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Du kannst alles tun, was Gott von dir verlangt! | Juni 2019

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von Eugen Thielmann

Fühlst du dich manchmal überfordert mit den Herausforderungen deines Lebens; gerade auch in Bezug deines Glaubens? Da kommt ein Gemeindeverantwortlicher und fragt bei dir an, ob du einen bestimmten Dienst tun könntest. Wie oft antworten wir mit den Worten „ich kann das nicht“, oder „das ist nicht meine Stärke“, oder „der- oder diejenige kann das doch viel besser als ich“.
Doch ich möchte heute behaupten:

„Du kannst alles tun, was Gott von dir verlangt!“

Philipper 4,13: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“

Ich möchte vier Bedingungen mit dir betrachten, die die Voraussetzung dafür sind.

1. Gib` deine Schwachheit zu

Zugeben, dass man Schwächen hat, das können wir Menschen nicht. Mir fällt das auf jeden Fall sehr schwer. Doch wenn wir uns dessen bewusst sind und uns das auch eingestehen, dann können wir uns viele Peinlichkeiten, aber auch Enttäuschungen ersparen. Paulus ist uns in diesem Thema ein großes Vorbild. Paulus war ein Apostel und wurde im Dienst des Herrn ganz besonders gebraucht, aber Gott gab ihm einen Dorn für sein Fleisch, damit er schwach sein würde.
Und Paulus wusste, warum er diesen Dorn im Fleisch hatte.

2. Kor. 12,7: „Und damit ich mich wegen der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe.“

Durch diese Schwachheit hatte Paulus einen großen Vorteil: Er musste ganz auf den Herrn vertrauen.
„Wenn ich schwach bin dann bin ich stark.“ (2.Kor 12,10b)
Geistlich gesehen sind alle Christen schwach, d.h. wir brauchen ständig Weisheit und Kraft von dem Herrn. Doch wir sind oft der Meinung, dass das nicht so sei und genau deshalb fallen wir geistlich so oft auf die Nase. Doch wenn wir unsere Schwachheit zugeben und durch Glauben an Jesus Christus leben, werden wir geistliche Kraft von Gott bekommen.
Darüber hinaus wird dadurch Gott verherrlicht.
„Gottes Kraft kommt in Schwachheit zu Vollendung.“ (2.Kor 12,9b)

Weißt du, welche Schwächen du hast?
Und damit sind nicht nur unsere Unfähigkeiten gemeint, sondern auch unsere innerlichen Schwächen, sowas wie: Anfechtungen, Versuchungen, innerliche Götzen usw.
Wie gehst du mit deinen Schwächen um? Ignorierst du sie, oder nimmst du sie ernst und verhältst dich dementsprechend?

Eine weitere Voraussetzung, um alles zu tun, was Gott von einem verlangt, ist: Nicht nur zu erkennen welche Schwächen man hat, sondern auch zu erkennen, wozu man fähig ist mit Jesus.

2. Erkenne deine Fähigkeit in Christus

Du hast Kraft. – Philipper 4,13: „Ich vermag…“
„Vermögen“ bedeutet: Stark genug sein, Kraft haben oder fähig sein, Gottes Willen zu tun. Paulus konnte seinen Dienst als Apostel nur durch die Kraft Gottes ausführen. Die Prüfungen, die ihn immer wieder in seinem Dienst begegneten, konnte er mit Gottes Hilfe bestehen.
1. Tim 1,12: „Und darum danke ich dem, der mir Kraft verliehen hat, Christus Jesus, unserem Herrn, dass er mich treu erachtet und in den Dienst eingesetzt hat,…“
Gottes Kraft ist ausreichend für alle unsere Aufgaben und Nöte. Die Fähigkeit, Gott zu dienen und für Gott zu leben, haben wir Christen nicht automatisch, sondern nur durch tägliches Vertrauen auf den Herrn.

Du bist für alles ausgerüstet! – Philipper 4,13: „Ich vermag alles…“
Das Wort „alles“ wird hier betont, d.h. ein Christ kann alles tun, was Gott von ihm verlangt.
Mose dachte, er könnte das Volk Gottes nicht aus Ägypten führen und sagte: „Ach mein Herr, ich bin kein Mann, der reden kann;“ (2.Mo 4,10b)
Gottes Antwort war: „Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? So geh nun hin: Ich will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du sagen sollst!“ (2.Mo 4,11b-12)
Gott ist es, der uns geschaffen hat, er ist es, der uns unsere Fähigkeiten verliehen hat. Das du vielleicht gut singen kannst ist nicht auf deinem Mist gewachsen, dass du handwerklich begabt bist, oder kreativ bist und all die anderen Fähigkeiten, das hast du dir nicht selbst zu zuschreiben.

Gott schenkt jedem Christen genau das, was er in jeder Situation braucht.
Hab. 3,19a: „GOTT, der Herr, ist meine Kraft.“

Ist dir das bewusst?
Kannst du es auch so annehmen und dementsprechend leben? Habe den Mut auch „geistliche“ Wagnisse einzugehen mit dem Bewusstsein, dass der Herr dir dabei hilft!
Durch Jesus sind wir an vielen Stellen zu mehr in der Lage, als wir uns manchmal selbst zutrauen.
Und oft steht uns auch unsere Bequemlichkeit oder unsere falsche Bescheidenheit da im Wege.

Ich wünsche uns, dass wir uns bewusst machen, dass, wenn der Herr uns ruft, wir auch gehen sollen, weil er uns zu dem Dienst befähigt.

Die dritte Voraussetzung, alles tun zu können, was Gott von uns verlangt, ist:

3. Pflege deine Beziehung zu Jesus Christus

Obwohl das Wort Christus nicht in dem Vers steht, lehrt die Bibel, dass unsere Kraft von Ihm kommt.
2. Kor 12,9b: „Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne.“

In dem Moment, wenn man an Jesus glaubt, ist man errettet und befähigt worden, gute Werke zu tun.
Eph. 2,10: „Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

Das bedeutet nicht, dass jeder Christ zu jeder Zeit alles tun kann.
Unsere Fähigkeiten sind abhängig von unserer Beziehung zu Christus.
Jesus sagt in Johannes 15,5: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“

Paulus konnte die Aufgaben und Probleme mit Zuversicht und mit Kraft anpacken, weil er diese enge Verbindung zu Christus pflegte.
2. Kor 3,5:“ …nicht dass wir von uns selber aus tüchtig wären, sodass wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott.“

In Verbindung mit Christus hatte er Weisheit und Kraft, um die verschiedenen Prüfungen und Schwierigkeiten seines Lebens zu bewältigen.
Jes. 40,29: „Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.“
Beziehung pflegen, das ist mit Arbeit verbunden.
Eine Beziehung ist kein Selbstläufer, es bedeutet Zeit und Energie investieren.
Ich denke, jeder von kennt das, ob verheiratet oder nicht, auch platonische Beziehungen funktionieren nicht von allein.

Mich ärgert es manchmal echt heftig, dass, obwohl wir wissen, dass es nur Vorteile für uns hat, in einer engen Beziehung zu unserem Herrn zu leben, wir sie so oft vernachlässigen.

Dinge, die uns wichtig sind, die hegen und pflegen wir, dass sie ja nicht kaputt gehen.
Aber wie sieht es in deinem Leben mit der Beziehung zu deinem Herrn aus?
Welche Pflegemaßnahmen nimmst du da vor?

4. Lass Jesus Christus dich stark machen

Philipper 4,13: „… der mich stark macht, Christus.“
„Kräftigen“ bedeutet: Jemanden mit Kraft ausrüsten, innerlich stark machen oder befähigen.
Jesus Christus will uns ständig mit der nötigen Kraft ausrüsten.

Eph. „6,10 Im Übrigen, meine Brüder, seid (werdet) stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“
Oder nach der NGÜ: „Nun noch ein letztes: Lasst euch vom Herrn Kraft geben, lasst euch stärken durch seine gewaltige Macht!“

Wir sind passiv, d.h. wir müssen den Herrn wirken lassen, damit er uns stark machen kann.
Durch Gottes Wort, Gebet und Gemeinschaft mit dem Herrn wird er in uns diese Kraft bewirken können: „du hast mir Mut verliehen, in meine Seele kam Kraft.“ (Ps. 138,3b)

Auf die Kraft, die Jesus verleiht, ist Verlass!
Selbst wenn Geschwister im Glauben uns im Stich lassen, wird der Herr bei uns sein und uns stärken.
2. Tim. 4,16-17a: „Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht angerechnet! Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.“

Keine Prüfung, keine Versuchung, keine Verfolgung und keine Not wird uns ins Zweifeln bringen können, wenn Jesus uns ständig stärkt.
Ein Christ, der schwach ist, soll sich selbst prüfen, seine Sünde bekennen, Vergebung annehmen und anfangen, seine Beziehung zum Herrn zu vertiefen.
Jes. 40,31: „aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

Oft sagt man ja: „Ich gehe in den Gottesdienst, um aufzutanken.“
Doch wenn man dann auf den Gottesdienst zurück blickt, hat man wirklich aufgetankt? Wenn ja, was hat man getankt?

Auftanken, bedeutet unter anderem, einfach auch mal ruhig sein und den Herrn sprechen lassen. – ähnlich wie beim Auto: Auto aus, Rüssel rein und dann lass` laufen. Das Auto muss da nichts machen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir oft gar nicht in der Lage sind, so richtig auftanken zu können. Wir beschäftigen uns mit so vielen Dingen, dass wir den Blick für das Wesentliche verlieren.

Ich möchte dich heute ermutigen.
Halt` in deinem Leben immer wieder mal Stille und lass` dich vom Herrn stärken, indem du ihm zuhörst und mit ihm redest und dass nicht nur zwischen Tür und Angel, sondern in aller Ruhe.
Ich weiß von mir, dass ich es zu wenig tue, und diese Andacht hat mich ganz neu dazu herausgefordert.

„Du kannst alles tun, was Gott von dir verlangt!“
1. Gib deine Schwachheit zu
2. Erkenne deine Fähigkeit in Christus
3. Pflege deine Beziehung zu Jesus Christus
4. Lass` Jesus Christus dich stark machen

Amen!