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Ich kann nicht schweigen


von Eugen Thielmann

Moritz ist 10 Jahre alt und seine Eltern sind nicht sehr wohlhabend. Eines Tages geht Moritz durch die Einkaufsgasse und er entdeckt ein ferngesteuertes Flugzeug. Er hat sich schon immer ein Flugzeug gewünscht, doch seine Eltern konnten ihm keins kaufen.

Einige Monate vergingen und Moritz kam immer wieder an diesem Schaufenster vorbei und sah dieses Flugzeug.

Heute war wieder so ein Tag und als Moritz so vor dem Schaufenster stand, kam der Verkäufer des Geschäftes raus und fragte Moritz, was er denn immer hier mache.

Moritz erklärte ihm, dass er sich schon immer ein Flugzeug gewünscht hatte, aber seine Eltern nicht das Geld hatten ihm eins zu schenken. Daraufhin sagte der Verkäufer: „Ich habe dich hier schon so oft gesehen und du tust mir leid, weißte was? Ich schenke dir dieses Flugzeug. Aber sag es keinem weiter, dass du es von mir bekommen hast, sonst kommen andere und wollen auch ein Geschenk von mir bekommen, aber so viel habe ich nicht.“

Moritz wusste nicht wie ihm geschah, er bekommt ein Flugzeug! Und er sagte dem Verkäufer, dass er schweigen würde, wie ein Grab.

Doch kaum zu Hause angekommen konnte er es vor Freude nicht für sich behalten. Er sagte es allen seinen Freunden und Eltern, was er bekommen hatte.

Hast du auch schon mal etwas erlebt, dass du sofort allen weiter sagen musstest?

Das Thema heute heißt:

Ich kann nicht schweigen!

Heute geht es um zwei Männer, die auch nicht schweigen konnten, von dem was sie gesehen und gehört hatten. Aber zunächst erst mal ein paar Takte zur Vorgeschichte. Petrus und Johannes waren auf dem Weg zum Tempel zu ihrem täglichen Gebet gewesen, wo sie am Tor einen gelähmten Bettler trafen. Dieser bat bei ihnen um Almosen, doch er bekam viel mehr. Ja, er bekam seine Gesundheit, er wurde geheilt, sowohl körperlich als auch seelisch.

Doch was geschah dann?

Der Bettler, der vierzig Jahre vor dem Tempel saß, geht nun in den Tempel und lobt Gott. Alle Menschen, die sich im Tempel befinden, sind erstaunt darüber. Ist es denn wahr, dass der Mann, der sonst Tag für Tag vor dem Tempel saß und sich kaum bewegen konnte, jetzt umher springt und Gott lobt?

Und innerhalb weniger Minuten stand eine große Menschenmenge um Petrus und Johannes herum. Diese ergriffen die Situation beim Schopf und verkündeten das Evangelium.

Ich denke kaum, dass Petrus und Johannes erwartet hatten, dass sie von ihrem täglichen Gang zum Tempel so schnell nicht wieder zurückkommen würden.

Erst mussten sie eine Nacht im Gefängnis verbringen, weil sie einen Gelähmten geheilt hatten und das Evangelium den Menschen weiter sagten. – über fünftausend Menschen wurden gläubig. Und dann mussten sie auch noch Rede und Antwort vor dem Hohen Rat stehen. Ich denke, dass ihnen nicht ganz wohl dabei war. Ich weiß nicht, wer von euch schon mal vor Gericht stand, aber ich denke, dass das nicht so ein tolles Gefühl ist.

Und doch redeten sie mit einer Bestimmtheit und Sicherheit, die den Hohen Rat zum Staunen brachte, denn sie waren nur ganz normale Menschen-ungelehrte Fischer – in den Augen des Rates.

Apg. 4,13: “Als sie aber die Freimütigkeit von Petrus und Johannes sahen und erfuhren, dass sie ungelehrte Leute und Laien seien, verwunderten sie sich; und sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.”

Doch die Frage der Schriftgelehrten in Vers 7 beschäftigt auch uns heute.

“Und nachdem sie sie in die Mitte gestellt hatten, fragten sie: In welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr dies getan?”

Und die Antwort finden wir nicht nur hier Apostelgeschichte 4,8 wo es heißt:

 “Da sprach Petrus, erfüllt mit Heiligem Geist, zu ihnen…”

Auch schon im Alten Testament sagt Gott zu Serubabbel:

Sach. 4,6: “Da antwortete er und sprach zu mir: Dies ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen.”

In 2.Chronik 32,7 sagt der König Hiskia:  “Seid stark und mutig! Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor dem König von Assyrien noch vor dem ganzen Haufen, der bei ihm ist; denn mit uns ist ein Größerer als mit ihm!”

Petrus und Johannes waren nur in der Lage den Gelähmten zu heilen und so zu reden, wie sie redeten, weil Gott sie durch den Heiligen Geist dazu befähigte. Sie waren keine tollen Helden, die es einfach nur drauf hatten, nein, sie hatten ein tiefes Vertrauen zu Jesus Christus.

Sie haben an der Zusage von Jesus aus Matthäus 10,19 festgehalten.

“Wenn sie euch aber überliefern, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.”

Jesus versicherte ihnen, dass sie sich keine Sorgen machen brauchen, was sie sagen sollen, wenn sie in Situationen kommen, wo sie sich für Ihn verantworten müssen. Und was Jesus zusagt, das hält er auch ein.

Eine Zusage, die auch uns heute gilt. – also warum haben wir heute dann oft schon fast “die Hosen voll”, wenn uns ein Freund aus der Schule oder ein Kollege fragt, ob wir Christen sind?

Petrus und Johannes war dies bewusst, sie stellten diese Zusage nicht in Frage, nein ganz im Gegenteil, sie gingen mit mutigen Schritten voran.

Ich möchte das mal mit einem Kletterseil vergleichen. Wenn auf der Verpackung steht, dass das Seil 1200kg aushält, dann werde ich nicht jedes Mal bevor ich Klettern gehe einen Belastungstest machen, um zu schauen, ob das Seil mich tragen kann. Ich vertraue auf das, was auf der Verpackung steht, denn es wurde bestimmt getestet und dann muss das stimmen.

Merkt ihr, hier vertraue ich blind, ich muss es nicht jedes Mal kontrollieren. Aber wenn es darum geht Jesus zu vertrauen und daran fest zu halten, was er uns zugesagt hat, dann kneifen wir.

Woran liegt das? Haben wir zu wenig mit Jesus erlebt?

Vertrauen wir Menschen mehr als IHM?

Haben wir zu viel Angst vor dem, was passieren wird, wenn wir Jesus vertrauen?

Sind wir nicht mutig genug, uns zu Jesus zu bekennen?

Nur eins ist wichtig, ob wir tapfer oder feige sind: immer dort zu sein, wo Gott uns haben will und im Übrigen ihm zu vertrauen.
(Georges Bernanos)

Woran liegt es, dass wir Christen nicht den Mut haben unseren Mund auf zu machen, wenn es um Jesus geht? Wenn sein Name, verspottet wird z.B. als es durch die Medien ging, dass in Amerika ein Koran verbrannt wurde, da waren alle empört darüber. Aber dass immer wieder Bibeln verbrannt werden, dazu äußert sich keiner.

Wo sind wir Christen da?

Oder jetzt, wo wir eine Zeit der Pandemie durchlebt haben und viele Menschen Existenzängste durchlebt haben und zum Teil alle Hoffnung verloren haben.

Wo sind wir Christen und erzählen von der einzig wahren Hoffnung, die wir in Jesus haben?

Ich frage mich: wovor haben wir Angst?

Egal wie sehr ich darüber nachdenke, ich komme auf keine befriedigende Antwort. Wir wissen, dass wir aus uns nichts schaffen können, das müssen wir auch nicht, weil wir den Heiligen Geist haben, der uns begabt und in uns die Früchte des Geistes sichtbar werden lässt. An uns liegt es nur, dem Geist Gottes Raum zu geben in uns wirken zu können.

Tun wir das? Oder beschränken wir den Wirkungsbereich des Heiligen Geistes nur auf bestimmte Bereiche unseres Lebens? Ich muss leider gestehen, dass es bei mir manchmal so ist. In einigen Bereichen darf der Geist Gottes wirken und in anderen Bereichen übernehme ich doch lieber selbst die Führung. Doch ich darf wissen, dass ich mich auch in den Bereichen immer wieder an Gott wenden darf und ihn mit einbeziehen kann.

Petrus und Johannes haben die Kraft durch den Geist Gottes bekommen und genau diese Kraft wirkt auch heute in uns, wenn wir es zulassen.

Und das ist das Ermutigende auch für uns heute. Der Heilige Geist hat sich nicht verändert, er hat die gleiche Kraft wie damals bei Petrus und Johannes. Ich wünsche uns, dass wir diese Kraft einsetzen in unseren Alltag. Denn gerade in Zeiten wie jetzt, wo so viel Veränderung stattfindet, sowohl politisch, als auch wirtschaftlich und viele Menschen orientierungslos sind und sich fragen, wohin das alles hinführt.

Ich wünsche uns, dass wir so wie Petrus und Johannes sind, dass wir nicht davon schweigen können, dass Jesus uns Hoffnung und Sicherheit gibt und dass er das Beste ist, was einem Menschen passieren kann.
Amen.