in Galater 2,20 heißt:

„…nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst sondern Christus lebt in mir.“

Diese Aussage hätte er so auch nicht getroffen, in den Jahren wo er selbst der Christenjäger Nr. 1 war. Allerdings hat Paulus genau diesen Christus erkannt und sein Leben IHM übergeben. Ihm wurde klar, dass Christus der Ursprung des Lebens ist und auch der Inhalt unseres Lebens sein möchte. Gott hat uns als Menschen geschaffen, und so ist also unser leiblicher und auch geistlicher Ursprung bei IHM.

Was genau hat das jetzt mit meinem Leben zu tun?

Leben und leben lassen – und wir haben unser „altes“ Leben gelassen, um ein neues zu Empfangen. Wir sind wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung. Jetzt die Frage: Was ist in uns lebendig? Vielleicht ist es unser Streben nach Reichtum, einem guten sorglosen Leben, ein eigenes Haus, ein edles Auto in der Garage, ein voller Gastank und ne Kreditkarte um den Sprit bezahlen zu können für die Karre… Welches Verlangen hatte Paulus in seinem Leben?

Philipper 1,20 „Entsprechend meiner festen Erwartung und Hoffnung, daß ich in nichts zuschanden werde, sondern daß in aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt, Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod“.

Paulus ist hier so ein krasses Vorbild. Das Ziel ist, dass Christus gepriesen und verherrlicht wird, in und durch sein Leben ODER durch Tod. Für Paulus war Jesus das beste Vorbild. Dieses Vorbild hat sich tief in sein Herz eingeprägt. Alles in seinem Leben hat sich danach ausgerichtet, IHM ähnlicher zu werden und IHN mit all seinem Tun die Ehre zu geben, weil Jesus sein „Leben gelassen“ hat für alle Menschen!

Ich muss ganz ehrlich sagen. Mein Leben ist bei Weitem nicht so ausgerichtet, dass ich IHM zu jeder Zeit damit die Ehre gebe. Und trotzdem hat Jesus den vollen Preis bezahlt! FÜR MICH und auch für dich. Sein Ziel war es, uns „leben zu lassen“. Wir sollten doch allein aus tiefster Dankbarkeit sagen: „Herr hier bin ich! Nimm du mein Leben in DEINE Hand.“

Für Paulus war klar: Ich kann nur gewinnen, wenn Gott in meinem Leben herrscht. Um etwas zu gewinnen, muss aber erstmal ein Einsatz gebracht werden. Im Casino z. B. oder auch beim Lotto muss erstmal ein Los gekauft werden, um überhaupt die Chance zu erhalten, etwas zu gewinnen. „Wer nichts wagt, gewinnt nichts.“

Der große und alles entscheidende Unterschied zwischen irdischem und himmlischen Gewinn ist: Wenn wir alles auf Gott setzen, haben wir null Risiko. Wir können nur gewinnen. Weil der erforderliche Preis zur Deckung von all unserer Schuld schon im Voraus von Jesus selbst bezahlt wurde.

Wir setzen unser irdisches Leben ein, aber gewinnen das ewige Leben!

Wie kann jetzt Sterben ein Gewinn sein?

Verlust beim Lotto und im Casino ist ja ganz einfach zu erklären und jedem klar: „Einsatz weg und kein Gewinn“. Das zu verlieren ist auch nicht entscheidend für das ewige Leben. Wenn wir Jesus nicht im Herzen haben, dann haben wir ewigen Verlust.

Johannes 3,36 „Wer den Sohn nicht hat, der hat das Leben nicht sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“

Wenn wir aber Jesus unser Leben bestimmen lassen und sagen: „Herr hier bin ich“, dann liegt im Sterben der Gewinn des ewigen Lebens!

Römer 6,23: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“

Amen

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