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Die richtige Zielerfassung | September 2021


von Ruben Vogel

Jeder von uns kennt das wahrscheinlich, dass man sich an Silvester etwas für das neue Jahr vornimmt. Man steckt sich ein Ziel.

„Dieses Jahr mache ich mehr Sport.“
„Dieses Jahr werde ich mehr Fahrrad fahren.“
„Dieses Jahr mache ich mal mein Studium zu Ende.“, usw…
Jeder hat da ja seine eigenen Beispiele.

Meistens sind es ja zeitlich gesehen recht überschaubare Ziele. Sie beziehen sich auf das nächste Jahr oder die kommenden Monate. Doch wie oft denken wir über Ziele nach, die sich auf unser ganzes Leben beziehen?

Ok, man hat vielleicht Vorstellungen und Wünsche für sein Leben, z.B.
Mit 22 Jahren möchte ich heiraten
mit 23 möchte ich ein Haus bauen
mit 24 ein Kind haben und
mit 30 dann eine eigene Firma haben und finanziell unabhängig sein.
Vielleicht ist es auch das Ziel eine Weltreise zu machen oder einmal mit der Harley die Route 66 entlang zu fahren.
Wünsche und Ziele für sein Leben zu haben ist ja auch nicht verboten oder schlecht. Aber setzen wir uns auch Ziele für unser „geistliches“ Leben?
Deswegen denken wir heute über das Thema nach:

Die richtige Zielerfassung

Lasst uns mal Philipper 3 aufschlagen. Paulus ist uns hier ein großes Vorbild.

Philipper 3,12+13:
“Nicht, dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt.”

Wir lesen hier in Vers 12, was die Voraussetzung ist um unser „geistliches Zielerfassungssystem“ auszurichten. Wir dürfen mit unserem geistlichen Zustand nie zufrieden sein!

Paulus hatte erkannt, dass er ein neuer Mensch geworden ist und Vergebung seiner Sünden erfahren kann. Er könnte niemals alle Erwartungen Gottes erfüllen, ABER er kann versuchen und danach streben ihm ähnlicher zu werden!

Paulus sagt, er hat es weder erlangt noch vollendet. Wir wissen „vollenden“ heißt: Alles erreicht! – Ziel erfüllt ! Wir werden hier auf der Erde diesen Status „vollendet“ niemals erreichen. Vollkommen werden wir erst sein, wenn wir Himmel sind. Trotzdem können wir uns nicht darauf ausruhen, so nach dem Motto: „…ach ja, wir können es ja eh nicht schaffen. Warum soll ich mich dann anstrengen?”

Unser Ziel sollte es doch sein Ihm ähnlicher zu werden und uns Schätze im Himmel zu sammeln. Unser jetziges Leben ist eine Vorbereitung auf die Ewigkeit. Wenn wir nach himmlischen Zielen suchen und wenn wir nach Gottes Willen für unser Leben fragen, dann wird unsere Richtung und unsere Entscheidungen stark beeinflusst.

Sich geistliche Ziele zu setzen ist eine persönliche Entscheidung und muss aktiv passieren. Sich Ziele zu setzen hilft dabei sich auch wirklich darauf zu fokussieren.

Kennt ihr das, wenn ihr euch an manchen Tagen fragt: “Was habe ich eigentlich den ganzen Tag gemacht?” 🙂 Klar, man hat den ganzen Tag etwas getan. Aber man hatte nicht so wirklich festgelegte Ziele und am Ende des Tages wirkt es so, als ob man doch nicht wirklich was geschafft hat.

Auf meinem Handy habe ich eine tolle to-do App, da schreibe ich alle möglichen Aufgaben und Erinnerungen rein. Manchmal sind es so viele kleine Dinge, aber wenn ich sie nicht aufschreiben würde, dann hätte ich mittags schon die Hälfte vergessen.

Das Schönste ist dann, abends da nochmal reinzugucken, in der App die Aufgaben abzuhaken und dabei gibt es noch so einen tollen Sound “PLING“ – Aufgabe erledigt. 🙂 ⭐
Es ist dann schon cool wenn man 10 Sachen abhaken kann. Denn auch wenn es vielleicht nur kleine Dinge sind, hat man ein zufriedenes Gefühl dabei.

Wenn wir uns selber Ziele setzen, hilft uns das dabei uns darauf zu konzentrieren, und Dinge, die uns davon abhalten oder ablenken auch weg zu lassen.

So sollte es auch in unserem geistlichen Leben aussehen. Das wünsche ich uns, dass wir es “schaffen” unsere Nachfolge das größte Ziel in unserem Leben sein zu lassen.

Wenn wir uns Ziele setzen, dann wäre es gut zu wissen, wie wir sie erreichen können. (Wenn man ein Urlaubsziel hat, ist es ja auch hilfreich, wenn man sich überlegt, ob man mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug nach Mallorca kommt. 🙂)

Um geistlich näher an sein Ziel zu kommen gibt es auch verschiedene Möglichkeiten. Ihr kennt den Spruch „viele Wege führen nach Rom.“ Aber es gibt ein paar grundsätzliche Richtlinien. Schauen wir nochmal in den Philipper Brief, die Verse 12 und 13:

„ ich jage aber danach…“

Wenn man etwas „nachjagt“, dann macht man das eigentlich nur, wenn man es auch wirklich haben will. Man steckt seine ganze Energie und Kraft darein. Es ist ein richtiges Verlangen, und es gibt dann auch nichts, was einen von seinem Ziel ablenken kann.

Dieses „nachjagen“ bekommt so eine richtig bildliche Bedeutung, wenn ich unserem Hund Lotti ihren Ball wegnehme. Ich nehme ihn dann hoch und werfe ihn zum Spielen.

Wenn ich den Ball hoch nehme und festhalte, dann ist dieser Hund so fixiert darauf, dass alles andere so was von egal ist. Dann können Geräusche oder Menschen da sein, da könnte daneben sogar das Haus abgerissen werden, sie ist so fokussiert auf diesen Ball, dass alles andere unwichtig ist.

Und wenn Paulus von „ nachjagen“ spricht, dann können wir darauf schließen, dass er wirklich motiviert war. Er war motiviert an seiner Beziehung zu Jesus zu arbeiten und sie immer mehr zu vertiefen. Und er hat dabei vor Augen gehabt, was Jesus für ihn getan und auf sich genommen hat. Paulus hat nicht behauptet, dass er vollkommen gewesen ist oder das er schon alles erreicht hätte, aber wir können hier in Philipper 3, 13 einen wichtigen Tipp von Paulus bekommen, wie wir auf unserem Weg zum Ziel vorwärts kommen: Die Vergangenheit zurücklassen und sich nach dem „ausstrecken“, was vor uns liegt. Hier steht:

vergessen

Wir können unsere Vergangenheit ja nicht einfach so aus unserem Kopf löschen. Ich denke was hier gemeint ist, ist das wir uns nicht von Dingen aus der Vergangenheit beherrschen lassen. Sünden und Fehler, die wir begehen oder begangen haben, können wir vor Gott bringen und seine Vergebung annehmen und damit gehören sie der Vergangenheit an!

Wir sollten uns nicht davon ausbremsen lassen, indem wir immer wieder zurück gucken und uns einreden, dass das doch alles keinen Sinn hat. Auch wenn wir zum 100. Mal unsere „Lieblingssünde“ begehen: Gottes Vergebung hat kein Limit!

Aber nicht nur Sünden oder Fehler aus der Vergangenheit können uns ausbremsen. Es gibt ja auch viele schöne Ereignisse oder auch Erfolge im Leben. Und man kommt schnell dahin nur darauf zu gucken, was man in seinem Leben schon alles geschafft und erreicht hat. Wenn man sich selbst so feiert, weil man so ein toller und erfolgreicher Typ ist, dann wird Jesus schnell eine ganz kleine Nummer in unserem Leben.

Um sich von alldem nicht beherrschen zu lassen hilft nur eins: Philipper 3, 13b:

„ich strecke mich aus… „

Ausstrecken“ heißt ALLES geben!

Um in der Nachfolge vorwärts zu kommen, müssen wir also unser Bestes geben und uns immer wieder motivieren geistlich vorwärts zu kommen.

Lasst uns also nicht auf unsere Vergangenheit schauen, sondern jeden Tag aufs neue „ALLES GEBEN“ um Jesus nachzufolgen und ihm ähnlicher zu werden!

Amen