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Februar 2018 –
Sei stark und mutig!

von Eugen Thielmann

In unserem Leben gibt es immer wieder Situationen, wo wir gewohntes Terrain verlassen und uns auf Neues einlassen müssen. Manchmal ist es geplant, was uns meist leichter zu akzeptieren fällt. Wenn es ungeplant ist, dann kann diese Veränderung ganz schnell zu einer unüberwindbaren Herausforderung werden.

Veränderungen ge­schehen in un­se­rem Leben immer wie­der: Von der Schu­le wechseln wir ins Stu­di­um oder in die Aus­bil­dung, vom Le­dig­sein in eine Be­zie­hung und dann in eine Ehe, von einem klei­nen Pos­ten im Beruf zu grö­ße­rer Ver­ant­wor­tung, von einer gewohnten Umgebung wechseln wir in eine neue Umgebung.

Altes wird zu­rück­ge­las­sen und neue Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen ste­hen bevor.

Vor einer sol­chen Her­aus­for­de­rung stand auch Josua. Josua, der Nach­fol­ger Moses, soll­te das Volk Is­ra­el in das ver­spro­che­ne Land füh­ren, in das Land Ka­na­an. Eine Aufgabe, von der ich verstehen könnte, wenn sie für Josua eine riesige Herausforderung bedeutet hat.

Aber Gott lässt Josua in dieser Situation nicht auf sich selbst gestellt, sondern er spricht Josua Mut zu. Von ihm kön­nen wir ler­nen, wie Gott auch uns heute noch er­mu­tigt!

1. Auf­grund der Ver­hei­ßun­gen Got­tes

Das erste Mit­tel, mit dem Gott er­mu­tigt, ist die Ver­hei­ßung.

Das Be­son­de­re an die­sem Auf­trag an Josua ist, dass er nicht nur aus Auf­for­de­run­gen be­steht.

Gott sagt nicht nur: „Über­que­re den Jor­dan, er­obe­re das Land, und ver­tei­le es an die zwölf Stäm­me Is­ra­els.“ Son­dern er ver­spricht es im Vor­aus! Das heißt, dass schon mit dem Auf­trag das Ver­spre­chen auf Er­folg ge­ge­ben ist.

Jos 1,1-6 „Und es geschah nach dem Tod Moses, des Knechtes des HERRN, da sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, dem Diener Moses, folgendermaßen: Mein Knecht Mose ist gestorben; so mache dich nun auf, ziehe über den Jordan dort, du und dieses ganze Volk, in das Land, das ich ihnen gebe, den Kindern Israels! Jeden Ort, auf den eure Fußsohlen treten, habe ich euch gegeben, wie ich es Mose verheißen habe. Von der Wüste und dem Libanon dort bis zum großen Strom Euphrat, das ganze Land der Hetiter, und bis zu dem großen Meer, wo die Sonne untergeht, soll euer Gebiet reichen. Niemand soll vor dir bestehen dein Leben lang! Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein; ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen. Sei stark und mutig! Denn du sollst diesem Volk das Land als Erbe austeilen, von dem ich ihren Vätern geschworen habe, dass ich es ihnen gebe.“

Kann Josua für einen Auf­trag mehr er­mu­tigt wer­den, als durch die Ver­hei­ßung, dass Gott ihm Er­folg schen­ken wird?

Und nicht nur das. Gott sagt: Ich habe es dir ge­ge­ben. Gott will nicht nur hel­fen, son­dern er, der all­mäch­tig ist, hat schon be­stimmt, dass Josua er­folg­reich sein wird.

So sehr, dass er sagen kann: Ich habe euch die­ses Land ge­ge­ben.

Das dür­fen wir nicht ver­ges­sen: Wenn Gott etwas ver­heißt, dann ist das nicht so, wie wenn wir einem an­de­ren Men­schen ein Ver­spre­chen geben.

Eine Ver­hei­ßung oder ein Ver­spre­chen bei Gott ist nicht nur eine Zu­sa­ge, son­dern es be­deu­tet, dass er be­schlos­sen hat, dass es ge­nau­so kommt, wie er sagt.

Da gibt es nichts zu rüt­teln. Au­ßer­dem kann Gott nicht lügen und nicht ver­ges­sen.

Wir brau­chen also nicht an sei­nen Wor­ten zwei­feln. Gott woll­te, dass Is­ra­el die­ses Land be­kommt, und kei­ner konn­te etwas da­ge­gen tun. Und das Schöns­te ist, dass wir ein noch stär­ke­res Ver­spre­chen be­kom­men. Gott sagte zu Josua, dass er bei ihm ist, so wie er bei Mose war. Mose war also das Bei­spiel für Josua.

Im Neuen Tes­ta­ment steht, dass in Jesus Chris­tus auf alle Ver­hei­ßun­gen das „Ja“ ist:

2.​Kor. 1,20: „Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt — in Ihm ist das Ja, und in Ihm auch das Amen, Gott zum Lob durch uns!“.

Alle Zu­sa­gen, die Gott sei­nem Volk und dem ein­zel­nen Gläu­bi­gen macht, sind er­füllt und ge­si­chert in Chris­tus. Wir sehen also nicht in ers­ter Linie auf Mose – ob­wohl er auch ein Vor­bild für uns ist – son­dern auf Jesus.

Gott sagt also: Weil mein Sohn am Kreuz für mein Volk ge­stor­ben ist, werde ich alles er­fül­len, was ich ver­spro­chen habe.

Ich werde sie er­ret­ten, ich werde ihnen das ewige Leben geben. So wahr mein Sohn starb, so wahr werde ich mein Volk bis in meine Herr­lich­keit füh­ren und al­le­zeit und an jedem Ort be­glei­ten.

Das ist eine rie­si­ge Zu­sa­ge!

Wir wis­sen nicht, was mor­gen oder nächs­te Woche in un­se­rem Leben pas­sie­ren wird, und wir brau­chen dar­über auch nicht zu spe­ku­lie­ren, aber wir haben allen Grund, stark und mutig „durchs Leben zu gehen“. Denn weil Jesus für uns ge­stor­ben ist, wird Gott uns als ein lie­bender Vater immer gut füh­ren.

Das wird auch schwer und schmerz­haft sein, aber Gott wird uns immer durch sein Wort die Kraft geben, ihn zu ehren.

Und somit sind wir schon bei der zweiten Er­mu­ti­gung.

Gott als all­mäch­ti­ger und lie­ben­der Vater hat uns durch sei­nen Sohn seine gute Füh­rung zu­ge­sagt. Und wie kön­nen wir nun in die­ser Füh­rung Got­tes vorwärts gehen?

2. Durch das Wort Got­tes – die Bibel

Jos1,7-7 „Sei du nur stark und sehr mutig, und achte darauf, dass du nach dem ganzen Gesetz handelst, das dir mein Knecht Mose befohlen hat. Weiche nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du weise handelst überall, wo du hingehst! Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln!“

Diese Verse drü­cken vor allem Jo­suas geist­li­che Ver­ant­wor­tung ge­gen­über sich selbst und dem Volk aus. Er soll stand­haft im Wort und dem Wil­len Got­tes ge­gen­über ge­hor­sam sein. Stän­dig war­te­ten auf Josua ver­schie­dens­te Ver­su­chun­gen. Z.B. Die Ver­su­chung, sich auf die ei­ge­ne Kraft zu ver­las­sen, oder die Ver­su­chung, sich auf bis­her Er­reich­tem aus­zu­ru­hen, nach ei­ge­nem Gut­dün­ken Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und mehr.

Es gibt un­zäh­li­ge Um­stän­de, Si­tua­tio­nen, und sogar Men­schen, die uns ent­mu­ti­gen wol­len, wei­ter­hin treu Gott zu die­nen. Das ist dem Volk und Josua auch des Öf­te­ren pas­siert. Wenn Josua Got­tes Wor­ten ge­hor­sam ist, wird er weise han­deln und die nö­ti­ge Kraft für seine Auf­ga­ben haben. Das he­bräi­sche Wort weise ist sehr um­fas­send. Viel­leicht kann man sagen, dass das Ge­setz Got­tes Weis­heit und Klug­heit gibt, die Er­folg nach sich zie­hen. Für Josua be­deu­tet das: Er­folg in Krie­gen, Er­folg als An­füh­rer das Vol­kes, Er­folg als geist­li­cher Vor­ste­her.

Das ist die zwei­te Er­mu­ti­gung: Dass das Wort Got­tes Kraft hat.

Weis­heit oder klu­ges Han­deln fällt für uns nicht vom Him­mel, son­dern sie lie­gen im Wort Got­tes. Gott sagt: Wenn du das Ge­setz hältst, dann wirst du über­all weise han­deln. Das Wort Got­tes lei­tet uns nicht zur Weis­heit hin, als sei sie eine abs­trak­te Sache, son­dern es wird deut­lich: Das Ge­setz selbst, das Wort Gottes ist Weis­heit, und wer da­nach han­delt, der han­delt wirk­lich weise.

Wenn wir fra­gen, wie wir weise han­deln sol­len, dann sagt uns diese Stel­le: “indem du dem Ge­setz, dem Wort Got­tes ge­hor­sam bist.” Das soll­te uns er­mu­ti­gen, die ganze Bibel zu stu­die­ren. Hier fin­den wir die Weis­heit Got­tes für jede Le­bens­si­tua­ti­on, die auf uns zu­kom­men wird.

Zum Bsp. beim Um­gang mit Geld, mit un­se­ren Nächs­ten, mit Be­sitz, mit un­se­ren Kin­dern und El­tern, un­se­rer Ge­mein­de, un­se­ren Nach­barn, Freun­den und „Fein­den“, un­se­ren Krank­hei­ten, und allem Guten wie Schlech­ten, was uns Tag ein Tag aus be­geg­net.

Der drit­te Aus­rüs­tungs­ge­gen­stand oder das drit­te Mit­tel zur Er­mu­ti­gung ist die Ge­gen­wart Got­tes selbst.

3. Weil Gott selbst ge­gen­wär­tig ist

V. 9: “Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!”

Das ist noch mal eine Zu­sam­men­fas­sung der ers­ten zwei Punk­te.

Die Stär­ke und Tap­fer­keit Jo­suas im An­ge­sicht aller Pro­ble­me kann nur Gott selbst sein: Gott hat schon alles zu­ge­sagt, er ist all­mäch­tig, um sei­nen Wil­len zu tun, und er hat die Bibel ge­ge­ben (für Josua waren das nur Teile des Alten Tes­ta­ments), die uns weise macht.

Es ist nicht die ei­ge­ne Kraft, nicht die ei­ge­ne Stär­ke, auf die er sich ver­las­sen soll, son­dern die Ge­gen­wart Got­tes.

Gott wird, wie er es oft sagte, für Is­ra­el strei­ten. Das hat Gott z.B. durch die Bun­des­la­de getan. Das war ein gro­ßer ver­gol­de­ter Holz­kas­ten, in dem unter an­de­rem die Stein­ta­feln mit den 10 Ge­bo­ten lagen. Gott war in be­son­de­rer Weise an die­sem Ort ge­gen­wär­tig, so­dass eine große Macht davon aus­ging. Durch die Bun­des­la­de wurde das Was­ser des Jor­dans ge­staut, so­dass das Volk den Fluss über­que­ren konn­te. Es war für Josua ein be­son­de­rer Trost, dass Got­tes Ge­gen­wart an der Bun­des­la­de sicht­bar und er­fahr­bar war.

Wir Chris­ten haben keine Bun­des­la­de bei uns, aber es wird im Neuen Tes­ta­ment deut­lich, dass Jesus diese Funk­ti­on er­füllt.

Jesus ist der „Ort“, an dem uns Gott be­geg­net.

Joh 14,7 „Wenn ihr mich erkannt hättet, so hättet ihr auch meinen Vater erkannt; und von nun an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“

Das soll­te uns eine Er­mu­ti­gung sein: Gott wurde Mensch und er kennt uns, samt un­se­ren Her­aus­for­de­run­gen und Pro­ble­men.

Er kennt uns und gibt durch seine Ver­hei­ßun­gen, sein Wort und seine Ge­gen­wart Mut, Kraft und Weis­heit für alle Her­aus­for­de­run­gen des All­tags.

Es ist nicht unsere Kraft, es ist nicht unsere Schlauheit, es ist nicht unser Selbstbewusstsein, was uns stark und mutig macht, sondern der Glaube an Gottes Verheißungen, der Glaube an sein Wort und der Glaube, dass Gott in jeder Situation mit uns ist.

Amen!