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Dezember 2016 –
Gigantisch: großer Gott als kleines Baby

von Rocco Grämmel

„Die Weihnachtskrippe war der Stolz der Familie. “Krippe” war bescheiden ausgedrückt. Im Advent wurde ein Viertel des Wohnzimmers ausgeräumt und in jene Landschaft verwandelt, die durch Schafherden, Stall und Stern anzeigte, dass es sich um die gesamten Felder von Bethlehem handelte.“ 1

Die kleine Grete bringt eines Abends den Waisenjungen Peter mit nach Hause. Der kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und Grete erklärt ihm die Bedeutung dieser Weihnachtsidylle. Angesichts der Not des Kleinen erlaubt die Mutter, dass er sich etwas mitnehmen darf. Zur Auswahl gibt es viel: z.B. den Goldstern, den Esel mit echtem Fell, die Könige oder die Wassermühle. Jedes Familienmitglied überlegt, was es nehmen würde.

„Peter schaute noch einmal über alle Herrlichkeiten, dann tat er einen sicheren Griff in die Krippe im Stall – und sein war für immer der kleine Gottessohn. Sein triumphierendes Lachen stand im Gegensatz zu den verdutzten Mienen der Familie. ‚Danke, vielen Dank‘, sagte Peter. […] ‚Dunnerlittchen‘, sagte Opa, ‚hat der aber einen Blick für die Hauptsache.‘ Mutter nickte. ‚Er meint wohl, wenn dem Gotteskind alles gehört, so braucht er nur dies zu besitzen, und alles andere gehört ihm dann auch. Großartig!‘“ 1

Was sagt die Mutter?
“Er meint wohl, wenn dem Gotteskind alles gehört, so braucht er nur dies zu besitzen, und alles andere gehört ihm dann auch. Großartig!”
Der kleine Peter hatte verstanden, wer dieses Baby war.
Ist uns noch bewusst, wer da in Windeln gewickelt in einem Futtertrog liegt, ganz hilflos und auf seine Eltern angewiesen?
Glauben wir auch, dass wir durch Jesus alles haben, was wir brauchen?
Um das überwältigende Wunder dieses Babys zu erkennen müssen wir die Größe des Herrn Jesus kennen.

Denn ER ist das großartigste Baby aller Zeiten. Es ist gigantisch. ER der große Schöpfergott wird zum kleinen Jesus-Baby. ER war nicht besonders von seinem Äußeren, sondern wegen seiner Person.

Jesus ist der Größte, weil ER …

1. …Gottes Ebenbild ist

Kol. 1,15 „Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes…“

Das Wort Ebenbild wird auch mit Abbild übersetzt. Jesus Christus ist das perfekte, das vollkommene Abbild seines Vaters. Abbild könnte man im biologischen Sinne mit Zwillingen vergleichen. Sie sind rein biologisch von ihrer DNS exakte Abbilder voneinander.

Bei Jesus Christus und Gott dem Vater ist es ihr Wesen, das genau identisch ist, obwohl sie zwei Persönlichkeiten sind.

Jesus ist der Größte, weil ER Gott höchst persönlich ist.

Gott wird Mensch; ein unfassbares Ereignis.

Der für uns nicht fassbare Gott, der größer ist als unser Verstand, der unser Leben in den Händen hält. Dieser Gott wird ein Baby, das nun von Menschenhänden gehalten wird. An Weihnachten zeigt Jesus das ganze Ausmaß seiner Liebe zu uns, weil er sich so klein macht. Er verließ die Herrlichkeit um uns zu helfen. Er wurde hilfsbedürftig, verletzlich, sterblich, damit wir Hilfe bekommen und unsterblich werden.

Ist uns bewusst, was ER für uns aufgegeben hat?

Erwidern wir seine Liebe? Wie wichtig ist uns Jesus?

Wann haben wir mit IHM zuletzt über unsere Liebe gesprochen?

Außerdem ist Jesus der Größte, weil ER…

2. …der Schöpfer ist

Kol. 1,15 „… der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist.“

Der Ausdruck „Erstgeborene“ hat nicht mit seiner Geburt zu tun, sondern mit seiner besonderen Stellung. Denn wir wissen aus der Bibel, dass Christus genau so ewig ist wie Gott der Vater. (Joh. 8,58)

Paulus erklärt diese besondere Stellung in V. 16:

Kol. 1,16 „Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen;…“

Jesus steht über der Schöpfung, weil ER der Schöpfer ist.

Absolut ALLES was wir sehen und nicht sehen hat ER geschaffen.

Drei kleine Wortgruppen zeigen seine Bedeutung:

a) „in ihm“

Christus ist der Ursprung aller Schöpfung. Das heißt, ER hat sie kreiert, erdacht, geplant. ER ist der Erfinder jedes Planeten, jedes Tieres und jedes Menschen, selbst Dich hat ER sich ausgedacht.

Die Genialität Jesu übersteigt unseren Horizont bei Weitem.

Suchst Du Antworten, Lösungen, Ideen auf schwierige Fragen? Bitte doch Jesus um Rat, Weisheit, Hilfe. Er hilft gern!

b) „durch ihn“

Höchst persönlich hat er alles so geschaffen, wie er es erdacht hat.

ER gab den Sonnen ihre Plätze und formte die Erde aus dem Nichts. Er formte den menschlichen Körper in seiner ganzen Komplexität.

Diesen starken und mächtigen Händen dürfen wir uns anvertrauen.

Gibt es etwas, dass Du in Jesu Hände übergeben solltest?

c) „für ihn“

Hat die Schöpfung einen Sinn? Ja, denn sie ist für Jesus geschaffen worden.

Alles ist sein Eigentum, sein Besitz. Selbst die kleine Pflanze im Wald, die keiner sieht und beachtet, blüht durch Jesus und für Jesus.

Dadurch können wir die Welt mit ganz anderen Augen sehen.

Wir bewegen uns immer in Seinem Eigentum. Ihm gehört alles, nicht nur auf der Erde, sondern auch die Erde selber.

Das ist der beste Grund sich keine Sorgen zu machen. Jesus gehört alles – gibt es also etwas, das er uns nicht geben könnte? Nein.

Vertraue IHM, denn deine Möglichkeiten sind begrenzt, Seine nicht.

Sag IHM doch jetzt, was du dringend benötigst.

Der Erfinder, Schöpfer und Besitzer der gesamten Schöpfung, d.h. der Erde und des Universums – dieser HERR wird vom Schöpfer zum Geschöpf. Aber nicht etwa zu einem gewaltigen Übermenschen. Nein, ER wird ein Baby. Das wohl hilfloseste Geschöpf auf Erden.

Damit zeigt ER seine ganze Liebe.

Es wird Zeit, sich wieder an diese Liebe zu erinnern.

Ich wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit mit dem Staunen über die große Liebe unseres Herrn Jesus Christus im Herzen.

AMEN

1) Auszüge aus der Weihnachtsgeschichte „Beckers Bethlehem“; aus „Beckers Bethlehem und andere Geschichten zu Weihnachten“; Monika Büchel [Hrsg.], 2005, S. 23-31)