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Happy Day | November 2021


von Rocco Grämmel

“Happy Birthday!”, “Happy new Year!”, bald wieder “Happy Christmas!”… wünschen wir uns immer wieder.
Und “happy sein” (englisch: “glücklich sein”), wer will das nicht gern? Also ein ganz berechtigter Wunsch. An vielen Stellen wird uns ja versprochen, wie man happy werden kann, denken wir nur mal an das “Happy Meal”, das bei McDonald`s den Kindern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern soll oder die “Happy Hour” beim Shoppen, wo Mann oder Frau sich freut ein Schnäppchen zu machen.

Leider wissen wir nur alle zu gut, wie schnell so ein “Happy Meal” gegessen ist oder wie schnell der “Happy Birthday”- Blumenstrauß verwelkt ist. Und das “Happy Christmas” bei vielen Familien eher ein frommer Wunsch als Wirklichkeit ist.

Happy sein? Was heißt das eigentlich?
Synonyme sind zufrieden, glücklich oder fröhlich sein. Man könnte auch sagen: „zur Ruhe kommen.“ Im Grunde wünschen wir uns das doch alle gern – happy sein.

Wie geht das? Ist es möglich so eine Grundzufriedenheit zu bekommen?

Mit der Frage hat sich auch ein sehr erfahrener Mann auseinandergesetzt. Wissen Sie, zu welchem Ratschluss er gekommen ist?

“Besser das, was wir mit den Augen anschauen, als das, wonach die Seele umherschweift. Auch das ist nichtig und Haschen nach Wind.” (Pred. 6,9)

Dieses Zitat ist von Salomo, dem bekannten israelischen König. Er war der weiseste Mensch aller Zeiten, der alles hatte, was man sich nur erträumen konnte an Vermögen, Beziehungen, Bauwerken, Luxus und Wohlstand. Er hatte alles, wovon man denkt es macht glücklich. Salomo blickt im Alter auf sein Leben zurück und reflektiert sein Leben. Diese Gedanken finden wir im Bibelbuch Prediger. Dieses ist geprägt von zwei großen Gedankengängen: Zum einen ist das Leben hier auf der Erde vergänglich, alles ist ein Haschen nach Wind. Und zum anderen ist dieses Leben hier gleichzeitig ein Geschenk Gottes. Und er fordert uns heraus das zu erkennen, anzunehmen, zu genießen und glücklich zu sein.
Er gibt uns in dem Vers aus Prediger 6,9 die Hilfestellung, wie das gelingen oder eben nicht gelingen kann. Er stellt zwei Strategien gegenüber.

1. Strategie: die Gedanken auf Reisen schicken

Wie gehen wir ganz sicher, unzufrieden zu bleiben? Wenn die Gedanken auf Reisen gehen. In unserem Vers heißt es:

„wonach die Seele umherschweift“

Kennen wir das nicht alle irgendwie, dieses Umherschweifen der Seele? Dieses “was wäre wenn”? Was gibt’s denn da noch? Was könnte ich verpassen?
Wenn wir mit diesen Fragen im Kopf durch unseren Tag gehen, dann sieht das so aus: Vor dem Spiegel denken wir: “wenn ich eine andere Nase hätte”, “wenn ich größer, kleiner, dicker, dünner wäre”, “wenn ich lauter, leiser wäre”, dann könnte ich angesehener sein, Dinge besser machen, glücklicher sein.
Vor dem Kleiderschrank geht uns der Satz durch den Kopf: „Ich hab nichts zum Anziehen.“ Wenn nur das Zalandopaket schon da wäre, dann könnte ich auch vor „Glück schreien“. Am Arbeitsplatz sehen wir die riesige to-do-Liste, die nervigen Kollegen oder den unbarmherzigen Chef und denken: “wenn ich nur eine andere Arbeitsstelle hätte, dann hätte ich viel mehr Freude am Arbeiten.” Und die Rentner denken: “wenn ich doch nur noch gebraucht werden würde, dann wäre ich glücklich.” Beim Fernsehabend auf der Couch vergleichen wir manchen Hauptdarsteller vielleicht insgeheim mit dem Partner, der da neben uns auf der Couch sitzt und fragen uns auch da, ob nicht jemand anderes uns viel glücklicher machen könnte. Und unsere Wohnung kann man auch nicht bei „schöner Wohnen“ ablichten.

Wo endet die Reise unserer Gedanken? Anstatt happy sind wir permanent unzufrieden, rastlos gehen unsere Gedanken auf die Reise. Es ist das unaufhörliche „Haschen nach Wind“. Und letzten Endes bleiben das Herz und die Seele leer. An happy sein und zur Ruhe kommen ist nicht zu denken.

Übrigens, Salomo geht es nicht darum, dass wir keine Wünsche haben oder uns nicht nach Veränderung sehnen dürfen, sondern darum, dass wir nicht wie Getriebene unruhig und unzufrieden sind.
Darum bietet er eine zweite, bessere Strategie:

2. Strategie: die Augen fokussieren

„Besser das, was wir mit den Augen anschauen,…“

Vielleicht denkst du dabei an das Sprichwort: „Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Aber das trifft es für mich nicht ganz. Dieser Spruch klingt nach Optionslosigkeit. Ich hab zwar nur einen Spatz, aber die Taube ist unerreichbar. Salomo will uns klar machen, dass wir die Taube schon in der Hand haben, wir müssen nur genau hinschauen. Wir vergessen es so leicht und sehen nur die anderen Tauben, die wir nicht haben. Während bei der ersten Strategie die Seele auf Suche ist nach allem was „angeblich“ noch fehlt, so geht es ihm jetzt darum, mit den Augen genau hinzuschauen, damit die Seele sieht, was schon längst da ist!

Wie würde denn ein Tag aussehen, wenn wir ihn mit dieser Strategie angehen?
Vor dem Spiegel schaust du auf deine Einzigartigkeit, deine Talente und dankst dem HERRN, wie du gemacht bist.
Beim Blick in den Kleiderschrank freust du dich über deine Lieblingsstücke, dass du heute genug hast um sauber und warm durch den Tag zu kommen und sogar noch die Auswahl hast.
Am Arbeitsplatz dankst du Gott für die Möglichkeiten, die Kraft, den Verstand, die Hände und Füße, um arbeiten zu können, für die Chance, deinen Lebensunterhalt zu verdienen und für die Menschen, die er an deine Seite gestellt hat.
Deinen Partner nimmst du besonders fest in den Arm und freust dich über diese besondere Person in deinem Leben.
Und in deiner Wohnung setzt du dich in deine Lieblingsecke und freust dich über das Dach über dem Kopf.

Zufriedenheit, happy sein beginnt immer im Herzen. Nicht unsere äußeren Umstände machen uns glücklich, sondern unsere Freude an den Umständen.
Der HERR Jesus hat im Johannesevangelium Kapitel 10,10 sogar gesagt, dass Er uns Fülle und volles Genüge Tag für Tag geben will. Was für ein Geschenk! Es ist wie ein volles Tablett, das dasteht und wir brauchen nur noch zugreifen. Gehe heute dieser Strategie nach:

Sei mit deinen Augen ganz im Hier und Jetzt.
Danke dem Herrn für das, was er dir in deinem Leben schenkt.
Nimm dir doch gleich noch Zeit, schau dich um und danke Gott ganz praktisch.

In dem Sinne wünsch ich dir einen „Happy Day“.