Was hast du in deiner Hand? (BibelFokus Juli 2026)
Beschreibung
Während meiner Bibelschulzeit bin ich über eine Sache gestolpert, die mich bis heute nicht loslässt. Eine Sache die sich durch die ganze Bibel zieht. Und zwar, dass Gott Fragen stellt.
Gott stellt Fragen.
Und da hat sich mir die Frage gestellt: Warum? Warum stellt Gott Fragen?
Ich weiß und glaube, dass Gott allmächtig ist. Warum stellt er dann Fragen? Warum stellt der All-wissende Fragen?
Diese Frage hat mich dazu gebracht, mir die Fragen die Gott in der Bibel stellt, näher anzuschauen. Weil wir glauben ja, dass jedes Wort in der Bibel seinen Platz hat und aus gewissem Grund da steht, wo sie steht. Also was steckt hinter Gottes Fragen an Menschen?An wen stellt er Fragen? Warum stellt er genau diese Fragen?
Und eins kann man grundsätzlich für alle Situationen sagen: Fragen unterbrechen das Leben. Bei Fragen muss man kurz anhalten, überlegen und antworten. Fragen gehen hinter die Fassade. Hinter das, was man sieht, wenn man draufschaut. Fragen die ernst gemeint sind – und davon kann man bei Gott ja ausgehen – die Fragen gehen direkt ans Herz. Gottes Fragen sind eine Aufforderung, sich selber ins Herz zu schauen. Jede einzelne dieser Fragen.
Und wie gesagt, das zieht sich durch die ganze Bibel. Viele verschiedene Menschen bekommen von Gott eine Frage gestellt. Und wir schauen uns heute mal eine Frage an, die Gott an Mose stellt.
Das Volk Israel, dem Gott das Land Kanaan versprochen hatte, lebt als Sklaven in Ägypten. Aber dafür hat Gott einen Plan und der steht jetzt ganz kurz vor der Umsetzung. Es gibt nur ein kleines Problem: Derjenige, den Gott als Anführer ausgesucht hat, sieht sich da nicht so. Und er stellt sich da etwas quer.
Er findet nämlich eine Menge Ausreden, warum das absolut nicht seine Aufgabe ist. Seine erste Ausrede ist hier „Ich kann das doch gar nicht.“ Gottes Reaktion darauf ist „Ich werde dich begleiten.“
Dann sagt Mose „Ich habe doch gar keine Autorität.“ Gottes Antwort ist „Ich bin die Autorität und ich stelle mich hinter dich. Grüß das Volk von Jahwe. Sag ihnen, dass ich derjenige bin, der schon mit Abraham, Isaak und Jakob geredet hat und dass ich euch alle aus Ägypten rausholen werde.“
Moses dritte Ausrede ist dann „Keiner wird auf mich hören. Ich habe keine Glaubwürdigkeit.“ Und jetzt kommen wir endlich zu der Frage, die wir uns heute anschauen wollen.
2.Mo 4,2 „Da sprach der Herr zu ihm: Was hast du in deiner Hand? Er antwortete: Einen Stab!“
„Was hast du in deiner Hand?“ Kennt ihr diese Menschen die rhetorische Fragen stellen, wenn sie eigentlich eine Moral-Predigt halten wollen?
Gottes Frage hier ist aber nicht nur ein moralisches Aufs-Gewissen-drücken um Mose dazu zu bewegen, den Auftrag anzunehmen. Gottes Frage soll Moses Perspektive ändern.
Moses Ausreden sind nämlich ein einziges „Ich kann nichts. Ich hab nichts und eigentlich bin ich auch überhaupt nichts.“ Gott will seine Aufmerksamkeit weglenken, von dem, was er nicht hat, auf das was er hat. Mose sagt „Um ein guter Leiter zu sein, brauche ich doch das und das und das und das hab ich alles nicht.“
Und Gott sagt „Stopp mal. Was hast du? Was hast du in deiner Hand?“ Mose denkt sich vielleicht „Was soll die komische Frage, wir reden hier gerade darüber, ein gesamtes Volk aus Ägypten rauszuholen. Und du fragst jetzt nach einem Stock?“
Mose wusste noch nicht, was mit diesem Stab noch passieren würde. Er hat sich den Stab für die Arbeit gemacht. Er hat Schafe gehütet und sich dafür halt einen Stab geschnitzt. Er hat nur ein einfaches Werkzeug gesehen.
Gott hat schon weiter gesehen. Gott wusste, dass aus diesem Stab eine Schlange werden würde, um die Israeliten davon zu überzeugen, dass Mose wirklich in Gottes Autorität kommt. Gott wusste, dass Mose diesen Stab über Ägypten halten würde und damit Plagen zur Vernichtung der Ägypter starten würden. Gott wusste, dass Mose den Stab über das Meer halten würde und es sich daraufhin teilen würde. Und genauso wusste Gott, dass Mose mit diesem Stab auf einen Felsen schlagen würde und daraus würde Wasser fließen.
Aus diesem Stück Holz zum Hüten der Schafe wurde ein Instrument Gottes zur Demonstration seiner Macht werden.
Und der Stab ist nicht vom Himmel gefallen, Mose hatte ihn schon in seiner Hand. Gott hat mit dem gearbeitet, was Mose hatte und hat den fehlenden Rest höchstpersönlich erledigt.
Was hast du in deiner Hand?
Materiell, aber auch Nicht-materiell. Was für Ideen hast du im Kopf? Welche Gedanken beschäftigen dich? Welche Fähigkeiten und Gaben hast du? Worüber musst du gar nicht groß nachdenken, wenn du es tust, weil du es gut kannst und gerne machst?
Was haben wir, dass Gott vielleicht für seine Ehre und die Arbeit in seinem Reich einsetzen möchte? Wo wir uns aber vor drücken, weil wir denken, wir wären nicht gut genug.
Mose hatte einen Stock – ich mein’ ja nur. Und wir wissen ja, was Gott daraus gemacht hat. Gott kann durch und für uns so viel mehr machen, wenn wir uns auf ihn konzentrieren. Wir dürfen Gott nicht nur in unseren Dimensionen denken. Er ist der ALLMÄCHTIGE Gott.
Durch scheinbar unwichtige Dinge kann Er Großes bewirken und dadurch sind wir Menschen die dem Schöpfer Ehre bringen. Durch Dinge, die uns vielleicht gar nicht auffallen, dass wir sie haben, weil sie so selbstverständlich sind. Wenn Gott ein gewöhnliches Stück Holz gebraucht hat um seine Macht zu demonstrieren, was kann er wohl durch das erreichen, was du hast.
Deswegen die Frage an dich: Was hast du in der Hand?
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