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Dienen, wie es Gott gefällt (BibelFocus Februar 2024)

Beschreibung

Jemand hat einmal gesagt: „Dreams without goals are just dreams.”

Auf Deutsch übersetzt könnte man sagen: „Träume ohne konkrete Ziele sind nur Träume.”

Vielleicht kennen Sie es auch, dass Sie Träume haben, dass Sie manchmal denken: „Ich wäre gerne so wie der und der. Oder ich würde gerne das und das können.” Aber es bleiben eben nur Träume. Wieso? Weil man sich keine Ziele setzt. Weil man keine konkreten Schritte hin zu diesen Zielen unternimmt.

Ich möchte uns für heute ein Ziel aus Gottes Wort mitgeben. Einen Auftrag, den Gott uns gibt, nämlich einander zu dienen. Dazu möchten wir uns 1. Petrus 4 die Verse 10 und 11 anschauen.

Das Erste, was wir in diesen Versen sehen werden, ist: Einander zu dienen, ist ein göttlicher Auftrag.

1. Dienst – ein göttlicher Auftrag

Wir lesen die ersten drei Worte aus 1. Petrus 4,10: „Dient einander, jeder.

Wir finden hier einen ganz einfachen und klaren Auftrag: Wir sollen einander dienen. Wenn man sich jetzt fragt: „Für wen ist denn jetzt dieser Auftrag? Gilt er vielleicht nur für eine besondere Gruppe an Gläubigen? Gilt er vielleicht nur für Israel? Für wen gilt denn dieser Auftrag jetzt?  Dann finden wir eine ganz einfache Antwort in diesem Vers. Da steht nämlich einfach: „jeder”. Jeder ist gemeint, Sie und ich sind damit gemeint. Wir alle sollen einander dienen.

Wissen Sie, bei mir ist es so, und vielleicht kennen Sie das auch, dass es mir leichtfällt, jemandem zu dienen, wenn ich gerade Zeit habe. Wenn alles gerade gut läuft. Wenn ich auf der Arbeit meinen Aufträgen gut hinterherkomme und mein Arbeitskollege bittet mich um Hilfe, dann fällt es mir leicht, zu helfen.

Aber was ist, wenn man gerade viel zu tun hat. Wenn man denkt, ich habe eigentlich gerade gar keine Zeit. Genau dann kommt jemand an und fragt, ob man ihm helfen könne. Ich muss sagen, ich denke in diesen Situationen oft: „Muss das jetzt sein? Kann die Person nicht ein anderes Mal wiederkommen? Meistens denke ich das nur und sage trotzdem Ja, aber innerlich brodelt es in mir und ich will eigentlich gar nicht helfen. Oder wenn man gerade den Computer heruntergefahren hat, seine Jacke anzieht, es ist Feierabend und dann braucht jemand Hilfe. Man hört sich das Problem an und weiß ganz genau: Das dauert jetzt mindestens eine halbe Stunde. Sind wir dann fröhlich dabei und sagen, dass wir gerne helfen, oder geht es Ihnen dann eher so wie mir, dass ich dann denke: „Eigentlich wollte ich nach Hause. Hättest du nicht eine halbe Stunde eher kommen können?“

Aber wissen Sie, in diesem Vers steht nicht: „Dient einander, wenn ihr Zeit habt, wenn ihr Lust dazu habt, wenn es euch gerade passt. Nein. In diesem Vers steht einfach „Dient einander“. Jeder ist angesprochen. Wir sollen grundsätzlich zu jeder Zeit eine dienende Haltung haben.

Das heißt natürlich nicht, dass man nicht auch mal Dinge verschieben kann, wenn sie nicht so dringend sind. Das ist damit natürlich nicht gemeint. Es gibt manchmal Dinge, die kann man verschieben und man hilft der Person später. Das ist völlig in Ordnung. Worauf es ankommt, ist unsere Haltung. Dass wir zu jeder Zeit eine dienstbare Haltung haben.

Da fragt man sich natürlich, wie geht das denn überhaupt? Wie können wir das überhaupt schaffen? Das können wir doch eigentlich gar nicht. Und deswegen, der zweite Punkt, den wir auch in diesen Versen finden: Dienen mit göttlichen Ressourcen.

2. Dienen mit göttlichen Ressourcen

Dazu lesen wir in dem Vers 1. Petrus 4,10:

Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes:

Wir sollen Gott nicht irgendwie dienen, sondern mit der Gabe, die Gott uns gegeben hat. Das ist unglaublich ermutigend. Sie müssen Gott nicht mit meinen Gaben dienen und ich muss Gott nicht mit Ihren Gaben dienen.

Meine Frau zum Beispiel ist sehr kreativ. Sie kann Flyer und andere Dinge gestalten. Das ist überhaupt nicht meine Gabe. Das kann ich einfach nicht. Das Schöne ist aber, dass wir uns ergänzen können. Sie kann Dinge gestalten und ich kann sie bei anderen Aufgaben unterstützen. So ergänzen wir beide uns.

Das ist das Schöne bei Gott. Er sagt nicht, dass ich jetzt plötzlich kreativ sein und Dinge machen muss, die ich gar nicht kann. Sondern er sagt: „Henry, diene anderen mit der Gabe, die ich dir gegeben habe.”

Ein Vorbild ist mir da ein Musiker, der an unserer letzten Propheticon aufgetreten ist. Die Musikgruppe heißt Last Minute. Einer der Musiker hat sich Gedanken gemacht, wie er seine Gaben kreativ für andere einsetzen kann. In der Corona-Zeit, als die Seniorenheime keinen Besuch empfangen durften, hat er sich an die Straße vor den Seniorenheimen gestellt. Die Senioren konnten auf ihre Balkone kommen und er hat für sie gespielt. Dadurch hat er ihnen eine Freude gemacht. Er hat die Gabe, die Gott ihm anvertraut hat, eingesetzt, um anderen Menschen damit zu dienen.

Ich möchte Sie und mich heute herausfordern und uns fragen: Wie können wir unsere Gaben dazu einsetzen, anderen Menschen eine Freude zu machen? Anderen zu dienen? Wie können wir kreative Wege finden, um das zu tun?

Die erste Ressource, die Gott uns gibt, das sind unsere Gaben. Diese Gaben werden hier Gnadengaben genannt. Auch am Ende des Verses lesen wir von der Gnade Gottes.

Wieso Gnadengaben? Weil es Gnade ist, dass wir sie bekommen haben.

Gnade bedeutet „unverdientes Geschenk“. Es ist ein unverdientes Geschenk von Gott an uns, dass wir Gaben bekommen haben, dass Gott uns mit Gaben ausrüstet.

Ich habe mir das so vorgestellt: Irgendwann in meinem Leben, vielleicht bei meiner Geburt oder irgendwann später, hat Gott mir ein buntes Geschenk mit einer Schleife überreicht. Er hat gesagt: „Hier Henry, das sind meine Gaben für dich.” Ich habe das Geschenk ausgepackt und da waren meine Gaben drin.

Das hat Gott aber nicht nur bei mir, sondern auch bei Ihnen gemacht. Wenn Sie gläubig sind, hat Gott Ihnen Gaben gegeben, mit denen sie anderen dienen können.

Weil es ein unverdientes Geschenk ist, dass wir Gaben bekommen haben, habe ich mir folgende Frage gestellt:

Was würde sich in meinem Dienst verändern, wenn ich den Dienst an anderen nicht als Last, sondern als ein Privileg ansehen würde, als ein Geschenk Gottes?

Wenn mein Kollege vorbeikommt und mich um Hilfe bittet, denke ich nicht: „Hilfe, jetzt muss ich schon wieder helfen!” Sondern ich denke: „Wow, es ist jetzt Gnade Gottes, dass er mir Begabungen gegeben hat, mit dem ich meinen Kollegen dienen kann.” Was würde sich da in meinem Dienst verändern? Was würde sich da in Ihrem Dienst verändern?

Ich möchte uns dazu ermutigen, dass wir unser Denken in diese Richtung trainieren. Dass wir immer mehr denken, dass es Gnade ist, einander helfen zu dürfen, einander zu dienen.

Das zweite, was wir auch lernen, lesen wir in Vers 11a:

Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott darreicht …

Wenn Gott uns einen Auftrag gibt, dann passiert quasi Folgendes: In der einen Hand hält Er einen Umschlag mit unserem Auftrag. Da ist unser Aufgabenbeschreibung drin. Aber in der anderen Hand hält er die Kraft, die wir brauchen, um diesen Auftrag zu erfüllen.

Jetzt ist die Frage, welche der beiden Hände nehmen wir? Nehmen wir wirklich beide Hände? Oder geht es Ihnen genauso wie mir, dass ich ganz oft nur den Auftrag entgegennehme. Dass ich den Auftrag lese, aber dann versuche Gottes Auftrag mit meiner Kraft zu erfüllen. Ganz schnell wird dann deutlich, dass ich den Auftrag gar nicht schaffe. Gottes Auftrag zu erfüllen, ist zu groß. Ich habe gar nicht die Kraft dazu. Wieso? Nicht, weil Gott mir nicht die nötige Kraft gegeben hat, sondern weil ich es versuche, aus meiner Kraft zu machen und eben nicht aus Gottes Kraft. Deswegen lasst uns einander dienen, es als Privileg ansehen und lasst es uns aus Gottes Kraft heraus tun und nicht aus eigener.

Was passiert, wenn wir das machen? Wenn wir Gottes Auftrag, einander zu dienen, nachkommen und dabei die göttlichen Ressourcen anwenden, die Gott uns geschenkt hat? Dann wird Gott geehrt.

3. Dienen mit göttlichem Ziel

1. Petrus 4,11:
„Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Das Ziel beim Dienst für Gott mit göttlichen Ressourcen ist, dass Gott die Ehre bekommt. Nicht, dass Leute uns auf die Schulter klopfen. Nicht, dass die Leute uns Ehre geben. Das ist nicht das Ziel, sondern das Ziel ist, dass Gott die Ehre bekommt.

Ich durfte das im Kleinen erleben. Vor ein paar Wochen gab es die Situation, dass bei uns ein Paketbote hier ins Bibel-Center an die Rezeption gekommen ist. Er hat ein Paket für eine Mitarbeiterin abgegeben. Ich habe dieses Paket entgegengenommen und es dieser Mitarbeiterin überreicht. Das war für mich ein ganz kleiner Dienst. Es waren nur ein paar Schritte in ihr Büro. Aber sie hat angefangen, Gott zu loben und Ihm Danke dafür zu sagen, dass ich ihr das Paket gebracht habe. Wieso? Weil in dem Paket, etwas drin war, was sie dringend benötigt hat.

Es ist schön, wenn man erleben darf, anderen Menschen auch durch Kleinigkeiten einen Dienst zu erweisen und Gott dafür die Ehre bekommt. Dass Menschen Gott ehren und ihm loben sollte das Resultat unseres Dienstes sein.

Dabei sollten wir sehr vorsichtig damit sein, uns Gottes Ehre selbst zu nehmen. Gott lässt sich seiner Ehre nicht berauben, denn wir lesen in der Bibel deutlich und klar:

Jakobus 4,6:
„um so reicher aber ist die Gnade, die er gibt. Darum spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«.“

Das heißt, wenn wir Gott seiner Ehre berauben, wenn wir uns selbst auf die Schulter klopfen und sagen: „Hier, schau mal, wie toll ich bin. Sieh, was ich gemacht habe.”, dann wird Gott sich gegen uns wenden. Das ist eine ernste Warnung.

Aber wenn wir anderen in dem Bewusstsein dienen, dass es nicht meine Kraft ist, nicht meine Gaben, sondern Gottes Kraft und seine Geschenke, dann werden wir Gott auch die Ehre geben. Dann werden wir nicht sagen, andere sollen auf uns schauen, sondern sie sollen auf Gott schauen. Sie sollen Gott danken, dass er uns die Kraft und die Gaben gegeben hat, damit wir anderen dienen können.

Lasst uns darüber nachdenken, wie wir anderen Menschen dienen können. Lasst uns Gott um seine Kraft bitten. Lasst uns ihm für die Gaben danken, die wir bekommen haben. Lasst uns dann auch Gott die Ehre geben, die er verdient. Amen.

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