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März 2018-
Klasse statt Masse

von Rudi Bork

Matthäus 28, 16-20
„Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich anbetend vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.
So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!

Mann, oh Mann! Habt ihr das gehört: 11 Jünger.
Für eine riesengroße Aufgabe! Nur 11 Männer.
Und was für seltsame Zeitgenossen, mit Ecken und Kanten.

Die Aufgabe steht doch in überhaupt keinem Verhältnis zu den Arbeitern:

Mt 28,19+20: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.“

Ein echtes „Himmelfahrtskommando“; im wahrsten Sinne des Wortes!

Nicht einmal ein Dutzend Männer, um die ganze Welt mit der Guten Nachricht zu erreichen. Ist das nicht bloß Kanonenfutter für eine gottlose Welt? Der berühmte „Tropfen auf dem heißen Stein“? Was sollten die schon ausrichten, bewirken und verändern? Diese Fragen stellen sich Christen und Gemeinden bis heute.

ABER… ! Ich darf und möchte euch verraten:
Auf uns kommt‘s in erster Linie überhaupt nicht an! Das, was vor allen Dingen zählt, das lautet:

Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. (V. 18)
Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! (V.20)

Gewissermaßen sind das die beiden Möglichkeiten zu den beiden Unmöglichkeiten:

  • Nur 11 schlichte und unerfahrene Männer!

    STOP! Hör‘ genau hin:

    „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden!“

  • Alle Völker zu Nachfolgern ausbilden!

    STOP! Hör‘ genau hin:

    „Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“

Ich möchte jetzt nicht den Missionsbefehl im Detail auslegen und anwenden, vielmehr möchte ich euch auf ein göttliches Prinzip im Missionsauftrag aufmerksam machen. Der Text beschreibt sehr eindrücklich Gottes Philosophie und diese basiert auf einem ganz einfachen Prinzip, das heißt:

„KLASSE statt MASSE“!

Das scheint offensichtlich Gottes Maxime zu sein, denn dieses „Grundgesetz“ ist in der Bibel sehr verbreitet und es tritt auch im Missionsauftrag hervor.
Nicht 11-Hundert, nicht 11-Tausend, sondern lediglich 11 Menschen sollen losgehen, um die Welt zu erobern.

Klasse statt Masse!
Dieser göttliche Grundsatz begegnet uns bereits im Alten Testament.
Schauen wir mal rein in Richter 7:

Natürlich kennt ihr alle diese Begebenheit, doch es lohnt sich, noch mal hinein zu schauen.
In Richter 7,1-7 erlebte Gideon gottgewollte Abrüstung!
Seine Truppe von 32.000 Männern wurde auf 10.000 Männer reduziert.
Seine Truppe von 10.000 Soldaten wurde auf 300 Mann dezimiert.
Mit den verbliebenen 300 Kämpfern errang Gideon schließlich einen mächtigen Sieg.

Ich verstehe es so, dass Gideon sich trennen sollte von:

   Den Feiglingen.

Angst zu haben ist kein Anzeichen von Feigheit. Der ängstliche Mensch fürchtet sich, aber er geht vorwärts!
Der Feige fürchtet sich, bleibt stehen und haut ab.
Du hast Angst vor einer großen Aufgabe, oder einer schweren Herausforderung? Das betrifft uns doch alle!
Aber läufst du weg? Oder gehst du trotzdem weiter vorwärts?
Das macht den entscheidenden Unterschied!

   Den Bequemen

Von denjenigen, die es easy und gemütlich haben wollen.
Jeder braucht Phasen der Ruhe, Entspannung und Erholung.
Aber bitte alles zu seiner Zeit!

Ich bin davon überzeugt, dass alle 32.000 Männer militärische Fähigkeiten besaßen. Alle konnten kämpfen! Alle waren ausgebildet! Alle wollten siegen! Was sie jedoch unterschied, das waren nicht ihre militärischen Fertigkeiten. Was sie unterschied, das war ihre innere Einstellung!
Nur 300 Männer hatten die militärischen Fähigkeiten, besaßen Mut und verfügten über die richtige Einstellung.

Evangelisation und Mission benötigt nicht nur Begabte, sondern benötigt Begabte mit Glaubensmut und einer geistlichen Einstellung zur Aufgabe.

Schauen wir uns noch eine Begebenheit in 2. Chr. 25,5-10 an.

Der König Amazja wurde von den Edomitern herausgefordert.
Für eine Menge Geld heuerte er 100.000 Legionäre an. Wollte er siegen, so musste er die 100.000 angeworbenen Söldner zurück nach Hause schicken.

„Denn bei Gott steht die Kraft, zu helfen und zu Fall zu bringen“ (25,8)

Kann man jemals über zu viele Helfer und Mitarbeiter verfügen?
Ja! Wenn es die falschen Mitarbeiter sind. Wir sind nicht von Menschen abhängig! Weder von ihren Gaben, noch von ihrem Geld, noch von ihrer Gunst. Einzig und alleine auf Gottes Beistand und Kraft sind wir angewiesen.

Verzicht aus Gehorsam ist niemals Verlust (25,9b).
Gehorsam stößt nicht immer auf Verständnis (25,10b).
Aber Gehorsam lohnt sich immer.

In Sacharja 4,6 steht:

„Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist spricht der Herr der Heerscharen.“

„KLASSE statt MASSE“!

Bitte, das soll kein billiger Trost sein und darf keine faule Ausrede für Erfolglosigkeit sein, nach dem zweifelhaften Motto mancher Gemeinde: „Lieber klein, aber rein“!

Im Neuen Testament entdecken wir das geistliche Grundgesetz ebenfalls beschrieben in Apg. 13,1-4
Die Gemeinde in Antiochien war bestimmt nicht klein. Wie viele Missionare sollten nach Befehl des Heiligen Geistes ausgesondert werden?
Zwei Männer! Barnabas und Saulus. Die Pioniere der Weltmission; das wohl erfolgreichste Missionsteam aller Zeiten.

„KLASSE statt MASSE“!

Wann sind wir „klasse“?
Sind wir klasse, wenn wir eine gute Bildung besitzen? Sind wir klasse, wenn wir begabt und intelligent sind? Sind wir klasse, wenn wir zahlreich sind? Was ist das Kriterium für echte „Klasse“ statt toter „Masse“? Es ist das Vertrauen in die Möglichkeiten unseres Herrn!

Sind euch in der Bibel einmal die „kleinen Zeugen“ aufgefallen? Einfache Leute, die etwas bewegt haben? Z.B.

Das Hausmädchen des General Naeman (2.Kön.5) Eine gekidnappte Teenagerin wies ihrem Besitzer den Weg zum lebendigen Gott.

Die Frau vom Jakobsbrunnen (Joh.4) Eine Frau mit zweifelhaftem Lebenswandel; ihr Zeugnis bewirkte eine Erweckung im Ort Sichar.

„Aus jener Stadt glaubten viele Samariter an ihn um des Wortes der Frau willen,… (4,39)

Sie wurde zur Mittelsperson für Jesus.

Philippus, der Jünger (Joh.1 + 12) Philippus war ein Kontaktmann und ein Vermittler hin zum Herrn Jesus. Er führte Nathanael zum Herrn.(Joh.1,45-46) Später wurde er etlichen suchenden Griechen zum Segen.(Joh.12,20-22)

Du bist klasse, wenn du deinem Gott etwas zutraust und dich vollkommen auf den Herrn Jesus verlässt. Und zwar in allen Dingen. Hänge dich nicht an Menschen! Auch nicht an dich selbst!
Halte dich an den Rat des Propheten Jeremia (17,5 ff.):

„So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom HERRN weicht!  Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Zuversicht der HERR geworden ist! 

Lest bitte mit mir zum Schluss Haggai 2,3-7:

„Ist es nicht so viel wie nichts in euren Augen?“ (V. 3b)

Hast du manchmal den Eindruck: „Das bringt doch nichts, was ich tue.“ Mache das, was der Herr dir aufträgt: „Sei stark und arbeite!“ Es ist die Sache des Herrn deine Arbeit mit Segen zu krönen. Sei stark! Arbeite weiter! Der Herr wird etwas Gutes und Brauchbares daraus werden lassen.

„KLASSE statt MASSE“!

Folgt bitte mutig dem Missionsbefehl!
Unbeirrt und ungeachtet dessen wie viele ihr seid, wer ihr seid, was ihr seid, wo ihr seid und was ihr könnt.

Aber achtet unbedingt darauf:

Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.
Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!