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Wer braucht noch Fakten, wenn der Name reicht? (BibelFokus Mai 2026)

Beschreibung

Kennt ihr auch so Menschen, die aufgrund ihres Nachnamens scheinbar besser und leichter durchs Leben kommen?

Es gibt auch genau das Gegenteil davon – manche leiden so extrem unter ihrem Namen, dass sie viel Geld in die Hand nehmen um ihn amtlich zu ändern.

Oft haben wir ganz andere Vorstellungen von Menschen wenn wir nur ihren Familiennamen oder ihre Stellung und Funktion in der Welt kennen.

Da hört man einen Namen – sowas wir Simone von Bösenfeld oder Garry Müller – und denkt sofort: Das ist bestimmt ein Schauspieler oder alter Adel!

Wir hören einen Vor- und Nachnamen und zack – ist in unserem Kopf eine Schublade geöffnet – davon kann sich kaum einer freisprechen.

Mit den Leuten der Bibel machen wir das übrigens genauso.

Manche Namen klingen so belanglos in unseren Ohren, dass wir sie überlesen oder sofort vergessen.

Andere dagegen sind uns so fremd, dass wir sie kaum aussprechen können ohne uns die Zunge zu brechen.

Hier mal ein kleines Beispiel: In der Apostelgeschichte 20,4-5 finden wir einen langen Schachtelsatz inklusive „Namensakrobatik“.

Da heißt es: Es begleiteten ihn aber bis nach [der Provinz] Asia Sopater von Beröa, von den Thessalonichern Aristarchus und Sekundus, und Gajus von Derbe und Timotheus, aus Asia aber Tychikus und Trophimus. Diese gingen voraus und warteten auf uns in Troas.

Oh ha – was ist denn hier los?

Auf die Schnelle kann man hier die Ortsnamen mit den Vornamen verwechseln – so ungewohnt klingt das.

Gerade deshalb ist es so spannende „herauszukitzeln“, was Gott uns bis heute durch solche Verse sagen möchte.

Sätze, Abschnitte oder Namen in der Bibel die wir nicht sofort verstehen sind ja nie nutzlos, sondern Schätze nach denen man ein bisschen länger und tiefer Graben muss.

Nicht jeder Bibelvers ist wie ein Kaffee to go – manche brauchen Zeit wie ein guter Schmorbraten, bis man versteht, was gemeint ist.

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich wie mir und die beiden Namen im Text werden für sie auch so ein „Schatz“, von dem sie gar nicht wussten, dass er in der Bibel vergraben ist.

Die beiden ungewöhnlichen Namen sind Aristarchus und Sekundus.

Zwei Männer aus Thessalonich, die Paulus begleiteten.

Im ersten Moment dachte ich, dass sind Namen aus dem neusten Asterix und Obelix Heft.

Sie hören sich ja auch so an wie Verleihnix der Fischhändler oder Automatix der Schmied.  

Einige von Euch muss ich dann ja jetzt enttäuschen.

Also die beiden sind nicht aus dem neuen Comic sondern wie schon gelesen aus Gottes Wort und deswegen auch absolut relevant.

Besonders in unserer postfaktischen Gesellschaft, sind Aristarchus und Sekundus sanfte Ermahner vor negativem Schubladendenken.

Auch heute leben viel nach dem Motto, das ich  auch als provokanten Titel für heute ausgesucht habe:

Wer braucht noch Fakten, wenn der Name reicht?

Wer braucht noch Fakten, wenn er die Namen Aristarchus und Sekundus hörte?

Bei solchen Namen ging damals bei den Leuten wahrscheinliche sofort das Kopfkino los!

Aristarchus und Sekundus stammten beide aus Thessalonich, aber sie waren wahrscheinlich zwei extrem sehr unterschiedliche Menschen.

Von ihren Namen können wir etwas Interessantes ableiten und lernen.

Aber vorher kurz zum Hintergrund: Was war damals los gewesen?

Paulus reiste mit einer Gruppe von Gläubigen nach Jerusalem.

Diese zusammengewürfelte Truppe kam aus verschiedenen Städten, in denen Paulus vorher unterwegs gewesen war.

In Jerusalem lebten viele arme Gläubige, die Hilfe brauchten.

Paulus Ziel war es das Geld dorthin bringen.

Die meisten die nach Jerusalem unterwegs waren, hatten keinen jüdischen Background.

Trotzdem hatten sie Geld gesammelt, um den jüdischen Christen der ersten Gemeinde unter die Arme zu greifen.

Die Christen im Westen wollten den Christen im Osten helfen – obwohl sie ganz verschieden waren.

Das zeigte, dass sie zusammengehörten, wie eine große Familie.

Es zählte nicht mehr wo man herkam oder welchen Familiennamen man trug.

Der Glaube an Jesus Christus vereinte alle und gab jedem die gleiche Würde und Wert.

Durch den Tod und die Auferstehung Jesus waren plötzlich ein Aristarchus und Sekundus in derselben Schublade – auf dem selben Level.

Kein Standesunterschied wurde mehr gemacht

Das war etwas völlig Neues.

Die beiden hatten sonst nichts miteinander zu tun gehabt.

Schauen wir uns zuerst den Aristarchus an

1.Aristarchus

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Aristarchus von einer wohlhabenden mazedonischen Familie abstammte.

In der direkten Übersetzung heißt er der „Edelste“ oder „Herrscher“.

Wir können also davon ausgehen, dass er ein Mann mit einem hohen gesellschaftlichen Status war.

Öfters lesen wir von Menschen in der Bibel die eine besondere Stellung hatten auch aufgrund ihrer Herkunft.

Da finden wir Diplomaten – wie zum Beispiel der Staatsminister aus Äthiopien – lang läufig bekannt als der Kämmerer aus dem Morgenland aus Apostelgeschichte 8.

Oder die Geschäftsfrau aus Thyatira und die gelichzeitig Gemeindegründerin in Philippi war – Lydia die Purpurhändlerin aus Apostelgeschichte 16.

Ebenso auch Generäle und Verteidigungsminister (wie Naeman) sowie geistliche Größen (wie Nikodemus) der damaligen Zeit finden wir in Gottes Wort, die mit dem Gott Israels oder später mit Jesus Christus oder seinen Jünger in Kontakt kamen und dann eine entscheidende Lebensentscheidung trafen.

Ein total anderen Ruf hatte der Name „Sekundus“.

2.Sekundus

Sekundus war ein Name, der häufig für einen Sklaven verwendet wurde.

Er bedeutete „Zweiter“.

Ein zweiter kann nicht erster sein – ganz einfach.

Sklaven wurden oft nicht bei ihrem richtigen Namen genannt, und der ranghöchste Sklave in einem Haushalt wurde oft Primus genannt.

Der ihm untergeordnete Sklave hieß dann oft Sekundus – zweiter!

Wer diesen Namen hörte, der brauchte keine großartigen Fakten mehr!

Da war der Stempel der Rangordnung schon aufgedrückt.

Man gab den Sklaven nicht einmal die Würde ihres eigenen Namens!

Da waren sie also – Aristarchus und Sekundus, der eine wahrscheinlich ein Adliger und der andere wahrscheinlich ein Sklave.

Und doch dienten sie dem Herrn und dem Apostel Paulus Seite an Seite.

Diese echte Gemeinschaft zwischen Adligen oder auch höher gestellten Persönlichkeiten und Sklaven war für viele in der römischen Welt ein absoluter Skandal.

Sie fanden es schwer zu glauben, dass sie gemeinsam in der Gemeinde saßen und gemeinsam dienten.

Und doch taten sie es, weil jeder von ihnen dachte, dass das, was er in Jesus Christus war, wichtiger als das war, wofür man ihn in dieser Welt hielt.

3.Glaubens Fakt Jesus

Die Identität in Christus ist wichtiger für uns als Christen als der weltliche Status!

Dein Dr. Titel oder die Manager Stellung deine edle Abstammung bringt Dich keinen Millimeter näher zum Retter der Welt – und das ist und bleibt Jesus Christus.

Das Beispiele der beiden zeigt uns in der frühen christlichen Gemeinde das die Überwindung gesellschaftlicher Grenzen mit der Hilfe des Herrn möglich war.

Gottes Wort drückt das in Philipper 4,12+13 so aus:

Denn ich verstehe mich aufs Armsein, ich verstehe mich aber auch aufs Reichsein; ich bin mit allem und jedem vertraut, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluß zu haben als auch Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.

Der Boden am Fuße des Kreuzes von Jesu ist ebenerdig!!

Dort gibt es Keine Hügel wo einer höher steht und der andere niedriger.

Jemand sagte einmal: Auf den Stühlen im Gottesdienst sind alle gleich.

Der Bettler und der König müssen beide vor dem König aller Könige ihre Knie beugen.

Es gibt niemanden, der einen so hohen gesellschaftlichen Status hat, dass er Jesus Christus nicht braucht.

Es gibt niemanden, der so gering geachtet ist, dass Jesus ihn nicht aufrichten könnte.

Jeder – ob hoch oder niedrig – muss sich demütigen und durch die gleiche Pforte des Glaubens zu Jesus Christus kommen.

Es spielt keine Rolle, ob Du ein Aristarchus oder ein Sekundus bist –
Jesus ist Dein einziger Weg, und ER ist der gleiche Weg für alle um in Gemeinschaft mit dem Schöpfer dieser Welt, Gott selber zu gelangen.

Wer braucht also noch Fakten, wenn der Name reicht?

Wir Christen brauchen diese Fakten, denn wir sehen viel zu oft nur das was vor Augen ist – dabei sollten wir vielmehr auf das schauen, was im Herzen ist.

Hüten wir uns davor von Namen und Titeln uns abschrecken oder blenden zu lassen.

Lernen wir von diesen beiden hingegeben Dienern Gottes – Aristarchus und Sekundus!

Ganz gleich welchen Namen wir tragen oder woher wir kommen – als Christen sind wir eins gemacht durch Jesus Christus, der den größten und mächtigsten Namen trägt – das ist und bleibt Fakt!

AMEN

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