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Bleib richtig stehen! | April 2019

von Johannes Vogel

2.Petrus 3,17-18

„Stehen bleiben–aber sofort!“
Da hat ihn der Polizist wohl auf frischer Tat ertappt, den Einbrecher.
Keinen Schritt vor und keinen zurück, sonst könnte es böse enden.
Habt ihr diese dramatische Szene vor eurem inneren Auge?

Ähnlich dramatisch klingen auch die Worte von Petrus in seinem 2. Brief an die Christen in Kleinasien.
Kleinasien ist der Teil der heutigen Türkei, der zu Vorderasien gehört.

Es heißt dort in 2. Petrus 3,17+18:
„Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im Voraus wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen.“

Natürlich ist Petrus nicht der Polizist und die Gemeinde hat auch keine Straftat begangen.
Nein, sondern Petrus hatte von Jesus höchstpersönlich den Auftrag bekommen, Seine Schafe-Seine Herde zu hüten (Joh. 21,16).
Als Gemeindeältester nahm er seinen Auftrag sehr ernst.
Er sorgte für seine Schafe, die Herde der Gemeinde und das bedeutete auch verantwortungsbewusste Strenge zu haben.

Die Gläubigen in Kleinasien mussten dringend an etwas erinnert werden.
Denn Petrus wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte.
Er war um die „Schafherde“ besorgt. Was würde aus ihnen werden, wenn der „menschliche Hirte“ nicht mehr sein würde?
Besonders aufgrund der zu jener Zeit drohenden Verführung der Gläubigen.
Es gab sie also damals auch schon zur Genüge–deswegen ist der Text auch heute noch so aktuell!

Es gibt ein Zitat, in dem es heißt: „Um Kritik zu vermeiden, sage nichts, mache nichts, sei ein Niemand.“

Das galt nicht für Petrus! Um die Seelen der Gemeinde besorgt zu sein, heißt eben nicht nur Gefahren abzuwenden, sondern auch die Schafe zu warnen.

So leitet Petrus seine letzten Worte in 2. Petr. 3,17 damit ein, dass er sagt:
„Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im Voraus wisst, so hütet euch“
Eine andere Übersetzung sagt:
„[…], liebe Geschwister, passt auf.“
Eine klare Aufforderung von Petrus, auch an uns heute!

Somit lautet mein Aufruf heute:
Bleib richtig stehen!

Nehmen wir uns Petrus‘ Worte zu Herzen und überlegen wie das geht:

1. Bleib fest stehen!

Wir können ganz schnell von einem guten, sicheren Weg oder Standpunkt auf einen falschen Weg oder schwammigen Untergrund geraten. Darum ist es wichtig zu wissen, worauf wir–du und ich-stehen, d.h. welchen Untergrund wir haben. Im Bild gesprochen, gemeint ist natürlich unser Lebensfundament, d.h. unsere Überzeugungen, unsere Haltung zum Wort Gottes, der Bibel!

In Matthäus 7 (Bergpredigt) lesen wir die Geschichte von einem klugen und einem unvernünftigen Mann.
Beide bauen ein Haus, aber auf unterschiedlichen Fundamenten.
Jesus bezeichnet den auf Felsen bauenden Mann als klug. Warum?
Weil das felsige Fundament für das Wort Gottes steht, das gehört und in die Tat umgesetzt wird.
Diese felsenfesten Zusagen der Bibel, wurden von den Irrlehrern/ Verführern damals und werden noch heute infrage gestellt.

In 2. Petrus 3,4 steht: „Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist!“

Das Hinterfragen ist Satans Hobby.
Bei welchen Fragen sind wir versucht, unseren Standpunkt zu verlassen, statt fest stehen zu bleiben?
Nämlich auf der Bibel, Gottes heiligem, unfehlbarem und irrtumslosen Wort.
Unser Lebensmotto sollte sein: Was sagt die Bibel? Und nicht: „Der hat aber gesagt…“, “mein Pastor meint aber…“ oder „in dem Buch steht aber…“.
Damals wurde Petrus nicht müde, seine, bzw. Gottes Anliegen zu wiederholen. Bleibe fest stehen!

Klingt nach nichts Neuem, oder?

Aber kennt ihr den Spruch: „Wiederholung (oder Erinnerung) ist die Mutter allen Lernens“?
Petrus wollte auch nach seinem Tod, seine Schafe „im Trockenen“ wissen, wie man so schön sagt.
Er wurde nicht müde für sie Sorge zu tragen.
Das lesen wir in 2.Petrus 1,15: „Ich will aber dafür Sorge tragen, dass ihr euch auch nach meinem Abschied jederzeit diese Dinge in Erinnerung rufen könnt.“

Müdigkeit führt nämlich ganz schnell zu Resignation. Und was aus Resignation in der evangelikalen Welt geworden ist, sehen wir z.B. beim aktiven Dienstverständnis in unseren Gemeinden von Homosexuellen, oder auch bei der Segnung/ Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren in unseren Kirchen und Gemeinden.
Wenn man da nicht biblisch feststeht, wird man ganz leicht im verkehrten allgemeinen Mainstream-Glauben einfach mit weggerissen.
Wenn wir die Richtlinien Gottes verlassen, dauert es nicht mehr lange, bis wir auch andere biblisch grundlegenden Aussagen nicht mehr nur hinterfragen, sondern sie einfach auch über Bord werfen.

Jetzt kommen wir mal weg von dem „WIR“.
Zuerst sind du und ich gefragt, dass du und ich uns darum kümmern, dass unser Glaubensleben in Ordnung kommt.
Dass dein und mein Glaubensleben das richtige Fundament hat.
Dass Deine Beziehung zu Jesus geklärt ist.
Aber richtig stehen zu bleiben ist noch mehr als „nur“ fest zu stehen.
Stillstand ist Rückschritt, deswegen sagt Petrus uns ebenfalls:

2. Wachse!

Wenn wir uns nochmal den Vers 18 in 2. Petrus 3 anschauen, dann wechseln wir von der Aufforderung „Tue nicht“ nach „Tue“! Also: „Mach`s doch, auf geht’s!“
Es ist ja manchmal schön und gut zu wissen, was man alles nicht soll und nicht darf.
Aber die Frage ist, was soll ich stattdessen tun?
Die Bibel lässt uns da nicht im Regen stehen.
Z. B. heißt es in Eph. 4,29, dass kein schlechtes Wort aus meinem Mund kommen soll. In Spr. 16,24 heißt es: „Freundliche Worte sind wie Honigseim, süß für die Seele und heilsam für das Gebein.“
Petrus schreibt uns in Vers 18, unserem Ausgangsvers: „Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres HERRN und Retters Jesus Christus!“
Wachsen beinhaltet Zunahme, Vermehrung.
Erkenntnis ist also ein Wachstumsprozess. Unser Gott ist so groß, dass es so viel an IHM zu entdecken gibt.
Wie geht das überhaupt, in der Gnade und Erkenntnis zu wachsen?
Wir sollen immer mehr erkennen, wer Jesus Christus ist und was ER für mich und dich getan hat.
In dem Zusammenhang bedeutet stehenbleiben, auch mal auszuhalten, wenn du von IHM in besonderen Situationen und Herausforderungen geprüft wirst.
Im Rückblick sind das oft gerade die Momente, die Jesus nutzt, um mir zu zeigen, wer ich bin und was ich immer noch Verkehrtes tue, obwohl ich gerettet bin.
Und das heißt dann aus der Gnade zu leben. ‚Denn wie kann ich erfahren, dass Gott meine Zuflucht ist, wenn alles im Lot ist?
Wenn ich mir das bewusst mache, dann lebe ich in engster Verbindung zum HERRN.
Täglich neu muss ich begreifen, dass ich Gottes Vergebung brauche.
Jesus Christus hat mir ewiges Leben geschenkt–umsonst.
Dafür verdient unser HERR unseren größten Respekt:

3. Ehre Jesus zu jeder Zeit!

Richtig stehen zu bleiben heißt eben auch Gott zur Ehre zu leben.
Ja, da geht’s um Jesus Christus und nicht um dich.
„IHM sei die Ehre“ heißt es am Ende von Vers 18 im 2. Petrus 3.
Jesus Christus ist der Dreh- und Angelpunkt deines und meines Lebens!
Wir denken manchmal, dass ER nicht da sei bei all dem Chaos auf der Welt, aber ER ist es. Denken wir uns Jesus, denken wir uns Gott auch nur mal ein paar Minuten weg:
Was wäre, wenn unser Schöpfer uns den Atem in diesen paar Minuten nehmen würde? Würde ich das überleben?
Das würde keiner von uns riskieren wollen!
Wir haben Jesus Christus unser natürliches wie auch unser geistliches und neues Leben zu verdanken.

In Kapitel 1 im 2. Petrus, Vers 3 heißt es:
„Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient.“

Was wollen wir noch mehr?
Nun, wenn wir davon reden, Gott die Ehre zu geben, was hat das für uns zu bedeuten?
Es ist schnell daher gesagt, aber meinen wir es auch ernst damit?
Das Wort „Ehre“ bedeutet in etwa Achtungswürdigkeit oder „verdienter Achtungsanspruch“ (einer Person).
In unserem Fall bedeutet es, dass Jesus Christus zu jeder Zeit unsere Achtung und Wertschätzung verdient.
Ebenso verdienen es Sein Wort, Sein Wille, Seine Gebote und Richtlinien beachtet und ernst genommen zu werden.

Wir–du und ich- sollen IHM unser ganzes Leben zur Verfügung stellen.
Aber viel zu oft stehen wir Jesus Christus noch im Weg.
Nutze doch ab jetzt jede Gelegenheit, auf IHN hinzuweisen.
Wenn jemand deine Stimme bewundert, sag`, von wem du sie hast.
Wenn du für eine Sache gebetet hast und Gott sie erhört hat, erzähl` es weiter. Diese Liste ließe sich noch unendlich fortsetzen.
Und gerade das ist doch auch mit ‚Ehre Jesus zu jeder Zeit‘ gemeint.

Also lasst uns richtig stehen, standhaft sein auf Gottes Fundament und wachsen in unserem Glaubensleben zu Seiner Ehre!